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Offene Aussprache oder Tumult?

Gemeindevertreter in Kloster Lehnin Offene Aussprache oder Tumult?

Die Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend um 19 Uhr im Kloster Lehniner Rathaus verspricht spannend zu werden, obwohl der heikelste Punkt gar nicht auf der Tagesordnung steht: Die kollektive Verurteilung des Linken-Gemeindevertreters Andreas Bernig durch 17 seiner Kollegen. Er soll den Tod des Netzener Ortsvorstehers nämlich eiskalt ausgenutzt haben.

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Harry Grunert (CDU) leitet stellvertretend die Gemeindevertretung in Kloster Lehnin.

Quelle: Heiko Hesse

Kloster Lehnin. Kommunalpolitiker der CDU, SPD und anderer Gruppen hatten am 25. Juli schwere Vorwürfe erhoben gegen ihren linken Gemeindevertreterkollegen Andreas Bernig und haben ihm die weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Dazu hatten sie sich in einem Rundschreiben eigens an die Bürger von Kloster Lehnin gewandt.

Bernig soll danach den Tod seines Fraktionskollegen Erich Andert aus Netzen am Rande der Sitzung des 7. Juli zur „parteipolitischen Profilierung“ missbraucht haben. Diese Wertung weist nicht nur der Betroffene zurück, sondern auch Erich Anderts Witwe, die das Schreiben der 17 als pietätlos verurteilt hat und würdigt, wie Bernig ihrem Mann geholfen hat.

Zusätzlichen Zündstoff bietet der Umstand, dass das Thema am Dienstagabend eigentlich totgeschwiegen werden soll. Andreas Bernig hatte zwar am 2. August beantragt, seine richtigstellende Erklärung zu der „Rufmordkampagne“ der 17 Gemeindevertreter auf die Tagesordnung zu setzen.

Ablehnung nach sechs Wochen Wartezeit

Am 7. September lehnte Harry Grunert (CDU), Vizechef der Gemeindevertretung, dies ab, weil der Antrag unzulässig sei und nicht genügend Unterschriften aufweise. Beim Verfassen der Ablehnung half das Rathaus. Dagegen erfuhr Bernig keine Unterstützung, sondern nur die Ablehnung nach sechs Wochen Wartezeit.

Der Linken-Politiker, der im Hauptberuf Landtagsabgeordneter ist, will das Rundschreiben, das er als „Schmähbrief“ bezeichnet, gleichwohl am Dienstag zur Sprache bringen. „Wenn nicht vorher Tumulte ausbrechen“, wie er einschränkt.

Noch keine Antworten hat die MAZ aus dem Rathaus von Kloster Lehnin erhalten zu den Fragen, warum die Bearbeitung des Tagesordnungs-Antrages von Andreas Bernig sechs Wochen in Anspruch genommen hat und ob die Unterrichtung des Antragstellers aus Sicht von Bürgermeister Bernd Kreykenbohm (parteilos) dennoch rechtzeitig erfolgt ist.

Von Jürgen Lauterbach

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