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Brandenburg/Havel Ideen für den Packhof: Mehr als die Alternative von Ja und Nein
Lokales Brandenburg/Havel Ideen für den Packhof: Mehr als die Alternative von Ja und Nein
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21:41 07.03.2018
Das österreichische Planungsbüro Nonconform nutzt neue Formen der Bürgerwerkstatt. Quelle: Büro Nonconform
Brandenburg/H

Neuanfang sieht anders aus – das finden die Bündnisgrünen beim Thema Packhof. Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) will erst „drei oder vier Planungsvarianten auf der Grundlage des vorhandenen Strukturkonzeptes erarbeiten“, diese dann den Fraktionschefs sowie dem Stadtentwicklungsausschuss vorstellen. Erst danach soll es einen breit angelegten Diskussionsprozess geben und vielleicht einen Ideenwettbewerb von verschiedenen Planungsbüros.

Doch das gleiche zu sehr der bisher praktizierten Herangehensweise, sagt Grünen-Kreissprecherin Anette Lang. „Die Ideenfindung zum Packhof muss vollkommen neu gestartet werden, sind sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung von Bündnis 90/ Die Grünen und die Grüne Jugend einig.“ Alle zusammen haben jüngst ein Klausur zum Thema Packhof gebrütet und sich eine gemeinsame Position erarbeitet.

Beim Thema Beteiligungsverfahren an Entwicklungsflächen wie dem Packhof scheiden sich die Geister: Die einen wollen fertige Varianten vorsetzen, aus denen nur noch auszuwählen ist. Andere wie die Grünen wollen einen Diskussionsprozess, der beim Punkt Null anfängt und alle Phasen der Planung einschließt.

Nach Abschluss der Bundesgartenschau und der endlosen Verzögerung beim Zurückgeben des Areals wurde sei die große Freifläche von den Bürgern der Stadt geradezu zurückerobert worden und ist seitdem über alle Generationen hinweg sehr gut angenommen. Das lebhafte Treiben und die sehr erfolgreichen Veranstaltungen auf dem Packhof im letzten Jahr müssten bei den Überlegungen als neuer Aspekt berücksichtigt werden.

„Ein großer Teil der vorhandenen Grünfläche sollen nach unserer Meinung daher als Familienpark erhalten und weiterentwickelt werden. Ein Wasserspielplatz für kleinere Kinder, eine Jugendhütte und Ausleihmöglichkeiten für Spielgeräte könnten beispielsweise das vorhandene Angebot im Uferbereich noch verbessern. Der Betongarten hingegen muss rückgebaut werden, da er den Ort nicht schmückt sondern nur zu Vandalismus einlädt“, sagt Anette Lang. Im nördlichen Bereich des Areals an der Näthewinde könnten die bereits vorhandenen Beete um einen Bürgergarten erweitert werden. Per Hochbeet pflegeleicht nach dem Prinzip der Permakultur angelegt könnte hier das so genannte „Urban Gardening“ ausprobiert werden. Permakulturen beschreiben nachhaltige Naturkreisläufe, Urbaner Gartenbau auf kleinsten Innenstadtflächen ist ebenfalls ein relativ neuer Trend.

Der südliche Teil des Packhofes sollte per Lückenschluss in der Eichamt- und Packhofstraße und Vervollständigung der historisch entstandenen Blockbereiche die Wohnnutzung sinnvoll abrunden und eine attraktive Stadtsilhouette zum Wasser hin erzeugen.

„Um den Wohnraumbedarf in der Innenstadt insbesondere für Familien mit hochwertigem wie auch sozialverträglichen Mieten zu decken, ist hier für eine Durchmischung möglicher Wohnangebote und -formen zu sorgen. So könnte dieser zentrale Stadtbereich nachhaltig aufgewertet werden und ein Gewinn für alle sein.“ Das seien die Ideen der Bündnisgrünen zum Packhof, welche sie gerne mit allen Beteiligten und Interessierten diskutieren wollen. „Der Prozess der Einwohnerbeteiligung muss dabei ganz am Anfang stehen und Grundlage der Entwicklung neuer Planungsziele sein. Der bisher bevorzugte Weg der Verwaltung nach dem Motto, wir legen euch etwas vor und ihr dürft Ja oder Nein sagen, hat ausgedient“, sagt Anette Lang unter Hinweis auf das deutliche Ergebnis der Einwohnerbefragung im vorigen Herbst.

Entsprechend werde sich der Kreisverband in die weitere Diskussion um die Zukunft des Gebietes einbringen. Im Frühling wollen die Mitglieder eine Umfrage unter den Nutzerinnen des Packhofparkes starten.

Zudem regen sie neue Formen der Bürgerbefragung an, wie sie beispielsweise das österreichische Planungsbüro Nonconform anbietet, das auch eine Dependance in Berlin unterhält. Möglich seine beispielsweise Ideenwerkstätten mit temporären Drei-Tages-Büros direkt auf der zu entwickelnden Fläche statt im Rathaus. Zum Thema Beteiligen von Bürgern an kommunalen Planungsprozessen hat das Büro zwischenzeitlich eine eigene Akademie gegründet.

Von André Wirsing

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