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Orchester kämpft für seinen Dirigenten

Zoff im Brandenburger Theater Orchester kämpft für seinen Dirigenten

Der Geschäftsführer des Brandenburger Theaters wird dem Chefdirigenten Peter Gülke (82) zum Ende der Spielzeit kündigen. Einen Nachfolger gibt es nicht. Aber einen Wunschkandidaten der Brandenburger Symphoniker: Einstimmig haben sie sich für Gülkes Weiterbeschäftigung ausgesprochen, bis ein Nachfolger gefunden sei.

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Peter Gülke

Quelle: Manu Theobald

Brandenburg/H. Dass im Brandenburger Theater der Haussegen schief hängt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Und dass sich die beiden alten Männer des Hauses, Chefdirigent Peter Gülke (82) und Geschäftsführer Klaus Deschner (73) etliche laute Wortgefechte geliefert haben, ist im ganzen Theaterviertel gut bekannt. Gegenwärtig, so betonen jetzt beide, habe man das Kriegsbeil begraben und versuche an einem Strang zu ziehen um das Theater zu retten, dem zumindest Deschner eine eher dunke Zukunft vorausgesagt hat (MAZ berichtete).

Gülke seinerseits, ein – wie er selber sagt – unverbesserlicher Optimist, glaubt an die Zukunft des Brandenburger Theaters und der Symphoniker, die „viel besser spielen als vergleichsweise deutlich besser bezahlte Orchester.“ Und einen Personalabbau beim mit 50 Musikern besetzten Orchester werde es „nur über meine Leiche geben“, sagte der Chefdirigent schon vor einem halben Jahr.

Womöglich ist es der von Gülke angekündigte Widerstand, der im Aufsichtsrat jetzt den Entschluss reifen ließe, dem Maestro von Deschner eine „Nichtverlängerungserklärung“ schicken zu lassen. Das ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Gülkes Vertrag endet zum Ende der laufenden Spielzeit. Von Beginn an hatte der Weimaraner Gülke erklärt, nur zwei Jahre in Brandenburg arbeiten zu wollen, bis ein Nachfolger gefunden sei. Doch dann wurde der Dirigent noch vor Beginn der ersten Spielzeit schwer krank, konnte ein halbes Jahr nicht arbeiten und verzichtete auch auf seine Gage. Gülke ist nicht irgendein Dirigent. Der hochdekorierte, und weithin geachtete Musikwissenschaftler und -Schriftsteller ist Träger des berühmten Siemens-Preises. Als „Glücksfall und als einen Brückenmann“, wurde er 2015 vorgestellt. Fest steht: Jedem, der sich in der Bundesrepublik eine Spur mit Musik auskennt, dem ist der Name nicht unbekannt. Ergo ist die öffentliche Beachtung dessen, was sich in der Grabenstraße gerade abspielt, groß. Das gefällt nicht jedem. Den Brandenburger Symphonikern schon. Die haben sich am Wochenende einstimmig für eine Verlängerung der Vertrages um ein weiteres Jahr ausgesprochen und darüber auch Deschner und die Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) als Gesellschafterin des Brandenburger Theaters informiert. Der Hintergrund ist klar: Gülke ist ein Garant für die Qualität der symphonischen Arbeit und sorgt für überregionale Wahrnehmung.

Unter Druck setzen kann man Peter Gülke nicht mehr, der grundsätzlich seine Bereitschaft erklärt hat, solange am BT zu bleiben, wie es seine Gesundheit zulasse und bis ein Nachfolger gefunden sei, den das Orchester wolle und akzeptiere. Das dürfte aber Deschner erheblich unter Druck setzen, der in seinem neuen Theaterkonzept immer wieder den Neuanfang mit einem neuen Dirigenten erwähnt. „Ich muss mir nichts mehr beweisen. Und ich lerne in meinem Alter auch loszulassen. Aber wenn ich jetzt ginge, käme es mir vor wie Fahnenflucht“, sagt Peter Gülke zur MAZ. Mittwoch wird Klaus Deschner der BT-Belegschaft bei einer Vollversammlung erläutern, wie er sich die Zukunft des Hauses vorstellt und welche Rolle dabei die Ideen des Orchesters und Gülkes spielen.

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Von Benno Rougk

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