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Ökonomisches Herz: Seelensdorf lebt vom Wald

Sägen bringt Segen Ökonomisches Herz: Seelensdorf lebt vom Wald

Seelensdorf (Havelsee) hat schon immer vom Wald gelebt. Deshalb schlägt das wirtschaftliche Herz im Sägewerk. Dort wird vor allem Industrieholz produziert. Hackschnitzel, eigentlich ein Abfallprodukt, sind zum Verkaufsschlager geworden.

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Domstiftsforstmeister Friedrich Hinz hinter einem privaten Anhänger, der mit Hackschnitzeln beladen wird.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Seelensdorf. Eigentlich sind sie ein Abfallprodukt. Doch die bei der Schnittholzherstellung anfallenden Hackschnitzel sind zum Verkaufsschlager des Seelensdorfer Sägewerkes geworden. Wo das wirtschaftliche Herz des Walddorfes schlägt, fällt im Jahr zerschredderte Schwarte von 10 000 Schnittholzraummetern an. Nur rund 2000 Raummeter davon werden als Brennstoff für das Heizwerk im Brandenburger Domstift verbraucht. Die anderen wichtigen Abnehmer sind Garten- und Landschaftsbauer, die Hackschnitzel zur Bodenbedeckung einsetzen. Auch die weiterverarbeitende Industrie kauft in Seelensdorf ein. Zum Beispiel für die Produktion von Spanplatten.

Links Stapelhölzer für die metallurgische Industrie

Links Stapelhölzer für die metallurgische Industrie.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Möglich wurde das Hackschnitzelwunder 2005 durch den Einbau einer automatischen Zerspaneranlage, die den bisherigen Doppelbesäumer ersetzte. Der musste noch von vier Mann unter großer körperlicher Anstrengung bedient werden. Die Zerspaneranlage kann zwei bis sechs Meter lange Rundstämme in Kantholz oder in Brettware verwandeln. Das passiert auf Knopfdruck im Bedienerstand. „Industrieholz ist unser Hauptprodukt“, erklärt Domstiftsforstmeister Friedrich Hinz. Als Stapelhölzer finden Kiefern aus dem Seelensdorfer Forst und anderen Revieren unter anderem in den Riva Stahlwerken Brandenburg und Hennigsdorf Verwendung. Auch eine Verzinkerei aus Kirchmöser gehört zu den Kunden des Sägewerkes.

Blick auf die Zerspaneranlage

Blick auf die Zerspaneranlage.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Nischenproduktion ist es zu verdanken, dass das Sägewerk bislang alle Höhen und Tiefen des Marktes überlebt hat. Sieben Mitarbeitern gibt das Sägewerk Arbeit. „Mit großen Betrieben, die im Jahr über 100 000 Festmeter Einschnitt haben, können wir uns nicht vergleichen“, so Domstiftsforstmeister Hinz. Er ist nicht nur für die Holzverarbeitung, das Heizwerk und den rund 2000 Hektar großen Domstiftsforst rund um Seelensdorf verantwortlich. Auch der bei Döberitz gelegene Waldfriedhof, wo Urnen unter alten Eichen beigesetzt werden, gehören zu seinem Verantwortungsbereich. Seelensdorf hat eben schon immer vom Wald gelebt. Bis heute ist Seelensdorf eines der größten Kirchenforsten Ostdeutschlands geblieben.

Die bescheidenen Anfänge des Sägewerkes reichen bis in das Jahr 1972 zurück. Unter einem Schleppdach wurde eine Bauholzkreissäge aufgebaut, um Nachschub für kirchliche Bauten zu sägen. Material gab es nach dem schlimmen Orkan genug. Eine richtige Halle mit Sägegatter folgte 1983. Ein Gatter für starke Querschnitte bis 70 Zentimeter wird bis heute genutzt. Balken und ganze Dachstühle für denkmalgeschützte Häuser und Kirchenbauten lassen sich damit herstellen.

Von Frank Bürstenbinder

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