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Notunterkunft: 70 Plätze am Beetzsee

Flüchtlingsunterbringung bis März 2016 Notunterkunft: 70 Plätze am Beetzsee

In Brandenburg an der Havel wird in Kürze eine dritte Notunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber bereitgestellt. In einem Gebäude an der Regattastrecke sollen bis März 2016 bis zu 70 Menschen Platz finden. Die Anwohner äußern Bedenken zu den Plänen der Stadt.

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Wolfgang Erlebach informiert Anwohner aus dem Stadtteil Nord über die Flüchtlingsunterkunft an der Brandenburger Regattastrecke.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Bis zu 70 Flüchtlinge und Asylbewerber sollen demnächst ihr Quartier im Obergeschoss des Sattelgebäudes an der Regattastrecke beziehen. Darüber informierte Wolfgang Erlebach (Linke), der Sozialbeigeordnete Brandenburgs, etwa 50 Einwohner aus dem Stadtteil Nord bei einer öffentlichen Veranstaltung am Montag. Wann genau die ersten Bewohner einziehen werden, konnte er noch nicht sagen. Für diese und die nächste Woche seien erstmal keine Ankünfte angekündigt, dies könne sich jedoch kurzfristig ändern.

Das Gebäude am Sattelplatz wurde indes bereits an den Träger übergeben. Große Umbauarbeiten sind nicht erforderlich gewesen, da Betten und Sanitäreinrichtungen bereits vorhanden waren. Die Unterbringung ist nur temporär geplant und soll spätestens im März 2016 enden. Sportliche Wettkämpfe auf der Beetzseestrecke sowie die Vorbereitungen zur Ruder-Europameisterschaft werden nicht beeinträchtigt.

Anwohner sorgen sich um Sicherheit

Der Großteil der anwesenden Bürger äußerte derweil Bedenken, Flüchtlinge in der eher dünn besiedelten Eigenheim-Siedlung aufzunehmen. „Wir als Anwohner sind unzufrieden“, sagte etwa ein Mann, der sich um die Sicherheit seiner Familie und seines Eigentums sorge. Weitere Wortmeldungen ließen erkennen, dass viele eine erhöhte Kriminalität und Gewaltbereitschaft bei den Asylsuchenden vermuten.

So fragte ein Kind: „Müssen wir jetzt Angst haben, dass wir auf dem Spielplatz weggeschubst werden?“ Drastischer formulierten es einige der Erwachsenen. „Wenn die erstmal da sind, kann man nachts keine Frau mehr allein über die Brücke kommen lassen“ oder „Wenn die wieder gehen, können wir das Gebäude wegschmeißen. Das ist dann Schrott.“

Hohenstücken und Kirchmöser als positive Beispiele

Wolfgang Erlebach versuchte den Anwohnern ihre Ängste zu nehmen. Die Stadt habe ein Sicherheitskonzept erstellt, damit Konflikte vermieden werden können. Außerdem seien vor Ort rund um die Uhr erfahrene Sozialarbeiter im Einsatz und auch die Polizei werde Präsenz zeigen. Statt den Flüchtlingen mit Frust und Vorurteilen zu begegnen, sollten die Einwohner lieber offen auf sie zu gehen, rät Erlebach. „Wo Aufgeschlossenheit herrscht, gelingt die Integration besser“, sagt er.

Als positive Beispiele führte der Sozialbeigeordnete die Flüchtlingsunterkünfte in Kirchmöser sowie in der Sophienstraße in Hohenstücken an. Dort würden sich ehrenamtliche Bürger engagieren, um den Flüchtlingen das Leben im fremden Land zu erleichtern. Ob Sprachstunden, Brandenburger Heimatkunde oder Basteln mit Kindern – viele Angebote sind denkbar und eine willkommene Abwechslung im Alltag der Unterkünfte. An der Regattastrecke ist in erster Linie der Internationale Bund (IB) als Träger der Einrichtung für die Betreuung der Asylsuchenden verantwortlich. Der IB steht aber auch für Anwohner als Ansprechpartner zur Verfügung.

Von Norman Giese

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