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Packhof: Augustastraße wird zum Bypass

Pläne vorgestellt Packhof: Augustastraße wird zum Bypass

Der Verkehr zum Packhof in Brandenburg an der Havel ist zu bewältigen, unabhängig von seiner künftigen Nutzung. Allerdings sind noch 2,5 Millionen Euro ins Straßennetz zu investieren – unklar ist, wer welchen Anteil bezahlt: Die Stadt, Investoren oder die Grundstückseigentümer. Das birgt Konfliktpotenzial.

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Der Packhof von oben.

Quelle: STG

Brandenburg/H. Der Verkehr zum Packhof ist zu bewältigen, unabhängig von seiner künftigen Nutzung. Allerdings sind 2,5 Millionen Euro ins Straßennetz zu investieren – unklar ist, wer welchen Anteil bezahlt: Stadt, Investoren, Grundstückseigentümer.

Experten des Ingenieurbüros für Verkehrsanlagen und -systeme Ivas aus Dresden haben nun eine erste Verkehrsuntersuchung vorgelegt. Wichtigste Erkenntnis: Das bestehende Straßen- und Wegesystem funktioniert, ist aber an seiner Belastungsgrenze. Bringt man mehr Verkehr hinein, muss ausgebaut werden. „Das gilt aber für jede Variante – fürs reine Wohnen auf dem Packhof wie für die Kombi aus Hotel und Wohnen“, sagt Stadtentwicklungsbeigeordneter Michael Brandt (CDU).

Mehr Verkehr, mehr Ausbau

Für die Zu- und Ausfahrt ins überörtliche Verkehrsnetz der Stadt muss eine Einbahnstraßenregelung her: Zum Packhof über die Kleine Münzenstraße, wieder heraus über die Augustastraße. Logischer wäre es entgegengesetzt, das funktioniert aber aus simplem Grund nicht: „Wir brauchen für die Autofahrer, die aus Richtung Neustädtischer Markt kommen, eine separate Linksabbiegerspur. Dazu würde an der Einmündung zur Augustastraße die Fahrbahnbreite nicht reichen“, sagt Brandt. Die Kleine Münzenstraße muss komplett erneuert werden, zu Gunsten der derzeit viel zu engen Bürgersteige könnte sie auf 4,50 Meter verschmälert werden, da könnten sich Busse mit entgegenkommenden Radfahrern begegnen, empfehlen die Gutachter.

Problematisch wird der Ausbau der Packhofstraße, hier muss die Fahrbahn erneuert werden, zudem wird es umfangreiche Halteverbote geben, um Begegnungsverkehr zu erleichtern. Doch die Autos der rund 700 Anwohner im Kiez müssen irgendwo hin. Dazu bedarf es Verhandlungen mit dem Parkhaus-Investor – beispielsweise über einen öffentlichen Baukostenzuschuss, um eine Mindest-Stellplatzzahl für Anwohner zu sichern.

Fahrbahn muss erneuert werden

„Wir müssen auch sehr sensibel die Gespräche mit den anliegenden Grundstückseigentümern zu Anliegerbeiträgen führen“, sagt der Beigeordnete. Die bekannten Diskussionen über Ausbaustandards und Funktion der Straßen – nach denen die Anliegerbeiträge ja erhoben werden – seien hier so zu führen, dass schnell die Maßnahmen umgesetzt werden. Bei der Packhofstraße beispielsweise war bereits klar, dass die Fahrbahn ab 2019 erneuert wird, wenn das Sanierungsgebiet in der Innenstadt geschlossen ist. Die anderen Straßen waren gar nicht in der Planung. „Auch der richtige Zeitpunkt wird schwer zu ermitteln sein: Bauen wir die Packhofstraße zuerst, besteht die Gefahr, dass die neue Fahrbahn gleich wieder kaputtgefahren wird. Bauen wir alles gleichzeitig, bricht das Chaos aus. Bauen wir die Straße zuletzt, schränken wir möglicherweise die neuen Nutzungen ein.“

Brandt will deshalb eine frühzeitige und gründliche Diskussion. Den ersten Ärger hat er bereits an diesem Mittwochabend unverschuldeterweise am Hals: Die Stadtverordneten Britta Kornmesser (SPD) und Birgit Patz (parteilos/Die Linke) hatten beantragt, die Ergebnisse vorab zu bekommen, um sich auf den Stadtentwicklungsausschuss vorbereiten zu können. Doch durchliefen sie erst am Dienstag die Beigeordnetenrunde. „Es ist eine Unverschämtheit, dass sie am Dienstag von einem Stadtsprecher an die Presse und ins Internet gegeben werden, ohne uns vorab wie beschlossen zu informieren“, empört sich Britta Kornmesser.

Von André Wirsing

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