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Brandenburg/Havel Verwaltung nimmt weniger Verkehrssünder hoch als erhofft
Lokales Brandenburg/Havel Verwaltung nimmt weniger Verkehrssünder hoch als erhofft
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21:30 10.12.2018
Bislang galt die Säule am Hauptbahnhof als Brandenburgs modernste Blitzstation. Quelle: jast
Brandenburg/H

Verkehrssünder müssen etwa eine Viertelmillion Euro weniger an die Kommune überweisen, als diese für dieses Jahr bereits eingeplant hat: Statt erhoffter 1,15 Millionen Euro werden wohl nur etwa 900.000 Euro zum Jahresende eingegangen sein. Das wäre dennoch eine kleine Steigerung gegenüber 2017, als noch nicht einmal 870.000 Euro erreicht wurden.

Als Gründe für den Rückgang nennt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU) den durch Baustellen verursachten Rückgang der Verstoßzahlen an den stationären Messplätzen sowie Personalausfälle in der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung. „Das mit dem Personalmangel wird 2019/20 wohl auch nicht besser. Wir mussten Prioritäten setzen und investieren viel mehr in Personal für Rettungsdienst und Leitstelle“, sagt Brandt.

Gleichwohl zieht sein Team von der Verkehrsüberwachung aus den vorliegenden Zahlen interessante Schlussfolgerungen: Die Verstoßquote an den fest verbauten Blitzern ist seit 2011 kontinuierlich gesunken von 0,74 auf 0,37 Prozent. Wurde vor sieben Jahren noch jeder 135. Fahrer erwischt, ist es heute nur noch jeder 270.

Die Verstoßquote bei den mobilen Blitzern ist dagegen immer kontinuierlich und leicht gestiegen – von 4,57 auf 5,23 Prozent. Für dieses Jahr sind die Missetaten schon bis Ende September ausgewertet: 189.335 Messungen gab es, 9895 Autofahrer waren dabei zu schnell.

14 Messstellen im Stadtgebiet

Elf stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen unterhält die Stadt Brandenburg gegenwärtig.

Teilweise sind diese mit Piezo-Fahrbahnsensoren beziehungsweise mit der optischen Lidar-Lasermesstechnik ausgestattet.

Darüber hinaus gibt es zwei Messfahrzeuge mit Radar- und neuerer Lidar-Lasertechnik.

Diese Technik ist uneingeschränkt einsetzbar.

Ein drittes Blitzer-Fahrzeug kann Brandenburg nur noch betreiben, bis es zustands- und altersbedingt aus dem Verkehr gezogen werden muss.

Als Ersatz will die Stadt im kommenden Jahr einen so genannten Superblitzer anschaffen, wie ihn einige Autofahrer schon aus leidvoller Erfahrung von den A-10-Baustellen kennen.

Manche Ergebnisse geben den Verkehrsexperten auch Rätsel auf. Sie haben zwei Kontrollschwerpunkte beispielhaft und gründlich untersucht. Die beiden benachbarten Unfallhäufungsstellen an der Straße am Hauptbahnhof mit den beiden Kreuzungen zur Bauhof- und zur Werderstraße sowie die Uferstraße in Kirchmöser nahe Magnus-Hoffmann-Grundschule und Kita Wusterauer Anger.

So wurde nahe des Hauptbahnhofes zusätzlich zu der stationären Säule zwischen den beiden Kreuzungen in beiden Fahrtrichtungen verstärkt mobile Messungen angestellt. Wurde im Juni noch eine Verstoßquote von 9,03 Prozent festgestellt, war diese im September auf 3,39 Prozent abgesunken.

Ein ganz anderes Bild geben die Ergebnisse aus den mobilen Messungen in der Uferstraße, weil diese wegen der Grundschule und der Kita im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit steht. Im März war jeder siebte Fahrer zu schnell, im April jeder vierte, im Mai keiner, im Juli fast jeder dritte, im August jeder zehnte und im September jeder 20. Autofahrer.

„Beide Beispiele zeigen, wie unterschiedlich mobile Geschwindigkeitsüberwachung wirken kann“, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Scharf. Während am Hauptbahnhof trotz des hohen Anteils an überörtlichem Verkehr und ortsunkundigen Fahrern zurückgedrängt werden konnte und auch die Zahl der Unfälle an der Bauhofstraße sank, entwickelte sich in der Uferstraße die Verstoßquote sehr unspezifisch.

„Gerade in der Uferstraße ist von einem nahezu reinen Anliegerverkehr sowie Hol- und Bringverkehr zu Grundschule und Kita mit guter Ortskenntnis auszugehen.“ Die Ergebnisse offiziellen Messungen haben Brandt und Scharf mit einer verdeckten Verkehs- und Tempoerhebung im November noch einmal bestätigen lassen. „An sich sollten gerade diesen ortskundigen Verkehrsteilnehmern das Vorhandensein der sensiblen Einrichtungen bekannt sein. Dennoch werden die gefahrenen Geschwindigkeiten in der Breite nachhaltig überschritten.“

Ab dem nächsten Jahr werden die Verkehrsüberwacher wieder mehr Treffer landen. Dann wird eine so genannte Semi-Station angeschafft, ähnlich des von Autobahnbaustellen bekannten weißen Großkastens. Das ist ein mobiler Hänger mit integrierter akkubasierter Stromversorgung und Lasermesstechnik. Er kann an Gefahrenpunkten für fünf bis zehn Tage aufgestellt werden, braucht kein Personal, weil er eine Datenfernverbindung hat und alle Messwerte in Echtzeit an die Zentrale kabelt.

Auch hat die Einheit einen Sabotageschutz und eine Alarmmeldeeinheit, deshalb kann sie unbesorgt allein stehenbleiben. Ihr größter Vorteil ist aber, dass sie die Vorzüge von stationärer und mobiler Messtechnik vereint, flexibel ist und dennoch keinen hohen Betreuungsaufwand benötigt, begründet Brandt die Investition.

Von André Wirsing

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