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Brandenburg/Havel Und noch ein OP-Saal bitte!
Lokales Brandenburg/Havel Und noch ein OP-Saal bitte!
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16:45 10.07.2018
Ganz neu ist dieser OP-Bereich im Klinikum Brandenburg an der Havel. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Beinahe im Monatstakt wird am Städtischen Klinikum eine neue Einrichtung in Betrieb genommen: An diesem Mittwoch geht die Arbeit in einem nagelneuen und multifunktionalen Operationssaal im Haus 1 los. „Wir haben mehr als eine Million Euro dafür ausgegeben, aber wir brauchen ihn unbedingt“, sagt Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter.

Dabei handelt es sich bereits um Nummer 12. Zehn Operationssäle gibt es im zentralen Trakt in dem 2003 errichteten Haus 2, einen kleineren für ambulante Eingriffe im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof GZB.

„Der Operationssaal erfüllt alle Reinraum-Klassen, hier können orthopädische, chirurgische und internistische Eingriffe erledigt werden. Die Berufsgenossenschaft bestand zudem auf einem neuen septischen OP-Raum im Hauptgebäude“, erläutert Georg Riethmüller, der Technik-Chef am Klinikum. Septische Operationen sind Eingriffe, bei denen die Patienten schwere Entzündungsherde durch Bakterien und deren Toxine im Körper haben. Der OP-Saal ist im ehemaligen Augen-OP eingerichtet, dieser war veraltet, wurde aufgegeben und im Haus 3 entstand ein neuer direkt neben der Ambulanz. Fußboden, Wände, Decke nebst kompletter Technik ist nun neu entstanden gegenüber der zentralen Mitarbeiter-Umkleide.

Was niemand laut sagt, ist gleichzeitig ein Glücksfall für das Brandenburger Klinikum: Ende September vorigen Jahres schloss das Johanniter-Krankenhaus in Genthin kurz hinter der sachsen-anhaltinischen Landesgrenze. Das Aus war zwar schon seit 2004 bekannt, sollte aber erst im nächsten Jahr vollzogen werden, wenn die Johanniter ihre großes Klinikum in Stendal für 35 Millionen Euro erweitert haben. Einige Patienten aus Genthin fahren ins 35 Kilometer entfernte Stendal, einige nach Burg und viele nach Brandenburg an der Havel – beide Städte sind nur 25 Kilometer entfernt und gut erreichbar. Das Städtische Klinikum hat auch einen guten Teil der zuletzt 45 Pfleger und Ärzte abbekommen, die nicht nach Stendal wechseln wollten und noch nicht in den Ruhestand gehen konnten, hat auch schon Genthins Bürgermeister Thomas Barz im vorigen Monat öffentlich erklärt. So hat das Klinikum ziemlich profitiert vom Aus in Genthin –immerhin gab es dort fast 190 Betten.

Dialyse im alten Schlaflabor

Seit Freitag, 6. Juli, befindet sich die Neurophysiologische Abteilung im Erdgeschoss des Hauses 3.

Diese Abteilung umfasst die Sprechstunde des Arztes Andreas Wichterei zum Schlaflabor mit drei Plätzen für Erwachsende und einem Platz für Kinder.

Zusätzlich befindet sich hier die neurologische Sprechstunde des Arztes Eckhard Scholz mit EMG (Elektromyografie zur Untersuchung der elektrischen Aktivität von Muskeln) und ENG (Elektroneurografie zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit).

Nach dem Umzug konnten die Räume für die Dialyseeinheit hergerichtet werden.

Noch ein anderes – lange geplantes –Projekt wird derzeit umgesetzt: Der Bau einer eigenen Dialyse-Station war bereits für voriges Jahr geplant, konnte aber nicht realisiert werden, weil zuvor diverse Umzüge realisiert werden mussten (siehe Infobox). In den Räumen des ehemaligen Schlaflabors im Haus 1 (zentrales Empfangsgebäude) werden derzeit elf Behandlungsplätze für die Blutwäsche bei nierenkranken Patienten gebaut. Riethmüller hat die neue Abteilung mit maximal zwei Behandlungsbetten pro Zimmer für rund 450.000 Euro herrichten lassen, auch die technische Infrastruktur steht, alle Leitungen und Anschlüsse sind bereits verlegt, die Firma Fresenius Medical Care muss nur noch ihre Dialysegeräte liefern und installieren. Am 9. August soll die Dialyse-Station in regulär Betrieb gehen. Ambulante Blutwäsche gibt es ja bereits am Klinikum, seit dem 1. September 2017 hat der Nierenspezialist Daniel Patschan seine Arbeit im Brandenburger Krankenhaus aufgenommen.

Dann kommen die Klinikums-Verantwortlichen nicht zu Ruhe: Der Neubau des Hauses 11 für 20,5 Millionen Euro neben dem Zentrallabor wächst rasant –am 19. Juli beginnt bereits der Umzug der Pathologie-Abteilung. Im nächsten Jahr folgen noch die Zentralapotheke im Erdgeschoss und die Nutzer der Forschungslabore im Obergeschoss –insgesamt entstehen 5050 Quadratmeter Nutzfläche und 26.235 Kubikmeter umbauter Raum.

Von André Wirsing

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