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Nur wenige Pennäler speisen noch in der Schule

Brandenburg/Havel Nur wenige Pennäler speisen noch in der Schule

Ein für die Eltern und Schüler kostenfreies Programm zum täglichen Versorgen der Kinder mit Schulmilch und -obst würde die Stadt Brandenburg zwischen 677.000 und 786.000 Euro kosten. Das teilt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) auf Anfrage der SPD-Fraktion mit. Im Zuge dessen wurden auch die Zahlen der Schüler bekannt, die noch in der Schule essen – es sind wenige.

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Herstellung von Schulmilch in der Uckermarck.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Ein für die Eltern und Schüler kostenfreies Programm zum täglichen Versorgen der Kinder mit Schulmilch und -obst würde die Stadt zwischen 677 000 und 786 000 Euro kosten. Das teilt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) auf Anfrage der SPD-Fraktion mit.

Die Stadt müsste das Programm komplett selbst finanzieren, weil es weder vom Bund noch vom Land entsprechende Förderprogramme gibt und auch das EU-Schulobstprogramm nicht für Kommunen nutzbar ist. Zur Preisermittlung haben die städtischen Verantwortlichen bei der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern abgeschrieben, die ein solches Programm landesweit durchgerechnet hat. Demnach wurden für Portionsgrößen von 100 bis 150 Gramm Obst jeweils 30 bis 40 Cent veranschlagt.

Bei der Milch fallen je nach Geschmacksrichtung 30 bis 33 Cent an. Legt man einen Wert von 62 bis 72 Cent für jeden der 5654 Schüler zugrunde, kommt man – laut Scheller – auf Tageskosten von 3500 bis 4070 Euro. Multipliziert mit 193 Schultagen ergeben sich die eingangs genannten Werte. Dabei gebe es zudem noch schwer kalkulierbare Einflüsse, welche die Preise noch erhöhen könnten: Verteilwege, Obstvielfalt, Kosten fürs Ausgabepersonal und tatsächliche Nachfrage.

Scheller vermeidet direkte Antworten auf die SPD-Frage „Wie stehen Sie zur Einführung eines solchen Schulobst- und Schulmilchprogrammes, das allen Kindern eine kostenfreie Teilnahme ermöglicht?“ Der Bürgermeister lässt als Kämmerer lieber Zahlen sprechen.

Nicht einmal jeder dritte Primarschüler (Klassen 1-6) nutzt das kostenpflichtige, wenn auch subventionierte, Angebot der Mittagsversorgung: Im Jahr 2014 waren es 31,2 Prozent, das sind 862 Kinder. Im Vorjahr waren es nur noch 26,8 Prozent (781). Noch dramatischer – wenn auch stabil – sieht es bei den beiden Sekundarstufen aus: Knapp 11,2 Prozent der Schüler lassen sich Mittagessen vom Caterer geben.

Der Anbieter habe freundlicherweise die Nutzungszahlen für die im Essengeld enthaltene Schulmilch herausgesucht, verpflichtet wäre er dazu nicht, betont Scheller. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 56 961 Milchportionen ausgegeben. Heruntergerechnet liegt der Anteil der Milchtrinker unter den Grundschülern bei 9,14 und im Vorjahr bei 10,05 Prozent. Die Schüler in Sekundarstufen nutzen das Angebot fast gar nicht, die Teilnehmerzahlen lagen bei 1,73 beziehungsweise 1,97 Prozent. Dabei sei auch die Schulmilch ein subventioniertes Produkt, das zu festgelegten Preisen vertrieben werde.

Scheller gibt aufgrund der Zahlen keinerlei Handlungsempfehlungen an die Stadtverordneten, anhand der Fakten könne sich wohl jeder sein eigenes Bild machen.

Von André Wirsing

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