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Paradebeispiel für gelungene Integration

Flüchtling will an der Fachhochschule Brandenburg studieren Paradebeispiel für gelungene Integration

Seiar Bromand war ein glücklicher Mensch. 24 Jahre alt, verheiratet, Student an einer renommierten Kabuler Hochschule. Doch dann wurde es in der afghanischen Hauptstadt zu gefährlich. Gemeinsam mit seiner Frau flüchtete Bromand. Drei Jahre später ist er in dem fremden Land integriert, Bromand spricht Deutsch - und will im Herbst ein Studium in Brandenburg aufnehmen.

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Seiar Bromand flüchtete aus Afghanistan nach Brandenburg, nun will er hier studieren.

Quelle: V. Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Seiar Bromand hatte einen Traum, den zig Millionen Menschen auf der Welt träumen. Er wollte sein bereits begonnenes Wirtschaftsstudium abschließen, irgendwann Spanisch lernen, mit der kleinen Familie in der Heimat ein zufriedenes Leben führen. Bis zu seinem 25. Lebensjahr ging dieser Plan auf, doch dann ging es nicht mehr.

Bombenanschläge, der Glaubenskrieg, der langsame Abzug der internationalen Militärkoalition – das Leben in Afghanistan wurde, bereits lange vor dem Vormarsch des so genannten Islamischen Staats, zu gefährlich. Bromand gab das Studium an einer renommierten Kabuler Hochschule auf, nahm seine schwangere Ehefrau an die Hand und flüchtete. „Dass ich nach Deutschland kommen würde, war kurz zuvor noch unvorstellbar für mich“, sagt er heute.

Zufälle führten die beiden ins Brandenburger Asylbewerberheim. Seiar Bromand spürte, dass eine Rückkehr in die Heimat wohl so schnell nicht möglich sein wird. Der intelligente Mann verstand schnell, dass er als allererstes die neue Sprache lernen muss, um für seine Frau und den kurz nach der Ankunft in dem fremden Land geborenen Sohn sorgen zu können.

Drei Jahre später kann Seiar Bromand als Paradebeispiel für gelungene Integration von Flüchtlingen in unserem Land gelten. Das Bleiberecht für die kleine Familie ist längst genehmigt, die eigene Wohnung bezogen, Bromands Deutsch auf einem erstaunlichen Niveau. Die Grammatik sitzt, das Sprechen fällt dem 28-Jährigen leicht. Großen Anteil daran hat die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG), wie Bromand selbst betont. Gleich nach der Ankunft in Brandenburg habe er BBAG-Leiterin Annegret Kofke und ihr Team kennengelernt, Sprachkurse absolviert, Menschen kennen gelernt, sich integriert. „Seither begleiten wir ihn“, sagt Kofke.

Sie war es auch, die den Afghanen ermutigte, ein neues Studium an der hiesigen Fachhochschule (FHB) aufzunehmen. Einzig noch zu stemmende Hürde: der für Ausländer obligatorische und für viele eine hohe Hürde darstellende Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse. „Herr Bromand spricht zwar schon auf einem sehr guten Level“, betont FH-Präsidentin Burghilde Wieneke-Toutaoui. Um Fachtermini und Zusammenhänge zu verstehen, bedürfe es aber einer noch höheren Sprachkompetenz.

So traf es sich gut, dass die FHB zu Jahresbeginn einen Deutsch-Intensivkurs ins Leben rief, um Ausländern die entsprechenden Fähigkeiten zu vermitteln. Die Kosten dafür, rund 700 Euro, konnten weder Bromand selbst noch die ihn begleitende BBAG stemmen. Annegret Kofke nahm deshalb Kontakt mit der Alfred-Flakowski-Stiftung auf, die gern einsprang. „Wir haben uns vor einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben, uns auch im sozialen Bereich zu engagieren“, sagt deren Vorstandsvorsitzender Norbert Fröhndrich. „Wir helfen Herrn Bromand gern.“

Dieser weiß um seine Chance. Im Herbst, nach dem Sprachkurs, will er an der FHB ein Studium der Wirtschaftsinformatik aufnehmen – und auch nach den vier Jahren bis zum Abschluss ganz sicher hier bleiben: „Brandenburg ist zu meiner zweiten Heimat geworden.“

Von Philip Rißling

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