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Brandenburg/Havel Organist des Nordens in der Havelstadt
Lokales Brandenburg/Havel Organist des Nordens in der Havelstadt
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02:17 20.08.2015
Matthias Pech vor der Orgel in der Brandenburger Kirche Sankt Katharinen. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Wenn gelbgestreifte Tiere in Scharen durch die Lüfte schwirren, die Hitze sich wie eine Dunstglocke über die Städte legt und Menschen in die Kirchen strömen, nicht nur, weil sie fromm sind, sondern auch weil es dort meist kühler ist als draußen, dann haben Orgelkonzerte Hochsaison. Es vergeht kaum eine Woche, in der potenzielle Zuhörer nicht die Qual der Wahl haben unter zwei oder mehr Orgelkonzerten in der näheren Umgebung.

Nachdem am Freitagabend im Dom ein Orgelkonzert zur Nacht erklang (die Maz berichtete), lud die Katharinenkirche am Sonntagabend zu einem Orgelkonzert in der Reihe „Organisten des Nordens III“ ein. Zu Gast war Matthias Pech, Organist an der St. Nikolaikirche Stralsund.

Er kam, sah und spielte. Zu seiner Programmauswahl mit Werken von heute eher selten gespielten Komponisten sagte er nichts.

Mit der Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) erlebten die Zuhörer einen fulminanten Auftakt. Bevor er die Fuge spielte, hat Pech das Andante aus dem Trio c-Moll nach J.F. Fasch BWF 585 eingeschoben. Das gestaltete er so filigran, zart und klar, dass die Musik wie kühle Tropfen in die erhitzten Gemüter der Zuhörer tropfte. Anschließend bewies der Organist mit Bravour, wie aufregend die Fuge klingt.

Als der „schlesische Bach“ wurde der Breslauer Adolf Friedrich Hesse (1809-1863) bezeichnet. Besonders geschätzt wurde er als Organist, der in Paris und London mit seinem virtuosen Pedalspiel Aufsehen erregte. Hesse hat ausschließlich für die Orgel komponiert. Von ihm spielte Pech drei Variationen und Fuge zu dem Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Reich verziert und kunstvoll arrangiert, erinnern die Variationen des schlichten Chorals tatsächlich an Bach, ebenso wie die klangmächtige Fuge.

Die Orgelkompositionen von Gustav Adolf Merkel (1827-1885) gehörten im ausgehenden 19. Jahrhundert zu den meistgespielten Werken. Seine Introduktion und Variationen über ein Thema von Beethoven op. 45 ist vielseitig, bunt und streckenweise richtig pompös. Da gibt es üppige Passagen, die wie entfesselt und unerträglich schrill klingen. Sie werden abgelöst von leisen Zwischenspielen mit zarten Trillern.

Wer seine filigranen Variationen und die sich zu mächtigen Klangwolken auftürmende Fuge zum Choral „Was Gott tut, ist wohlgetan“ von Alexandre Guilmant (1837-1911) gehört hat, kann nachvollziehen, dass der Komponist wesentlich zur Entwicklung eines eigenständigen französisch-romantisch-sinfonischen Orgelstils beigetragen hat.

Alexandre-Pierre-François Boëly (1785-1858), mit dessen Fantasie und Fuge B-Dur das Orgelkonzert mit einem großen, spektakulären Finale endete, ging sozusagen den umgekehrten Weg. Zeit seines Lebens der Romantik verbunden, wendete er sich am Ende seines Lebens wieder der Wiener Klassik zu. Mit ihrer Vielfalt der Formen war diese Komposition eines der spannendsten Stücke am Sonntagabend.

Matthias Pech ging wie er kam. Knappe Verbeugung, noch eine, weg.

Von Ann Brünink

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