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Brandenburg/Havel Neues Gutachten im Schleusenstreit muss her
Lokales Brandenburg/Havel Neues Gutachten im Schleusenstreit muss her
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17:31 10.04.2018
Blick in die Kammer der neuen Wusterwitzer Schleuse. Weil sich Löcher im Beton auftun, wird auch 2018 weiter gestritten. Quelle: Claudia Nack
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Wusterwitz

Ein Wechselbad der Gefühle am Elbe-Havel-Kanal: In Zerben gibt es Sekt, in Wusterwitz herrscht unverändert Katzenjammer. Auf Anhaltiner Seite wurde in diesen Tagen die neue Großschifffahrtsschleuse bei Zerben für den Verkehr freigegeben. Die 62 Millionen Euro teure Anlage ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 – wie der Wusterwitzer Schleusenneubau.

Doch am Eingang zum Elbe-Havel-Kanal ist auch 2018 an eine Freigabe der neuen Schleusenkammer nicht zu denken. 2012 sollte die Südkammer für den Verkehr fertig sein. Doch dann begann der Beton zu bröseln, mehr als 1000 Löcher wurden gezählt. Bis jetzt dauert der Rechtsstreit über die Ursachen des Dilemmas an. Ein Gutachter sollte im Rahmen eines Beweissicherungsverfahren herausfinden, woran das Material krankt und einen Sanierungsvorschlag erarbeiten. Doch dessen plötzlicher Tod im vergangenen Jahr erwies sich als weiterer Rückschlag bei der Aufklärung.

Zahlen & Fakten

Das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg hat die Aufgabe den Ausbau des Elbe-Havel-Kanals, des Rothenseer Verbindungskanals und von Teilen des Mittellandkanals (ab Magdeburg) durchzuführen. Dazu gehört auch die Schleuse Wusterwitz.

Nach dem Ausbau sollen Güterschiffe bis 2000 Tonnen sowie 185 Meter lange Schubverbände bis 3500 Tonnen Nutzlast die Ost-West-Verbindung befahren. Nach Fertigstellung wird das WNA zur bundesweiten Investitionsbündelungsstelle.

Die neue Südkammer der Schleuse Wusterwitz ist 12,50 Meter breit und hat eine nutzbare Länge von 190 Meter. Die erstmals ohne Dehnfugen gebaute Massivbauschleuse überwindet einen maximalen Höhenunterschied von 4,75 Meter.

„Inzwischen ist ein neuer Gutachter bestellt. So lange dessen Expertise nicht vorliegt, kommen wir in der Sache nicht weiter“, sagte Burkhard Knuth, Leiter des Wasserenstraßen-Neubauamtes Magdeburg (WNA) der MAZ auf Nachfrage. Im Kern geht es bei dem juristischen Tauziehen vor dem Landgericht Bonn um die Frage, was der Grund für die massiven Betonschäden an der Südkammer ist. Im Zusammenhang damit muss geklärt werden, wer für die Sanierung des verpfuschten Neubaus aufkommt. Betoniert hatte die Firma Heitkamp IKB aus Herne, die schon andere Schleusen in Berlin und am Mittellandkanal gebaut hat.

Der Magdeburger WNA-Chef Burkhardt Knuth rechnet erst für 2019 mit Entscheidungen über den Fortgang der Arbeiten in Wusterwitz. Quelle: WNA

Der Kern des sechs Meter starken Kammerbetons ist wohl in Ordnung. Dagegen hat die Mischungsstabilität an der Oberfläche versagt. Denkbar sind auch Probleme mit den angelieferten Baustoffen. Auch beim Bau der Zerbener Schleuse war Luftporenbeton verwendet worden – ohne Probleme. Dort wurde der freigegebene Neubau als „ein weiterer Meilenstein für die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ gefeiert.In Wusterwitz wird vielleicht Anfang 2019 mit einem Ergebnis gerechnet, wie es auf der Baustelle weitergeht. Möglicherweise muss ein Teil der Schleuse neu betoniert werden.

So lange muss die 1930 in Betrieb genommene Nordkammer weiter ihren Dienst verrichten. Die alte Schleuse gestattet aber nicht die Abladetiefe von 2,80 Meter wie sie durchgängig auf der Ost-West-Route erreicht werden soll. Großmotorgüterschiffe können die neuen Möglichkeiten der Wasserstraße nicht vollständig ausnutzen. Zumal noch nicht alle Flussbereiche und der Sacrow-Paretzer-Kanal auf eine Tiefe von vier Meter ausgebaggert sind.

Die Wusterwitzer Schleuse aus der Luft: Die Nordkammer wurde 1930 in Betrieb genommen. Wann die neue Südkammer freigegeben werden kann, ist immer noch ungewiss. Quelle: Dirk Fröhlich

Immerhin kündigte WNA-Chef Knuth für dieses Jahr den Ausbau des letzten Kanalabschnittes zwischen der Schleuse Wusterwitz und dem Wendsee an. Weil das Nordufer des kurzen Kanalstücks zu einem Naturschutzgebiet gehört, wird dort das Ufer nur gesichert. Dagegen wird das Südufer neu hergestellt und der Kanalabschnitt wie vorgesehen vertieft. Inzwischen sind alle Brücken zwischen Elbe und Havel erneuert und auf die für den zweilagigen Containerverkehr ausgerichtete Brückenhöhe von 5,25 Meter gebracht worden.

Es gibt noch eine Ausnahme, bei der es sich um eine alte Eisenbahnbrücke bei Güsen unterhalb der Zerbener Schleuse handelt. Jetzt wurde der Neubau beschlossen, weil die Brücke das Betonschwellenwerk Güsen mit dem Netz der Deutschen Bahn verbindet und für den Abtransport der Schwellen per Schiene unterlässlich ist.

Von Frank Bürstenbinder

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