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Brandenburg/Havel Spezialgebiet Hirn: Markus Pfeiffer ist neuer Chefarzt im Asklepios-Klinikum
Lokales Brandenburg/Havel Spezialgebiet Hirn: Markus Pfeiffer ist neuer Chefarzt im Asklepios-Klinikum
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10:21 27.02.2019
Chefarzt Markus Pfeiffer wertet die Befunde auf seinen Bildschirmen aus. Davon hängt die Wahl der Behandlungsmethode ab. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Wenn die Zeit drängt, muss Markus Pfeiffer erst recht ruhig bleiben. Als Neuroradiologe entscheidet er mit darüber, wie Schlaganfallpatienten am besten zu helfen ist. Seit Jahresbeginn ist der 54 Jahre alte Mediziner Chefarzt für Neuroradiologie im Asklepios-Fachklinikum Brandenburg.

Zu Pfeiffers Spezialgebieten gehört die sogenannte Thrombektomie, die auch der leitende Oberarzt Martin Bokemeyer beherrscht. Wenn die Voraussetzungen bei einem Schlaganfallpatienten vorliegen, können die Ärzte mit einem sehr dünnen Schlauch in die verstopften Blutgefäße eindringen und das Gerinnsel herauslösen.

Der Eingriff im Kopf lässt sich von der Herangehensweise mit einer Herzkatheter-Untersuchung vergleichen. Die Thrombektomie sei erst seit etwa drei bis vier Jahren zur Standardtherapie in der Behandlung von Schlaganfällen geworden, berichtet der Neuroradiologe.

92 Jahre alte Patientin

Allerdings eignet sich nicht jeder Mensch, der einen Hirnschlag erlitten hat, für diesen mechanischen Eingriff. Ob er Erfolg verspricht, hängt von vielerlei Faktoren ab, zum Beispiel der Größe des Blutgefäßes und der Stärke des Gerinnsels. Das Alter kann eine Rolle spielen. „Aber wir haben vor wenigen Tagen auch eine 92 Jahre alte Patienten im Erfolg behandelt“, erzählt der Chefarzt.

Wichtig ist aber stets der Zeitpunkt. Oft ist es so, dass nicht mehr als sechs, sieben Stunden seit dem Schlaganfall vergangen sein sollten. Doch wenn bestimmte andere Kriterien erfüllt sind, kann eine Thrombektomie auch nach zwölf oder sogar 24 Stunden noch sinnvoll sein.

Ungefähr 800 Schlaganfallpatienten behandeln die Neurologen und Neuroradiologen der Fachklinik auf dem Görden pro Jahr. Für den beschriebenen Eingriff kommt in etwa jeder Zehnte von ihnen in Frage. „Die Ergebnisse dieser Behandlung sind sehr gut“, fasst Chefarzt Pfeiffer zusammen.

Auf dem OP-Tisch wieder gesprochen

Der Mediziner wird niemals eine Patientin in Zürich vergessen. Sie hatte einen Schlaganfall erlitten, konnte nicht mehr sprechen und war halbseitig gelähmt. Das Ärzteteam holte das Gerinnsel aus dem verstopften Gefäß. Die Patientin erwachte aus der Narkose und begann noch auf dem OP-Tisch liegend zu reden. Auch die Lähmung bildete sich anschließend zurück.

Solche Glücksmomente sind leider nicht die Regel. „Aber die Thrombektomie verbessert oft die Lebensqualität, man muss sie allerdings auch gut können“, merkt Markus Pfeiffer an.

Das Asklepios-Fachklinikum hatte die Chefarztstelle für die Nachfolge von Sebastian Fitzek im vergangenen Jahr ausgeschrieben. „Von allen Bewerbern war Herr Pfeiffer am besten qualifiziert und passt auch menschlich sehr gut zu uns“, berichtet Geschäftsführerin Daniela Wolarz-Weigel.

Der neue Chef gibt das Kompliment zurück und erzählt, wie positiv und hilfsbereit die Mitarbeiter der Klinik ihn aufgenommen hätten.

Acht Jahre Schweiz

Der Mediziner, der im süddeutschen Tübingen aufgewachsen ist und studiert hat, war zuletzt acht Jahre lang in der Schweiz berufstätig. Zunächst als Oberarzt im Team von Anton Valavanis im Universitätsspital Zürich und vor seinem Wechsel an die Havel als leitender Oberarzt im Kantonsspital von Luzern, dort umgeben von den Bergen und dem Vierwaldstätter See.

Der Wechsel ist also auch als Kompliment für seine neue Heimat zu verstehen, der zuliebe Markus Pfeiffer eine sehr attraktive Gegend zurückgelassen hat. „Das sehe ich auch so“, kommentiert er mit einem kurzen Lachen.

Allerdings hat der Neu-Potsdamer, der eine Zeit lang als Honorary Consultant am Royal London Hospital gearbeitet hat, schon vor Jahren bei mehreren Besuchen Bekanntschaft mit Brandenburg und dem Havelland gemacht. „Ich will wieder Wassersportler werden“, kündigt er an.

Eingriff rund um die Uhr

Zurück an Land ist Chefarzt Pfeiffer natürlich für weit mehr als die Thrombektomie verantwortlich. Er vertritt das gesamte Spektrum der diagnostischen und interventionellen Neuroradiologie.

Seit der neue Chefarzt an Bord ist, stellt Asklepios in Brandenburg/Havel eine Thrombektomie-Versorgung rund um die Uhr sicher, berichtet Geschäftsführerin Wolarz-Weigel. Zuvor sind Patienten im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung auch nach Potsdam ausgewichen, wenn die Zeit drängte.

Markus Pfeiffer ist mit seiner Klinik verbunden, selbst wenn er zu Hause ist. Dort kann er alle Röntgenbilder auf seinem Computer ansehen und so entscheiden, welcher Eingriff sinnvoll ist. Während er dann im Auto unterwegs ist, laufen in der Klinik schon die Vorbereitungen für den Eingriff im Kopf.

Von Jürgen Lauterbach

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