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Olivia winkt zum Abschied

Geburt auf der Durchreise Olivia winkt zum Abschied

Geboren in Brandenburg/Havel wird in allen Personaldokumenten von Olivia Adaoubi stehen. Dabei wurde die Tochter einer Polin und eines Nigerianers nur aus Versehen in der Havelstadt geboren. Oder sollte man besser sagen: aus zu großer Eile? Denn das kleine Mädchen hatte am 3. Januar viel zu früh den Mutterleib verlassen– schon in der 25. Schwangerschaftswoche.

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Eine glückliche Familie

Quelle: V. MALOSZYK

Brandenburg an der Havel. Ende gut, alles gut, Olivia hat ihr Geburtsgewicht von 610 Gramm inzwischen mehr als vervierfacht. Gestern haben die Ärzte und Schwestern der Brandenburger Kinderintensivstation die Kleine nach gut dreimonatiger Rund-um-die-Uhr-Betreuung gesund verabschiedet. Für sie, Mutter Magdalena Maciag (23) und Vater Clems Obi (31) endet ein unfreiwilliges Abenteuer, das ihr Leben monatelang durcheinandergewirbelt hat.

1990 Gramm, 13 Zentimeter und jede Menge Aufregung liegen zwischen dem Geburts- und dem Entlassungstag. Die schwangere Magdalena Maciag hatte sich am 2. Januar nach dem Besuch bei den Eltern von der polnischen Heimat aus mit dem Zug auf den Weg in Richtung Wahlheimat Amsterdam gemacht. Doch sie und ihr ungeborenes Kind schaffen es nur bis Rathenow, dann werden die Schmerzen im Unterleib viel zu stark.

Der Schaffner stoppt den Zug und ruft den Notarzt. Die Schwangere kommt erst ins Rathenower Krankenhaus, die Ärzte dort schicken sie mit Blaulicht ins Städtische Klinikum Brandenburg, das auf Frühgeborene spezialisiert ist.

Am folgenden Tag lässt sich die Geburt nicht länger hinauszögern. Winzling Olivia kommt auf die Welt, 32 Zentimeter klein und 610 Gramm leicht. Das Frühchen wird künstlich beatmet und entwickelt sich in den folgenden Wochen immer besser. Doch alle Pläne der Mutter sind durchkreuzt. Drei Monate erzwungener Aufenthalt in der Brandenburger Fremde liegen vor und erst jetzt hinter ihr.

Die Familie stieg gestern gleich ins Flugzeug nach Amsterdam. „Als erstes werde ich endlich wieder einmal selbst kochen“, kündigte Magdalena Maciag an, die nur polnisch und englisch spricht. Woran sie sich erinnern wird? „An die Schwestern, die so freundlich waren und immer versucht haben, mit mir zu sprechen und mir alles zu erklären“, antwortet sie. „Sie haben einen wirklich guten Job gemacht. Wahrscheinlich war ich für sie eine schwierigere Patientin als meine Tochter.“

Die junge Familie verspricht, eines Tages zurückzukehren in Olivias Geburtsstadt. Mit einer anderen Frühchen-Mutter hat sich die Wahlholländerin ohnehin angefreundet. „Frau Maciag kann jederzeit bei uns Halt machen, sie muss uns auch kein Frühchen mitbringen“, scherzt Kinderchefarzt Hans Kössel. Mit der Gesundheit ihres kleines Schützlings sei die ganze Klinik sehr zufrieden. Kössel: „Wir sind extrem optimistisch, was ihre weitere Entwicklung angeht. Und die Mutter war klasse.“

Von Jürgen Lauterbach

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