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Noch in drei Jahren gibt es Geistersiedlungen

Brandenburg an der Havel hat die meisten leer stehenden Wohnungen Noch in drei Jahren gibt es Geistersiedlungen

Die Stadt Brandenburg an der Havel trägt einen weiteren Negativ-Rekord mit sich herum: Sie ist absolutes Schlusslicht beim Stadtumbau, zumindest beim Abriss überflüssiger und ungenutzter Wohnungen. Zu Jahresbeginn standen hier 5.329 Wohnungen leer. Das ist landesweit einsame Spitze.

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Zu wenig Abrisstempo in den Problemgebieten gibt es in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Jast

Brandenburg an der Havel. Zum Vergleich die Zahlen in den gleichsam von Wegzug und Deindustrialisierung gebeutelten kreisfreien Städten: In Frankfurt (Oder) stehen etwa 3160 Wohnungen leer, in Cottbus sind es 2811. In den havelländischen Städten Rathenow und Premnitz stehen 1099 beziehungsweise 533 Quartiere ungenutzt herum. Die Zahlen stammen aus dem so genannten Stadtumbau Monitoring, im Infrastrukturministerium laufen alle Informationen zusammen, um Abrisswillen, Förderbedarf und Planungen zu dokumentieren.
Die schlichte Statistik mit den erschreckenden Zahlen ist auch Grund genug für die SPD-Fraktion, eine detaillierte Anfrage an die Verwaltungsspitze zu richten, wie denn künftig mit dem Leerstand umgegangen werden soll.

„Bei allen unbestreitbaren Erfolgen beim Entwickeln der Innenstadt, gehört auch ein schöneres Umfeld in den Problemgebieten Hohenstücken und Nord zu einer lebenswerten Stadt. Schauen wir nur auf die so genannten Leuchttürme und Vorzeigebauten, ist der Blick dafür allerdings versperrt“, kritisiert SPD-Fraktionsvize Norbert Langerwisch. In der Tat hat die Kommune vor zehn Jahren den Start der landesweiten Abrissinitiative verschlafen, erst 2006 mit dem Rückbauen überflüssiger Plattenbauten begonnen. Bis Anfang 2011 verschwanden dann etwas mehr als 3000 Wohnungen, zwei Drittel davon im Stadtteil Hohenstücken. Die Hauptlast trugen dabei die Wohnungsbaugenossenschaft WBG und die städtische Wobra. Dann folgte wieder eine längere Pause, damit sich die Unternehmen finanziell erholen konnten. Erst seit diesem Jahr wurden wieder einzelne Blocks herausgenommen, aber nur wenige.

Bis zum Jahr 2016 sind den Unternehmen der Stadt laut Ministerium weitere 643 Abrisse genehmigt worden, 70 Euro Fördermittel gibt es für jeden vernichteten Quadratmeter Wohnraum. Ab der neuen Förderperiode – die zeitversetzt 2014 beginnt – gibt es noch gar keine Anträge aus der Stadt in Potsdam. Wiederum eine Vergleichszahl: Frankfurt (Oder) wird bis 2016 insgesamt 916 Wohnungen abreißen lassen, dann bleiben noch 2243 übrig. Das ist weniger als die Hälfte als in der Havelstadt: Hier sollen auch in drei Jahren noch 4686 leere Wohnungen vor sich hinkümmern und manche Gebiete zu kleinen Geisterstädten machen.

Von André Wirsing

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