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Nicht immer streut der Gärtner das Gift

Brandenburg an der Havel Nicht immer streut der Gärtner das Gift

Der Polizeibeamte Jean Wiersch, Jahrgang 1963, arbeitet in der Polizeidirektion West in Brandenburg an der Havel. In seiner Freizeit schreibt er. Weit über die Grenzen der Stadt hinaus sind seine Brandenburg-Krimis bekannt. Nun ist der sechste Band erschienen: „Havelgift“.

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Jean Wiersch liest aus einem seiner Krimis vor.

Quelle: Foto: promo

Brandenburg/H. Er hat es wieder getan. Er hat wieder geschrieben. Nun liegt das „Havelgift“ im Buchregal und geht weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Ganz gefährlicher Stoff!

Jean Wiersch, Jahrgang 1963, ist der Star der kleinen Krimi-Autoren-Szene, die es in der Region gibt. Das was im Taunus Nele Neuhaus oder an der Ostseeküste Eric Berg ist, das ist Jean Wiersch für Brandenburg an der Havel. Dank seiner Krimis kennen deutlich mehr Menschen die Region ob seiner spannenden Bett- oder Urlaubslektüre. Sechs Romane hat der Autor mittlerweile geschrieben und sich damit einen Namen in der Krimiszene gemacht.

Geschichten spielen in der Region

Die Romane von Jean Wiersch spielen in und um Brandenburg an der Havel und garantieren dank ihrer spannenden Fälle und einer gehörigen Portion Lokalkolorit Unterhaltung und einen hohen Wiedererkennungswert. Seit 2007 schreibt Wiersch unterhaltsam und authentisch - was auch daran liegt, dass er selbst Polizist ist.

Geboren in der Havelstadt, wuchs er in Wenzlow auf. Zu DDR-Zeiten diente er bei der Marine, 1994 wurde er Polizist und leitete unter anderem die Wache in Rathenow. Heute arbeitet er in der Polizeidirektion West. Sein Faible fürs Schreiben entdeckte er nebenher und veröffentlichte mit „Havelwasser“ 2007 seinen ersten Roman. „Es macht mir immer noch einen Riesenspaß“, sagt Wiersch im Gespräch mit der MAZ. Vom Schreiben leben, könne er nicht. Doch es ist ein „schönes, bezahltes Hobby.“ Wobei der Stundenlohn nicht über einem Euro liege. Auch wenn der Fall, um den es jetzt im „Havelgift“ geht, nicht authentisch ist: Die Orte, an denen das Verbrechen geschieht, sind es schon. „Wirklich anschaulich kann man doch nur über Orte schreiben, die man kennt.“ Und da er Brandenburg gut kenne und seine Heimat liebe, spielen die Krimis eben in Brandenburg an der Havel.

Geheime Auflagen

Wie groß die Auflage der insgesamt sechs Krimis ist, darüber hüllen sich Verlag und Autor in Schweigen. Einige zehntausend dürften es aber nach zehn Jahren bereits sein.

Am erfolgreichsten sei sein Erstling gelaufen. Wann immer er ein neues Buch auf den Markt bringe, würden auch dort die Verkaufszahlen wieder ansteigen. Wird das Konzept des Regionalkrimis auf Dauer funktionieren? Jean Wiersch zuckt mit den Schultern. Die Romanfigur Wallander ermittele auch stets vom schwedischen Ystad aus. Davon profitiere die mittelalterliche Stadt ohne das dies ein Ystad-Krimi sei. In Deutschland habe sich der Trend durchgesetzt, die Krimis zu regionalisieren. Doch wenn die Handlung nichts tauge, rette auch die schönste Stadt das Buch nicht.

Positive Resonanz beim Publikum

Die Gefahr, dass das Buch beim Publikum durchfällt, besteht nicht. Die ersten Reaktionen sind positiv, sagt Wiersch. Noch immer versuchen seine Leser in den Büchern Personen zu entdecken, die sie kennen. Aber die gäbe es eigentlich nicht. Aber natürlich würden die Charaktere Wesenszüge von Menschen tragen, die ihm bekannt sind. Die müssten aber nicht aus Brandenburg stammen.

Die Handlung von „Havelgift“ klingt vielversprechend: Wierschs Ermittler Jo Barrus ist im Ruhestand, ein wenig vorzeitig und auf eigenen Wunsch. Um seine nicht gerade üppigen Bezüge aufzubessern, betreibt er ein kleines Detektivbüro. Aber wer braucht in Brandenburg schon einen Privatdetektiv? Zum Beispiel eine Ärztin, die Barrus schon seit der Schulzeit kennt. Er soll ihren jugendlichen Liebhaber suchen.

Ärzte ohne Skrupel

Der Auftrag, der ihm ein fettes Honorar bringen soll, ist allerdings schnell erledigt, denn der junge Mann findet sich schneller, als Barrus lieb sein kann. Drei Obdachlose entdecken die Leiche des jungen Mannes in den Ruinen des Pauliklosters. Der Rechtsmediziner Bremer stellt fest, dass ein sehr seltenes Gift seinen Tod verursacht hat.

Der Kriminalist in Barrus ist geweckt. Er geht dem Fall nach. Zusammen mit seiner Nichte Berit und der „Sonntagsrunde“, der einige illustre Persönlichkeiten angehören. Es gelingt ihnen, einen Medikamentenskandal aus der Zeit vor der Wende aufzudecken. Die darin verwickelten Mediziner sind heute angesehene Ärzte mit gutem Leumund – und ohne geringste Skrupel.

Von Benno Rougk

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