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Brandenburg/Havel Nicht für jede Kita gibt’s einen Blitzer
Lokales Brandenburg/Havel Nicht für jede Kita gibt’s einen Blitzer
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11:20 30.01.2016
Die „Plauer Spatzen“ müssen sich an der Koenigsmarckstraße besonders vorsehen. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Das Beispiel Verkehr rings um die Kita „Plauer Spatzen“ eignet sich gut, um die Zwänge verschiedener Behörden zu illustrieren: Es geht zuerst um die Sicherheit der Kinder, es geht aber auch darum, in der Stadt noch einigermaßen einen Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten.

Mit dem Umzug der Einrichtung des Wir-Vereins hat Vorstandschef Hartmut Schultz einen Antrag gestellt, dass am neuen Standort Koenigsmarckstraße analog zur alten Adresse Chausseestraße eine Tempo-30-Zone eingerichtet und ein stationärer Blitzer aufgestellt wird.

Die SPD-Fraktion griff diese Idee auf und stellte einen Beschlussantrag. Bevor allerdings vollendete Tatsachen geschaffen wurden, erbat sich die Verwaltung Zeit zum Prüfen. Sie stellte eigene Verkehrszählungen an (siehe Infokasten) und kam zu ganz anderen Ergebnissen als die Antragsteller. Diese hatten behauptet, die Koenigsmarckstraße als Verbindung von Plaue und Kirchmöser werde täglich von 16 000 Fahrzeugen passiert – tatsächlich waren es weit weniger als die Hälfte. In knapp zwei Jahren gab es zudem lediglich vier Unfälle mit leichtem Sachschaden, bei zwei Unfällen gab es jeweils Leichtverletzte. „Die Errichtung einer stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlage soll immer an konkrete ortstypische Gefahrenlagen anknüpfen“, schreibt Ordnungsbeigeordneter Michael Brandt (CDU) auf eine neuerliche Anfrage der SPD hin. Die Anlagen seien teuer, zudem seien sie nicht an jeder Stelle technisch möglich oder sinnvoll. Das letzte Wort habe aber die örtliche Verkehrsunfallkommission, in der Vertreter von Polizei, Verkehrsbehörde, Baubehörde und Verkehrsbetrieben sitzen.

Zudem liege die Kita nicht direkt an der Straße, sondern zurückgesetzt, auch der Parkplatz beginne erst hinter der Mauer.

Es seien auch nicht die Standorte vergleichbar. Bis zum Neubau der B 1 in Plaue sei die Chausseestraße noch Bundesstraße gewesen, mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen als heute in der Koenigsmarckstraße. Erst mit der neuen Trasse habe die Chausseestraße ihre Verkehrsbedeutung verloren, deshalb wurde sie zur Tempo-30-Zone, aber nicht wegen der Kita.

Mittlerweile haben Vereinsvorstand, Privatleute und Verkehrsbehörde gemeinsam dafür gesorgt, dass es an der Ausfahrt des Wir-Geländes einen Verkehrsspiegel gibt, mit dessen Hilfe die Verkehrslage auf der Koenigsmarckstraße zu erfassen ist.

46 Stundenkilometer im Schnitt

Die Koenigsmarckstraße wird täglich von durchschnittlich von 6369 Fahrzeugen passiert, der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt bei 7,36 Prozent.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrzeuge liegt bei 46 Stundenkilometern, erlaubt ist Tempo 50.

Lediglich 1,17 Prozent der Motorrad- und Autofahrer fuhr mit mehr als 20 Stundenkilometern zuviel in den Bereich von Bußgeld und Flensburg-Punkten.

Die Polizei bestätigte die geringe Zahl der Verkehrsverstöße basierend auf ihren Messungen.

Die höchste Verkehrsbelastung am Tag liegt zwischen 13 und 18 Uhr.

Die verkehrsreichsten Tage sind Montage und Dienstage.

Das Thema Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer werde in der Stadt insgesamt sehr wohl als wichtig angesehen bescheidet Brandt auf eine weitere SPD-Anfrage. Von 22 Schulen – darunter zwölf Grundschulen – liegen zwölf in geschwindigkeitsreduzierten Zonen. Lediglich die Grundschule Krugpark und das OSZ „Alfred Flakowski“ grenzen an Tempo-50-Straßen. Von den 33 Kitas liegen auch nur vier an solchen Fahrbahnen. Neben den „Plauer Spatzen“ sind das die Kitas „Sonnenhof“ Am Elisabethhof, „Klecks“ in der Friedrich-Engels-Straße sowie „Windrad“ in Wilhelmsdorf. Von 18 Einrichtungen zum Betreuen und Pflegen von Senioren sind fünf an Tempo-50-Straßen gelegen – in der Jakobstraße, Wilhelmsdorfer- und Magdeburger Straße sowie in Wilhelmsdorf.

Von André Wirsing

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