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Neuer Herzspezialist für die Havelstadt

Chefkardiologe Oliver Ritter Neuer Herzspezialist für die Havelstadt

Die Kraft des Herzens und Rhythmusstörungen sind zwei Spezialgebiete des neuen Chefkardiologen am Städtischen Klinikums Brandenburg. Oliver Ritter leitet seit 4. Juli die größte Abteilung im Haus. Der Professor ist vor allem wegen der Medizinhochschule von Würzburg nach Brandenburg gekommen.

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Der gebürtige Franke Oliver Ritter leitet seit wenigen Wochen die Kardiologie-Klinik in Brandenburg/Havel.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Ohne die neue Medizinische Hochschule Brandenburg hätte sich Oliver Ritter (46) kaum für das Städtische Klinikum interessiert. Denn der Herzspezialist, der seit etwa drei Wochen Kardiologie-Chefarzt in Brandenburg ist, will beides leisten: Krankenversorgung und Forschung. Weil dieser Wunsch mit der privaten Hochschule erfüllt ist, hat der Medizinprofessor seinen Arbeitsplatz an der Universitätsklinik Würzburg gegen den Chefarztsessel an einem kommunalen Krankenhaus eingetauscht.

Die Kraft des Herzen ist das Thema, das Oliver Ritter im Grunde seit Schülertagen umtreibt, als er im Unterricht Schweine- und Rinderherzen vom Schlachthof aufgeschnitten und dieses muskuläre Zentralorgan untersucht hat. Mit der Herzkraft und ihrer Stärkung hat er sich auch in seiner Doktorarbeit beschäftigt. Und diesem medizinischen Problem gilt nach wie vor seiner Forscherinteresse.

Mediziner mit Forschungsinteresse

Mit seiner Würzburger Forschergruppe arbeitete Ritter an der Frage, wie die Herzkraft nach einem Herzinfarkt erhalten bleiben kann. Im neuen universitären Umfeld in Brandenburg möchte er diesen Ansatz weiter verfolgen. Theoretische Erkenntnisse münden inzwischen in praktische Anwendungsfragen.

Von Würzburg nach Brandenburg

Oliver Ritter (46) wurde in Nürnberg geboren, ging in Schwäbisch Hall zur Schule und studierte Medizin in Heidelberg.

Gearbeitet hat Oliver Ritter zunächst fünf Jahre an der Charité in Berlin und 16 Jahre in der Kardiologie der Universitätsklinik Würzburg, wo er stellvertretender Klinikdirektor war. Dort leitete er die Abteilung für Rhythmusstörungen, die Notaufnahme und Intensivstation.

Die Familie des Mediziners lebt noch in Würzburg. Oliver Ritters Frau arbeitet als Krankenschwester, das Paar hat zwei elf und 15 Jahre alte Kinder. Der Kardiologe wohnt bereits in der Stadt, die Familie soll später nachziehen.

Obwohl der frühere Marathonläufer lange in der Weinstadt Würzburg gelebt hat, trinkt er lieber Bier als Wein.

Zweiter Chefarzt der Klink für Innere Medizin I ist seit Beginn des Jahres der Angiologe (Gefäßexperte) Ivo Buschmann. Geplant ist, die Pulmologie (Lungenheilkunde) auszubauen und einen Bereichsleiter dafür zu gewinnen.

Die Sprechstunden der Kardiologie bleiben bestehen. Oliver Ritter ist spezialisiert auf die Beratung bei vererbbaren Erkrankungen von Herz und Kreislauf.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, nach einem Herzinfarkt zu sterben, ist in Brandenburg Studien zufolge höher als in Würzburg. Liegt es am Lebenswandel, an längeren Wegen zur Behandlung? Der Chefarzt möchte auch eine Sprechstunde für Kinder mit Rhythmusstörungen anbieten. Der Kardiologe möchte ergründen, woran das liegt.

Der Professor hat eine herzkraftstärkende Rohsubstanz weltweit patentieren lassen, die womöglich die Grundlage für ein Medikament bilden wird. Die Entwicklung steckt allerdings noch in einem frühen Stadium. Oliver Ritter möchte mit dem Rückhalt der Hochschule im eigenen Labor weiter daran forschen.

Eine zweites großes Arbeitsgebiet des Kardiologie-Chefarztes sind Herzrhythmusstörungen. Um sie zu behandeln, werden die kleinen kritischen Stellen im Organgewebe mit einem Herzkatheter verödet.

Um dies effizient tun zu können, haben er und sein Team eine Verödungsstrategie entwickelt, die richtige Stelle im Magnetresonanztomographen aufzuspüren und dort punktgenau zu veröden. Verödet wird je nach dem sowohl mit Hitze als auch mit Kälte. Beide Techniken will der neue Chefarzt in Brandenburg etablieren.

Der neue Chefarzt lobt Effizienz und Erfahrung in Brandenburg

Der Nachfolger des langjährigen Chefkardiologen Michael Oeff leitet die auf Herz- und Lungenkrankheiten spezialisierte Brandenburger Klinik für Innere Medizin I, die mit 22 Ärzten, rund 60 Pflegekräften, vier Stationen und hundert Betten größte Abteilung des Städtischen Klinikums.

Das klinische Niveau sei mit dem in der Würzburger Uniklinik vergleichbar. Oliver Ritter: „Was die Effizienz und Erfahrung angeht, könnten sich die Würzburger sogar eine Scheibe von den Brandenburgern abschneiden.“

Das eigene Medizinstudium war zu theorielastig

Neben seiner Arbeit als Krankenhauschefarzt wird Oliver Ritter an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Studenten unterrichten. Das praxisorientierte, ganzheitliche Konzept der Ärzteausbildung in Brandenburg entspricht seinen Vorstellungen. Sein eigenes Medizinstudium empfand er als theorielastig und sehr praxisfern.

„Ich fand mich am Ende meines Studiums schlecht ausgebildet, was aber nicht an den Professoren lag“, sagt der Kardiologe. An der MHB, die nicht allein auf gute Schulnoten setzt, sondern Studenten aufgrund ihrer Gesamtpersönlichkeit auswählt, sieht er gute Chancen, „dass wir am Ende die besseren Ärzte bekommen“.

Von Jürgen Lauterbach

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