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Brandenburg/Havel OSZ Flakowski verdient aktuell die Note 6
Lokales Brandenburg/Havel OSZ Flakowski verdient aktuell die Note 6
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11:32 30.08.2018
In der gymnasialen Oberstufe des OSZ Alfred Flakowski fällt reihenweise Unterricht aus, der Abiturjahrgang fürchtet daher um seinen erfolgreichen Abschluss. Schüler haben eine Unterschriftenliste im Staatlichen Schulamt abgegeben und bitten darin um Abhilfe. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

Es läuft momentan gar nicht rund in der gymnasialen Oberstufe des OSZ Alfred Flakowski. Engagierte Lehrer versuchen zu retten, was kaum noch zu retten ist. Stundenpläne sind auf die Hälfte eines normalen Unterrichts eingedampft und werden andauernd geändert. „Mit dem Unterrichtsausfall ist der Lehrplan nicht zu schaffen“, fürchtet ein Abiturient.

Der Schulleiter entschuldigt sich inzwischen schriftlich bei den Eltern für ein Durcheinander, das etwa 150 Schüler betrifft, besonders die etwa 70 angehenden Abiturienten, die ihre Felle davon schwimmen sehen. Sie haben einen mit 150 Unterschriften versehenen Hilferuf im Staatlichen Schulamt übergeben.

Wer mit den Schülern der 11. bis 13. Jahrgangsstufe spricht, die das Abitur anstreben, hört erst einmal viel Positives über deren Oberstufenzentrum in der Caasmannstraße. Eigentlich seien sie mit dem OSZ Flakowski bisher sehr zufrieden gewesen – wegen des guten respektvollen Klimas, des strukturierten Unterrichtsangebotes und der vielen sehr guten Lehrer.

Alle Prüfungsfächer halbiert

Die Lehrer geben weiterhin Halt, sie versuchten auch jetzt in der aktuellen Not, mit Vertretungsstunden ein Mindestmaß an Unterricht aufrecht zu erhalten. „Aus Mitleid“, wissen die Schüler.

Doch Mitleid hilft nur halbwegs. Alle Schüler, mit denen die MAZ gesprochen hat, berichten von Schultagen, an denen sie komplett keinen Unterricht hatten. An anderen waren es zwei oder vier Stunden, manchmal mit vier Leerlauf-Stunden dazwischen.

Das OSZ-Mindestmaß liegt derzeit also bei Null bis vier Unterrichtsstunden. „Alle Prüfungsfächer sind halbiert“, schimpft ein 13.-Klässler, der im April gern sein Abitur bestehen möchte, nun aber schon um die Zulassung fürchtet.

Kaum noch Mathematik

„Mathematik findet kaum noch statt“, berichtet eine Abiturientin. Dabei sei Mathe für fast alle ein Abiturprüfungsfach. Denn es sei zwingend an das Fach Pädagogik gebunden, das etliche Schüler gewählt haben.

Wenn der Mathe-Unterricht einmal nicht ausfällt, kann es passieren, dass sich der Kurs zeitlich überschneidet mit anderen: Deutsch und Russisch zum Beispiel. Dann müssen die jungen Leute überlegen, wohin sie gehen. Die Lehrer raten in aller Regel zu Mathe.

Der Stundenplan für die Oberstufe zeichnet sich durch höchste Unverbindlichkeit aus. Mehr als einmal ist aus Schülermund der Satz zu hören: „Gefühlt ändert sich der Stundenplan alle fünf Minuten.“

Krankheitsbedingte Ausfälle

Einige Gymnasiasten fragen : „Warum hat der Schulleiter nicht einfach den Stundenplan des Vorjahres übernommen und warum hat er die Situation dem Schulamt verschwiegen?“

Manche 11.-Klässler überlegen inzwischen, ihre Gymnasialllaufbahn am OSZ angesichts der Ausfälle vorzeitig zu beenden und lieber eine Berufsausbildung zu beginnen.

Wie es zu der Ausfallmisere kommen konnte, ist für die Schüler kaum erklärlich, auch wenn sie wissen, dass der stellvertretende Schulleiter und der für die gymnasiale Oberstufe zuständige Abteilungsleiter lange Zeit krankheitsbedingt ausfallen.

Bitte um Entschuldigung

Dieser bedauerliche Umstand ist allerdings schon seit Monaten bekannt. Die MAZ fragt daher den Schulleiter Rainer Marxkors nach den Gründen. Doch der gibt keine Erklärung dafür, sondern verweist an das Staatliche Schulamt.

Gegenüber den Eltern der leidgeprüften Schüler ist der Direktor offener. In einem Schreiben entschuldigt er sich für die Stundenplan-Misere und begründet sie mit den Krankmeldungen der halben Schulleitung. Marxkors stellt in Aussicht, dass ab Mitte September alles besser wird.

Das sagt das Staatliche Schulamt

Das Staatliche Schulamt führt den Zustand am OSZ nicht auf Personalengpässe zurück. „Die personelle Absicherung des Unterrichts am beruflichen Gymnasium ist gegeben“, teilt Behördenleiterin Janina Kolkmann mit.

Der Grund für den bisher nicht erteilten Unterricht liegt ihren Angaben zufolge darin, dass es keinen Stundenplan gegeben habe, der die Anforderungen sowohl für die Schüler als auch für die Lehrkräfte angemessen erfüllt.

Von diesem Donnerstag soll ein angepasster Übergangsplan in Kraft treten, der die Absicherung des Unterrichts gewährleistet.

Das Schulamt habe die notwendigen Schritte veranlasst, dass die Schule „personelle Unterstützung von Schulleitungs-Mitgliedern anderer Schulen erhält, um einen Stundenplan zu erstellen, der die Anforderung erfüllt“.

Dieser Plan soll in der 37. Kalenderwoche umgesetzt werden. Die beginnt am 10. September.

Die Schulamtsleiterin widerspricht Vermutungen von Schülern und Lehrern, dass die Umsetzung der Gymnasiale-Oberstufe-Verordnung (GOSTV) ursächlich für die bestehenden Probleme am OSZ Flakowski ist.

Von Jürgen Lauterbach

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