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Brandenburg/Havel Die offenen Fragen nach dem tödlichen Unfall
Lokales Brandenburg/Havel Die offenen Fragen nach dem tödlichen Unfall
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00:20 08.02.2018
Das Mädchen mit dem Fahrrad hatte an der Kreuzung grün, als es losfuhr. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Das Thema bewegt die Brandenburger: Die 10-jährige Zaira ist am 24. Januar mit ihrem Fahrrad an der großen Kreuzung in Brandenburg-Hohenstücken tödlich verunglückt. Einige Bürger sind zur Unglücksstelle gegangen, haben Blumen abgestellt oder Kerzen oder das weiße sogenannte Geisterfahrrad, das an den tödlichen Unfall erinnern soll.

Andere versuchen, dort den Unfallhergang zu rekonstruieren, möchten vielleicht auch den Lastwagenfahrer entlasten, der das Kind beim Rechtsabbiegen von der Upstallstraße in die Rathenower Landstraße übersehen hatte.

Zeugen berichten von unterschiedlichen Phasen

Ein Paar aus Hohenstücken berichtet der MAZ, die Ampel sei an der Stelle so geschaltet, dass Radfahrer und der Kraftverkehr gar nicht gleichzeitig grün gehabt hätten. Konnte der Fahrer des Kippers womöglich gar nicht mit einem geradeaus radelnden Kind rechnen?

Dagegen sprechen die Darstellungen der Polizei und der Stadtverwaltung. Die Brandenburger Polizei beruft sich auf Zeugen, die angegeben haben, dass das zunächst an der Ampel korrekt wartende Mädchen bei grüner Ampel auf ihr Fahrrad gestiegen sei und die Kreuzung dann in Richtung Rosa-Luxemburg-Allee überquerte, ehe der Lastwagen sie überrollte.

Das Unfallfahrzeug  Quelle: Meetingpoint Brandenburg

Soweit bekannt, passierte ein Kleintransporter vor dem 62 Jahre alten Kipper-Fahrer die Ampel, womöglich nicht bei grün. Der Unglücksfahrer folgte, welche Ampelfarbe er in dem Moment gesehen hat, ist noch nicht geklärt. Die Polizei will dem Ergebnis des Gutachtens nicht vorgreifen, das ein Sachverständiger gerade erstellt.

Normalerweise müsste an dieser Stelle ein Mensch mit Fahrrad, der an der Radfahrerampel wartet, für den ebenfalls wartenden Kraftverkehr deutlich zu sehen sein. Den toten Winkel kann es erst ein ganzes Stück nach dem Anfahren gegeben haben.

Laut Stadtverwaltung funktioniert die an die aktuellen Bauarbeiten angepasste Ampelregelung an der Kreuzung in drei Phasen, die zwischen 15 und 20 Uhr in der Summe 105 Sekunden lang sind.

Gleichzeitig für Fußgänger, Radler und Autoverkehr grüne Ampelphase an der Unfallstelle Upstallstraße/Rathenower Landstraße. Quelle: Heike Schulze

Entscheidend für den Unfall ist Phase 3, welche die Stadtverwaltung folgendermaßen beschreibt: Freigabe, also Grün, für Kfz ausfahrend (Rechts- und Linksabbieger) aus der Upstallstraße, für Fußgänger und Radfahrer beidseitig über die Rathenower Landstraße und die Straßenbahntrasse. Gesperrt: Kfz beide Richtungen Rathenower Landstraße einschließlich Linksabbieger, Fußgänger und Radfahrer über die Upstallstraße, Straßenbahn.

Grüner Rechtsabbiegerpfeil für ungefähr zehn Sekunden

Doch das kann nicht die ganze Wahrheit sein, wie die MAZ bei der Inaugenscheinnahme an drei verschiedenen Tagen feststellte und fotografierte. Denn es gibt in der Upstallstraße für etwa zehn Sekunden einen grünen Rechtsabbiegerpfeil für den Kraftverkehr, der aufleuchtet, während Fußgänger und Radfahrer rot haben. Diese Phase nutzte der Lkw-Fahrer offenbar nicht.

Einige Sekunden nachdem dieser grüne Rechtsabbiegerpfeil erlischt, bekommen Fußgänger und Radfahrer sowie der Kraftverkehr in der Upstallstraße grün.

Allerdings hat die MAZ eine Situation dokumentiert (siehe Foto), in der Radfahrer und Fußgänger in der Upstallstraße schon grün haben, während die Ampel für Kraftfahrer noch einen ganzen Augenblick lang rot zeigt, ehe auch sie auf grün umspringt.

Es gibt offenkundig Ampelphasen in der Upstallstraße, in denen der Kraftverkehr erst einen Moment später als die Radfahrer wieder grün bekommt. Quelle: Rüdiger Böhme

Den Verwaltungsangaben zufolge variiert die Länge der einzelnen Phasen innerhalb der Umlaufzeit je nach Verkehrsaufkommen. Pressesprecherin Angelika Jurchen: „Die Fahrspuren sind mit Stauschleifen ausgerüstet. Bei Anforderung werden die entsprechenden Grünphasen verlängert.“

Experten haben die derzeitige Schaltung überprüft

Die derzeit laufende Schaltung sei nach dem tragischen Unfall selbstverständlich überprüft worden, heißt es. „Es wurden keine Änderungen vorgenommen“, versichert die Verwaltung.

Der Gutachter und die Polizei werden auch die Ausstattung des Unglückslasters in Augenschein nehmen. Ausdrücklich bestätigen will die Polizei das zwar derzeit nicht. Aber an dem Baustellen-Kipper fällt auf, dass kein Seitenschutz zu sehen ist.

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung sieht solche seitlichen Schutzvorrichtungen in der Regel vor. Sie sollen verhindern, dass Fußgänger, Rad- oder Kraftradfahrer seitlich unter das Fahrzeug geraten und dann von den großen Rädern überrollt werden können.

Von Jürgen Lauterbach

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