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Brandenburg/Havel Steffen Scheller kommt ohne Putzfrau aus
Lokales Brandenburg/Havel Steffen Scheller kommt ohne Putzfrau aus
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16:35 22.02.2018
Steffen Scheller (CDU) möchte Oberbürgermeister werden. Quelle: J. Steiner
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Brandenburg/H

Auf der Zielgeraden der Oberbürgermeisterwahl in Brandenburg an der Havel am kommenden Sonntag haben wir den CDU-Kandidaten Steffen Scheller (48) um Antworten auf einem Fragebogen gebeten, der an das berühmte Merkbuch der Bekenntnisse des französischen Schriftstellers Marcel Proust angelehnt ist. Den Fragebogen mit den Antworten von Jan van Lessen (parteilos) war bereits erschienen. Beim MAZ-Talk am 15. Februar trafen die Beiden bereits persönlich aufeinander.

Was an Ihnen ist typisch Brandenburg, was typisch deutsch?

Steffen Scheller: Wir Brandenburger sind heimatverbundene Menschen mit großer Begeisterung für Natur und Wasser. Typisch deutsch ist auch an mir, dass wir bereit sind, uns für andere Menschen und im Ehrenamt zu engagieren. Außerdem fahre auch ich gern mit dem Auto und ich grille gern.

Welches Land reizt Sie mehr: die USA oder China?

Weder noch. Wir planen im Sommer eine Reise nach Island.

Wie lautet Ihr Lieblingswort?

Das sage oder schreibe ich oft meiner Frau: Ich bin auf dem HEIMWEG.

Als ehrenamtlicher Politiker angefangen

Warum sind Sie Politiker geworden bzw. wollen es werden?

Mich für die Stadt zu engagieren war anfangs ein Ehrenamt. Später wurde es Leidenschaft, Dinge im großen Rahmen für die Menschen verändern zu können.

Welche Jugendsünde haben Sie einst begangen?

Viel Ärger habe ich meinen Eltern meines Erachtens nicht gemacht, aber es gab auch mal kleinere Verfehlungen. Die behalte ich aber lieber für mich.

Wer oder was bereitet Ihnen Angst?

Die Erderwärmung und die gefühlte Zunahme von extremen Witterungslagen betrachte ich mit zunehmender Sorge.

Wen oder was ertragen Sie nur mit Humor?

Donald Trump

Rührung und Zufriedenheit bei der Nationalhymne

Was empfinden Sie, wenn Sie die deutsche Nationalhymne hören?

Rührung und Zufriedenheit. Es ist ein Privileg, in einem geeinten Deutschland leben zu können, das Teil eines starken Europas ist. Ich singe die Hymne gern mit.

Wohin zurück soll Sie die Zeitmaschine führen?

Zum 30.06.2017. An diesem Tag brach meine Mutter zusammen und wachte nicht wieder auf. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn sie schneller Hilfe gehabt hätte.

Sie erwachen aus einem 100-jährigen Schlaf. Wonach fragen Sie?

Um mich herum wäre sicher alles anders, daher, „wo bin ich?“

Aus welchem Grund könnten Sie Deutschland den Rücken kehren?

Da fällt mir kein Grund ein. Ich lebe gern hier.

Welches Buch empfehlen Sie und warum?

„Blackout“ von Marc Elsberg. Die Geschichte zeigt in erschreckender Weise wie anfällig unsere moderne Welt bei einem Ausfall von Netzen ist.

Was haben Sie noch nie gekauft?

Wir haben noch nie Geld für eine Hilfe beim Sauberhalten von Haus und Garten oder für einen Babysitter ausgegeben.

Nur ein Befriedigend im Singen

Wie viel mehr als jetzt würden Sie verdienen, wenn Sie Oberbürgermeister in Brandenburg/Havel würden?

Ich würde eine Besoldungsstufe höher erhalten. Den Unterschiedsbetrag habe ich bisher nicht nachgeschlagen, da ich nicht deswegen neuer Oberbürgermeister werden will.

Welche Schulnote würden Sie sich selbst im Singen geben?

Nicht mehr gut, sicher höchstens befriedigend.

Sie dürfen 50.000 Euro spenden - wer bekommt das Geld?

Verein Gesund in Brandenburg an der Havel e.V., Tierschutzverein Brandenburg und Umgebung e.V., Stadtsportbund Brandenburg an der Havel e.V.

Welche Eigenschaften oder Fähigkeiten besäßen Sie gern?

Ich würde gern ein Musikinstrument spielen können.

Günter Jauch als Telefonjoker

Welche drei Menschen hätten Sie gern als Telefon-Joker?

Meinen Schwiegervater, Barbara Schöneberger und Günther Jauch. (Die Telefonnummer meines Schwiegervaters habe ich, die Nummern von den beiden anderen hat sicher die MAZ.)

Was sollte Brandenburg/Havel haben, was die Stadt noch nicht hat?

Einen wiederbelebten Ratskeller. Leider hat sich dafür in den letzten Jahren noch niemand gefunden.

Was ist wichtiger in der Stadt in den nächsten Jahren: die Fahrbahnen zu verbessern oder die Radwege?

Beides müssen wir fortsetzen. 2018 und in den Folgejahren werden wir umfangreich die Straßen instandsetzen und neue Radwege bauen. Das Geld dafür haben wir im Haushalt bereitgestellt.

Klare Entscheidungen und Positionen

Können Sie stets eindeutige Antworten geben und klare Entscheidungen treffen?

Ich bin bereit zu entscheiden und Positionen zu beziehen. Das war bisher so und das wird so bleiben. Aber auch ich kann nicht sofort alles beantworten. Deshalb ist Zuhören und Andere in Entscheidungsprozesse mit einbeziehen eine genauso wichtige Eigenschaft.

Welchen Satz werden die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nach Ablauf der ersten Amtsperiode von Ihnen hören?

Das kann ich heute noch nicht genau sagen. Aber ich wünsche mir, dass die Brandenburgerinnen und Brandenburger stolz auf die Entwicklung ihrer Stadt sind. Außerdem sollen Sie sagen, dass die Stadt in guten Händen war.

Und welchen nicht?

Ich würde nicht sagen: „Das hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt.“ Ich weiß was auf mich zukommt und bin bereit für das Amt des Oberbürgermeisters.

Von Jürgen Lauterbach

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