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Ohne Freiheit keine Kultur

Vortrag von Kulturstaatsministerin im Dom zu Brandenburg Ohne Freiheit keine Kultur

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach am Dienstagabend im Dom zu Brandenburg an der Havel über das spannungsvolle Verhältnis von Kunst und Kirche. Zwischen ihnen gebe es nicht nur Konflikte, sie haben auch einiges gemeinsam.

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Brandenburger Dom.

Quelle: Melanie Höhn

Brandenburg an der Havel. Kunst ist fragil, inspiriert, provoziert – „sie weitet den Blick, schärft die Sinne und öffnet das Herz“, sagte die Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Dienstagabend, als sie im Brandenburger Dom über das Verhältnis zwischen Kirche und Kultur, zwischen Tradition und Moderne, sprach. Die „Emanzipation der Kunst mit dem Anspruch, autonom und nichts als sie selbst sein zu wollen, war lange der Grund mancher Spannungen zwischen Kunst und Kirche“, fügte sie hinzu.

Laut Grütters würden Glaubensformen der Kirche heutzutage weit weniger Menschen erreichen als die vielfältigen Formen Kunst. Dennoch schaffe auch die Kirche „Identität weit über den Mitgliederkreis hinaus.“ Kirchen bereichern das kulturelle Leben in Deutschland und entfalten eine kulturelle Prägkraft. Und ihr materielles Erbe, unzählige Kunstwerke von Malern, Bildhauern und Komponisten, seien überwältigend. Jedoch verstumme ohne das Wissen um religiöse Symbole ein großer Teil der Kunst.

„Die Kraft der Kunst liegt in der Ästhetik der Unsicherheit“

Kunst und Kirche haben gemeinsam, so Grütters, dass sie neue Perspektiven eröffnen, den Blick über Vordergründiges hinaus lenken und das Leben deuten wollen. In diesem Sinne seien Glaube, Religion und Kirche nach wie vor Teil der Kunst, der Kultur und des intellektuellen Diskurses. „Und dieser Dom, das Kronjuwel unter den brandenburgischen Kirchen, beweist mit seinem exzellenten und vielfältigen Festprogramm zum Jubiläumsjahr, dass die Kirchen auch beständige Zentren der Kunst und Kultur sind.“ Dass der Dom zu einem herausragenden Ausstrahlungsort von Bildung und Kultur geworden ist, davon ist auch der Kurator des Domstifts, Cord-Georg Hasselmann, überzeugt. „Und ohne die Hilfe des Bundes wäre die Sanierung des Doms nicht möglich gewesen.“

Für Grütters liegt die Kraft der Kunst in der „Ästhetik der Unsicherheit“: Bilder seien doppel- und mehrdeutig, vorläufig, nie final. Sie schaffen Stimmungen und führen Menschen zusammen, können von der Wirklichkeit entfremden, aber auch Unbekanntes sichtbar machen. „Gerade durch Abstraktion kann die Kunst Erfahrungen bergen, die sich sonst nicht ausdrücken lassen. Auch oder gerade der Glaube braucht Bilder“, so Grütters. Moderne Kunst werde jedoch im kirchlichen Kontext erheblich eingeschränkt: Es gebe einen Konflikt autonomer Kunst der Moderne und der Kirche als Auftraggeber zur Vermittlung ihrer Anliegen. Kunst sei aber nur dann gut, wenn sie sich frei entfalten könne, wenn sie nicht zwangsläufig gefallen müsse und das Risiko des Scheiterns akzeptiere. „Diese Freiheit will ich durch Finanzierung sichern,“ versprach sie. Nach den Anschlägen auf die Pariser Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo wurde vermehrt die Frage gestellt, so Grütters, wie weit Kunst gehen kann. Es sei jedoch schwer zu definieren, wo die Freiheit der Kunst aufhört und die Blasphemie anfängt. Für sie ist jedoch klar: Sie will die Pressefreiheit und die Freiheit der Kunst in aller Form frei agieren lassen.

Von Melanie Höhn

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