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Nicolaischule soll Flüchtlingsunterkunft werden

Hitzige Diskussionen im Netz Nicolaischule soll Flüchtlingsunterkunft werden

Große Aufregung rund um die Nicolaischule in Brandenburg an der Havel: Wie die MAZ erfuhr, sollen Teile der Einrichtung kurzfristig als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Das scheint der Schulleitung gar nicht zu gefallen: In einem Brandbrief informiert Oberschuldirektorin Marina Eckhardt die Eltern über die Pläne der Stadt. Die machen bei Facebook mobil.

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Rektorin Marina Eckhardt (Bildmitte rechts) sorgt sich in einem Brandbrief um ihre Schüler.

Quelle: J. Steiner

Brandenburg an der Havel. Helle Aufregung herrscht derzeit in der Nicolaischule. Wie jüngst bekannt wurde, plant die Stadt Brandenburg, in Teilen der Einrichtung kurzfristig eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Das stößt auf großen Widerstand: Lehrerschaft und Eltern wollen die beabsichtigte Einrichtung nahe ihrer Schule nicht einfach hinnehmen.

In einem Schreiben, das der MAZ vorliegt, schildert Oberschuldirektorin Marina Eckhardt den Eltern ihrer Schüler die letzten Tage so: „Die Kommune hat mich am Donnerstag, 08.10.2015, in Kenntnis gesetzt, dass unser altes Schulgebäude vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft eingesetzt werden wird.“ Demnach sollen die Flüchtlinge in dem nicht sanierten Teil der Einrichtung untergebracht werden. Die Bauarbeiten an der weiterführenden Schule, die unter anderem eine neue Turnhalle und ansprechende Außenanlagen erhält, sollen im November beendet werden. Insgesamt werden an und in der Nicolaischule vier Millionen Euro verbaut.

Heiße Diskussionen bei Facebook

Eckhardt und wohl auch Teile der Elternvertretung sehen mit Blick auf die Ansiedlung von Flüchtlingen Probleme auf sich zukommen. So heißt es in dem Brief: „Besonders problematisch ist aus unserer Sicht die Situation, dass durch die laufenden Baumaßnahmen mindestens bis Ende November der Zugang zu unserem Schulgelände ausschließlich über den Nicolaipark unmittelbar vom Nicolaiplatz aus möglich sein wird. Des weiteren müssen wir bis Ende Dezember die alte Turnhalle nutzen, da unsere neue Halle erst zu diesem Zeitpunkt fertig sein wird.“ In sozialen Netzwerken wie Facebook wird seit Montag ausgiebig und leidenschaftlich zu dem Thema diskutiert. Viele Eltern wollen scheinbar nicht, dass ihre Kinder direkt neben einer Flüchtlingsunterkunft die Schule besuchen. Nicht wenige äußern sich dort unterirdisch bis nahezu rassistisch. Viele haben offensichtlich Angst, dass ihre Kinder nicht mehr sicher zur Schule und später nach Hause kommen. Auch Eckhardt wirft in ihrem Brief die Frage auf, wie die Zuwegung zur Schule „gesichert“ werden soll. Offenbar fordert sie von der Stadt Security, die das Schulgelände absichern soll.

Brief ist Vorlage für Asylgegner

Zur Entspannung trägt die Rektorin mit ihrem Brief zumindest nicht bei. Wirklich brisant wird dieser im zweiten Teil, in dem Eckhardt die Frage nach der „größtmöglichen Sicherheit“ für ihre Schüler aufwirft, sollten nahe der Schule Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht werden. Vor allem der letzte Absatz, in dem Eckhardt davon schreibt, „trotz allem Verständnis (sic!) für die Flüchtlinge Schaden abzuwenden“, ist in Facebook-Diskussionen für viele Asylgegner eine wunderbare Vorlage.

Sie beendet ihren Brief an die Eltern mit dem Satz: „Wir haben so viele Jahre hart dafür gearbeitet, dass sich die Bedingungen für uns zum Guten wenden und hatten nur noch ein kleines Stück des Weges zu schaffen mit der Fertigstellung der Baustelle.“ Nun stehe jedoch eine neue Herausforderung vor der Tür, seufzt die Schulleiterin. Bei einer für Mittwoch anberaumten außerordentlichen Elternversammlung wollen die Schulvertreter das weitere Vorgehen beraten.

Die Pläne der Verwaltung, wann die Unterkunft eingerichtet wird, wie viele Menschen dort einziehen sollen und wie lange die Unterkunft benötigt wird, waren am Dienstag nicht bekannt.

Von Philip Rißling

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