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Brandenburg/Havel Nur der Kranarm fehlt
Lokales Brandenburg/Havel Nur der Kranarm fehlt
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02:17 26.07.2015
Junge Leute legen Hand an am technischen Denkmal. Quelle: ACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

Eine historische Mastlegeanlage hatte Antonia Döß vorher noch nie gesehen. Kein Wunder, denn die an der Plauer Schleuse ist die letzte erhaltene im Land Brandenburg. „Vermutlich in ganz Deutschland“, sagt Anja Heinecke von der Denkmalschutzbehörde der Stadt unter Berufung auf Recherchen.

Nur der in die Höhe ragende Kranarm fehlt, mit dessen Hilfe die Masten der Segellastkähne im 18. und 19. Jahrhundert gelegt und retour wieder gesetzt wurden. Denn sonst wären die Kaffenkähne, mit denen Salz aus Magdeburg oder Torf und Ziegel aus der Gegend auf dem Wasserweg zum Aufbau der gründerzeitlichen Metropole nach Berlin transportiert wurden, nicht durch die Brücken gekommen. Zwischen Plauer Schleuse und Elbe wurde auf dem 1745 auf Geheiß Friedrich des Großen angelegten Plauer Kanals getreidelt, also die Schiffe mit Seilen durch Menschen oder Zugtiere vom Ufer aus gezogen. Mit dem Aufschwung der Dampfschifffahrt, deren Blüte um 1860 begann, wurden Segellastkähne nicht mehr gebracht und der Kranarm demontiert. Danach diente diese Anlage den Ausflugsgästen als Aussichtspunkt.

Keine Ruine mehr

Die 20-jährige Antonia gehört zu einer Gruppe der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin, die über ein Projekt versuchen, dieses technische Denkmal vor dem Verfall zu retten. Unter Anleitung von Teamer Ralf Kallweit arbeiten die jungen Leute, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, diese Woche noch bis heute am Alten Kanal mit Mörtel und Spachtel, um die Fugen im Mauerwerk der historischen Mastlegeanlage zu sichern. „Wir haben ganz schön was geschafft“, findet Antonia Döß, die im Oktober ein Studium zum Restaurator aufnehmen will. „Als wir anfingen, war alles zugewuchert und Steine und Pflanzen in jeder Fuge, erzählt sie. „Jetzt ist wieder ein Bauwerk zu sehen und keine Ruine.“

Im Herbst geht es nach Auskunft von Jugendbauhütte-Leiter Bernd Henning mit der Sicherung weiter. In einem zweiten Schritt sollen im nächsten Jahr Fehlstellen im Mauerwerk ausgebessert und Arbeiten an der Sandsteinabdeckung erfolgen. „Wir suchen noch alte Ziegel wie rote Rathenower “, sagt Henning. Die Originalziegel stammen laut Denkmalpflegerin Anja Heinecke noch aus der Zeit vor der Festlegung des Reichsformats 1870. Wann genau die Mastlegeanlage errichtet wurde, sei allerdings nicht bekannt. Auf Zeichnungen von 1867 und 1884 zur Entwicklung der zweiten Plauer Schleuse sei sie auf jeden Fall vermerkt gewesen.

„Das Modell eines Kranarmes zu bauen“, beschreibt Bernd Henning als Version für 2017. Andere Jugendliche waren diese Woche im Slawendorf und auf dem Neustädtischen Friedhof im Einsatz, sagt er. „Denn wir haben in der Stadt Brandenburg unser Abschlusssemester durchgeführt.“

Jugendbauhütten wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit ins Leben gerufen und werden aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Von Claudia Nack

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