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Nur ein Bruder kann gefahren sein – aber welcher?

Brandenburg an der Havel Nur ein Bruder kann gefahren sein – aber welcher?

Ist Philipp G., der keinen Führerschein hat, das Opfer einer Verwechslung und gar nicht selbst gefahren, sondern sein ihm ähnlich sehender Bruder? In einem in mehrfacher Hinsicht kuriosen Fall vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel wurde der Angeklagte am Ende zu 1800 Euro Geldstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt.

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Wer ist das Auto gefahren? Philipp G. (links) hat keinen Führerschein, sein drei Jahre älterer Bruder Sebastian (30) dagegen schon.

Quelle: JL

Brandenburg/H. Ist Philipp G., der keinen Führerschein hat, das Opfer einer Verwechslung und gar nicht selbst gefahren, sondern sein ihm sehr ähnlich sehender Bruder? In einem in mehrfacher Hinsicht kuriosen Fall vor Gericht, wurde der Angeklagte am Ende zu 1800 Euro Geldstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt.

Die Geschichte beginnt am 12. April 2016, als der Brandenburger Philipp G. (27) wegen einer kleineren Sache vor Gericht steht. Nach der Verhandlung verlässt er das Gebäude des Amtsgerichts Brandenburg/H. in der Magdeburger Straße. Die Richterin, die ihn gerade verurteilt hat, beobachtet ihn durch das Fenster ihres Dienstzimmers, das auf den Parkplatz blickt.

Die Richterin ist erstaunt, als sie sieht oder zu sehen glaubt, wie Philipp G. sich ins Auto setzt und losfährt. Denn sie weiß, dass er keinen Führerschein besitzt. Prompt erstattet sie Anzeige gegen den Brandenburger wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Erneut auf der Anklagebank

Im aktuellen Verfahren sitzt Philipp G. daher erneut auf der Anklagebank vor einer anderen Richterin. Er bestreitet, dass er sich wie behauptet nach der Verhandlung ans Steuer gesetzt habe. Denn er habe schließlich keinen Führerschein. Gefahren sei am fraglichen Tag sein drei Jahre älterer Bruder Sebastian, der ihn gemeinsam mit seinem Vater verabredungsgemäß vom Gericht abgeholt habe.

Bruder Sebastian bestätigt als Zeuge die Angaben seines jüngeren Geschwisterteils. Auf die bohrenden Nachfragen der Richterin kann er allerdings nicht sicher antworten. Er erklärt fehlendes Detailwissen über Orte und Uhrzeiten zu jenem Tag mit dem zeitlichen Abstand von mehr als anderthalb Jahren und seinem generell schlechten Gedächtnis.

Eine Richterin ist krank

Die Beweisführung ist schwierig, weil die anderen beiden Zeugen nicht aussagen können. Die Richterin des früheren Prozesses ist krank, von ihr liegt eine schriftliche Darstellung vor. Der Vater der Brüder ist inzwischen verstorben.

Verteidigerin Verena Duchow hält ihren Mandanten für unschuldig. Sie weist auf die frappierende Ähnlichkeit der Brüder hin und auf die relativ große Distanz zwischen dem Fenster der Richterin und dem Auto auf dem Parkplatz. Philipp G. versichert in seinem Schlusswort: „Ich bin nicht gefahren.“ Doch das Amtsgericht Brandenburg glaubt ihm nicht, sondern vertraut dem Scharfblick der Richterin, die ihn angezeigt hatte. Der vorbestrafte Angeklagte wird zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Von Jürgen Lauterbach

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