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Opernstar in Bronze gegossen

Büste für Lotte Lehmann Opernstar in Bronze gegossen

Sie war ein gefeierter Star auf den Opernbühnen der Welt – die in Perleberg geborene Sopranistin Lotte Lehmann (1888-1976). Für die Nazis mochte sie nicht singen, deshalb emigrierte sie in die USA. Eine in der Kunstgießerei von Klaus Cenkier in Köpernitz gegossene Büste erinnert an die einst berühmte Sängerin. Der Entwurf stammt vom Bildhauer Bernd Streiter.

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Kunstgießer Klaus Cenkier mit der Bronzebüste von Lotte Lehmann und die von Bildhauer Bernd Streiter in Wachs gearbeitete Form.

Quelle: F. Bürstenbinder

Köpernitz. Ein graziöses Persönchen war Lotte Lehmann (1888-1976) nicht. Dafür lässt ihr Antlitz auf einen starken Charakter und Prignitzer Bodenständigkeit schließen. Die einst weltbekannte deutsche Opernsängerin wurde in Perleberg geboren. 40 Jahre nach ihrem Tod ehrt die Rolandstadt an der Stepenitz ihre berühmteste Tochter auf besondere Weise. Im kommenden Frühling will der Bürgerverein eine Bronzebüste der Sängerin aufstellen. „Und zwar entlang des Weges, der von der Lotte-Lehmann-Akademie zur Lotte-Lehmann-Promenade führt“, berichtet Malte Hübner-Berger, Vorsitzender des Perleberger Bürgervereins.

Erst vor wenigen Tagen nahmen Mitglieder des Bürgervereins die aus rund zehn Kilogramm flüssiger Siliziumbronze gegossene Büste aus den Händen von Klaus Cenkier entgegen. Der Kunstgießer aus Köpernitz bei Ziesar (Potsdam-Mittelmark) trennte sich mit einem lachenden und einen weinenden Auge von dem bei etwa 1100 Grad entstandenen Auftragswerk. „Als Gießer bin ich ja auch Geburtshelfer. Deshalb habe ich mich mit dem Leben von Lotte Lehmann beschäftigt. Sie muss eine besondere Frau gewesen sein, die mir sehr imponiert“, meint Cenkier.

Bis in die Gegenwart verehrt

In ihrer Geburtsstadt Perleberg wird Lotte Lehmann bis in die Gegenwart sehr verehrt. Unter anderem pflegt die Lotte Lehmann Akademie das Erbe der berühmten Sopranistin. Angehende Opernsänger bereiten sich in Perleberg auf den deutschen und europäischen Repertoirebetrieb vor.

Initiator der Bronzebüste von Lotte Lehmann ist der Perleberger Bürgerverein. Die Aufstellung der in Köpernitz gegossenen Arbeit des Bildhauers Bernd Streiter findet im kommenden Frühjahr statt.

Lotte Lehmann wuchs im Haushalt eines kleinen Beamten auf. In der Familie war stimmliche Begabung vorhanden. Ihre Bühnenlaufbahn begann die Perlebergerin 1910 an der Hamburger Oper. 1914 wurde sie zum gefeierten Star der Wiener Hof- und später Staatsoper. Sie verstarb 1976 im kalifornischen Santa Barbara und wurde in Wien beigesetzt.

Tatsächlich bewies Lotte Lehmann nicht nur Willensstärke und Zielstrebigkeit in ihrem Wunsch Sängerin zu werden. Die bald nach ihrer Ausbildung weltweit gefeierte Wagner- und Strauss-Sängerin verweigerte sich nach 1933 der Forderung Hermann Görings, sich in den NS-Kunstbetrieb einzureihen. „Sie hatte den Mut nein zu sagen. Dazu gehörte damals eine ganze Menge“, findet Kunstgießer Cenkier. Fortan wurden der Sopranistin Auftritte in Deutschland unmöglich gemacht. Deshalb emigrierte sie in die Vereinigten Staaten. Von 1938 bis 1951 wurde die Metropolitan Opera in New York der Mittelpunkt ihres Künstlerlebens.

Wagner und Strauss auf die Bühne gebracht

Es war der Lenzener Bildhauer Bernd Streiter, der die Silikonform für die Lehmann-Büste schuf. „Ein sehr realistisches Abbild der Sängerin in jungen Jahren. Auch der Guss ist hervorragend gelungen“, findet der Perleberger Bürgervereinsvorsitzende Malte Hübner-Berger. Streiter hat die Büste einer selbstbewussten Frau geschaffen, die im Leben nach vorn blickte. Dem Dekolleté der Sopranistin spendierte der Künstler eine Kette mit einem Medaillon, welches das Sternrad-Wappen ihrer Heimatstadt zeigt. Die Anfertigung der Büste finanzierte der Bürgerverein aus Mitgliedsbeiträgen und aus den Einnahmen seine Antiquariats.

Die Lehmann-Büste für Perleberg, die auf einem Steinsockel Platz finden wird, war nicht das erste Gemeinschaftsprojekt des Kunstgießers aus Potsdam-Mittelmark und des Prignitzer Bildhauers. Für Schlagzeilen sorgten Cenkier und Streiter im vergangenen Frühjahr mit drei Bronzereliefs, die realistische Szenen aus dem Leben der Havelberger Prämonstratenser zeigen. Die Tafeln wurden zur Bundesgartenschau 2015 dauerhaft in Nachbarschaft zum Dom angebracht.

Von Frank Bürstenbinder

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