Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Nur der Kranarm fehlt

Jugendliche restaurieren technisches Denkmal Nur der Kranarm fehlt

Eine Gruppe der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin hat an der Plauer Schleuse mit der Sicherung der historischen Mastlegeanlage begonnen. Mit deren Hilfe wurden die Masten der auf dem Plauer Kanal verkehrenden Segellastkähne im 18. und 19. Jahrhundert gelegt. Mit dem Aufschwung der Dampfschifffahrt ging die Bedeutung verloren. Heute ist es ein Denkmal.

Voriger Artikel
Investitionspläne dürfen raus aus der Schublade
Nächster Artikel
Anna Siottos Sargmöbel

Junge Leute legen Hand an am technischen Denkmal.

Quelle: ACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Eine historische Mastlegeanlage hatte Antonia Döß vorher noch nie gesehen. Kein Wunder, denn die an der Plauer Schleuse ist die letzte erhaltene im Land Brandenburg. „Vermutlich in ganz Deutschland“, sagt Anja Heinecke von der Denkmalschutzbehörde der Stadt unter Berufung auf Recherchen.

Nur der in die Höhe ragende Kranarm fehlt, mit dessen Hilfe die Masten der Segellastkähne im 18. und 19. Jahrhundert gelegt und retour wieder gesetzt wurden. Denn sonst wären die Kaffenkähne, mit denen Salz aus Magdeburg oder Torf und Ziegel aus der Gegend auf dem Wasserweg zum Aufbau der gründerzeitlichen Metropole nach Berlin transportiert wurden, nicht durch die Brücken gekommen. Zwischen Plauer Schleuse und Elbe wurde auf dem 1745 auf Geheiß Friedrich des Großen angelegten Plauer Kanals getreidelt, also die Schiffe mit Seilen durch Menschen oder Zugtiere vom Ufer aus gezogen. Mit dem Aufschwung der Dampfschifffahrt, deren Blüte um 1860 begann, wurden Segellastkähne nicht mehr gebracht und der Kranarm demontiert. Danach diente diese Anlage den Ausflugsgästen als Aussichtspunkt.

Keine Ruine mehr

Die 20-jährige Antonia gehört zu einer Gruppe der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin, die über ein Projekt versuchen, dieses technische Denkmal vor dem Verfall zu retten. Unter Anleitung von Teamer Ralf Kallweit arbeiten die jungen Leute, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, diese Woche noch bis heute am Alten Kanal mit Mörtel und Spachtel, um die Fugen im Mauerwerk der historischen Mastlegeanlage zu sichern. „Wir haben ganz schön was geschafft“, findet Antonia Döß, die im Oktober ein Studium zum Restaurator aufnehmen will. „Als wir anfingen, war alles zugewuchert und Steine und Pflanzen in jeder Fuge, erzählt sie. „Jetzt ist wieder ein Bauwerk zu sehen und keine Ruine.“

Im Herbst geht es nach Auskunft von Jugendbauhütte-Leiter Bernd Henning mit der Sicherung weiter. In einem zweiten Schritt sollen im nächsten Jahr Fehlstellen im Mauerwerk ausgebessert und Arbeiten an der Sandsteinabdeckung erfolgen. „Wir suchen noch alte Ziegel wie rote Rathenower “, sagt Henning. Die Originalziegel stammen laut Denkmalpflegerin Anja Heinecke noch aus der Zeit vor der Festlegung des Reichsformats 1870. Wann genau die Mastlegeanlage errichtet wurde, sei allerdings nicht bekannt. Auf Zeichnungen von 1867 und 1884 zur Entwicklung der zweiten Plauer Schleuse sei sie auf jeden Fall vermerkt gewesen.

„Das Modell eines Kranarmes zu bauen“, beschreibt Bernd Henning als Version für 2017. Andere Jugendliche waren diese Woche im Slawendorf und auf dem Neustädtischen Friedhof im Einsatz, sagt er. „Denn wir haben in der Stadt Brandenburg unser Abschlusssemester durchgeführt.“

Jugendbauhütten wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit ins Leben gerufen und werden aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Von Claudia Nack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg