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Nötigung: Gericht spricht drei Männer schuldig

Urteil des Landgerichts Nötigung: Gericht spricht drei Männer schuldig

Das Landgericht Potsdam hat drei Männer aus Brandenburg an der Havel wegen versuchter Nötigung eines Netzener Gewerbetreibenden zu einer Geldstrafe von je 100 Tagessätzen verurteilt. Damit hob das Landgericht einen Freispruch des Amtsgerichtes vor knapp einem Jahr auf.

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Quelle: Bernd Gartenschläger

Netzen. Das Landgericht Potsdam hat drei Männer aus Brandenburg wegen versuchter Nötigung eines Netzener Gewerbetreibenden zu einer Geldstrafe von je 100 Tagessätzen verurteilt. Damit hob das Landgericht einen Freispruch des Amtsgerichtes vor knapp einem Jahr auf.

Steven Z., Sven T. und Christopher R., allesamt ohne Arbeit, haben nach Überzeugung der 7. Kleinen Strafkammer einem Werkstattbesitzer gedroht, „ihm die Bude anzustecken“, sollte er ihnen nicht 4500 Euro zahlen. Am ersten Verhandlungstag sagte der Werkstattbesitzer vor Gericht aus. Darin sagte er trotz intensiver Fragen der Richterin Ulrike Phieler-Morbach, er könne sich an eine Bedrohung nicht mehr erinnern. Immer wieder wiederholte das der Automonteur. „Diese Aussage war von Angst diktiert“, entgegnete Phieler-Morbach. Der Mann war offenbar derart eingeschüchtert von den drei Männern, die Verbindungen zur Rockerszene haben, dass er von seiner vor der Polizei getätigten Anzeige wegen versuchter Erpressung nichts mehr wissen wollte.

Dass das Gericht diesen angeblichen Erinnerungslücken misstraute, liegt an der sehr glaubhaften Aussage des Polizeibeamten, der damals im Juli 2014 die Anzeige des Netzeners aufnahm. Dieser sah es als erwiesen an, dass sich der Monteur tatsächlich massiv bedroht sah.

Der Fall drehte sich um das missglückte Tuning eines VW Golfs, in den der arbeitslose und ungelernte Eigentümer Steven Z. mit dem Geld seiner Großmutter rund 20.000 Euro investiert hat. Zwei leistungsstarke Motoren baute der Monteur nacheinander ein. Beide erlitten Totalschaden.

Umstritten ist, aus welchem Grund. Angesichts des offensichtlich missglückten Werkvertrages sah sich Steven Z. veranlasst, den Monteur unter Druck zu setzen. Dass er und seine Mittäter nicht wegen versuchter Erpressung verurteilt wurden, liegt nur an einem Umstand: Das Gericht konnte laut Richterin Phieler-Morbach nicht ausschließen, dass sich Steven Z. tatsächlich berechtigt sah, die Forderung nach 4500 Euro stellen zu dürfen und ihm damit subjektiv ein Irrtum unterlaufen ist. Die 100 Tagessätze liegen bei je 10 Euro.

Von Marion von Imhoff

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