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Paukenschlag: Deschner soll das Theater retten

Brandenburg/Havel Paukenschlag: Deschner soll das Theater retten

Klaus Deschner (73) ist zurück. Mit einem Paukenschlag endete am Dienstag das Treffen der Mitglieder des Aufsichtsrates des Brandenburger Theaters: Der frühere Kämmerer und erst vor wenigen Monaten in die Rente verabschiedete Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft (Wobra) wird ab sofort wieder Geschäftsführer. Diesmal am Brandenburger Theater.

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Auf Klaus Deschner ruhen nun die Hoffnungen.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Klaus Deschner (73) ist zurück. Mit einem Paukenschlag endete am Dienstag das Treffen der Mitglieder des Aufsichtsrates des Brandenburger Theaters und der Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU): Der frühere Kämmerer und erst vor wenigen Monaten in die Rente verabschiedete Geschäftsführer der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft (Wobra) wird ab sofort wieder Geschäftsführer. Diesmal am Brandenburger Theater. Befristet ist der Job auf zwei Jahre.

Das Projekt hat durchaus Parallelen zur Wobra. Auch die stand, als Deschner vor über zehn Jahren gerufen wurde, dicht vor dem Aus. Der Wieslocher Deschner schaffte die Wende und rettete die Wobra.

Wie berichtet, hatte Tiemann vor 14 Tagen den Aufsichtsrat des Theaters und den Kulturbeigeordneten Wolfgang Erlebach (Die Linke) mit der aktuellen Situation und Fragen der künftigen Ausrichtung des Theaters befasst. Wie Teilnehmer der Runde berichten, gab Tiemann im Rathaus am Dienstag ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Brandenburger Theaters ab, das wieder einmal in seiner Existenz bedroht ist.

Die Ursache: 2017 – nach Auslaufen des Haustarifs und dem Rückfall in den deutlich teureren Flächentarif – droht dem BT die Überschuldung und damit die Insolvenz. Aber: sowohl die künstlerische Ausrichtung des BT als auch das Orchester stünden nicht in Frage, sagte Dietlind Tiemann. „Das war ein ganz klares Bekenntnis von Tiemann, dass man sich viel, viel früher gewünscht hätte“, sagt ein Teilnehmer der Runde.

Im Ergebnis der Beratung verständigten sich alle Beteiligten darauf, das Brandenburger Theater auf Basis eines finanziell untersetzten und ein anspruchsvollen künstlerischen Konzepts weiter zu entwickeln. Dabei soll die Rolle der künstlerischen Leiterin Katja Lebelt gestärkt werden. Sie erhält ab sofort Prokura am BT und damit auch Einblick in die Finanzen.

Der jetzige, massiv in die Kritik geratene Geschäftsführer Jörg Heyne bleibt als Geschäftsführer neben Klaus Deschner noch am Haus und soll den Übergang unterstützen. Allerdings läuft sein Vertrag zum Jahresende aus. An der Struktur der GmbH ändert sich vorerst nichts. Deschner ist der Chef im Ring, zusammen mit Lebelt soll er nun die Haustarifverhandlungen in Gang setzen und führen. Von einer Umwandlung in einen Eigenbetrieb war Dienstag nicht die Rede.

In einer Erklärung zur Sitzung heißt es: „Als Stadt stehen wir uneingeschränkt zu unserem Theater und haben mit dem Theaterverbundvertrag und der finanziellen Ausstattung durch die Stadt Brandenburg sowie eigenen Einnahmen knapp acht Millionen Euro pro Jahr eine solide finanzielle Basis für die künstlerische Weiterentwicklung.“ Mit Katja Lebelt sei man „personell bestens aufgestellt“.

„Klaus Deschner hat sich in Unternehmensfragen ein hohes Ansehen in unserer Stadt erarbeitet“, bescheinigt ihm ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die Rolle des Geschäftsführers des BT sei eine Vertrauensstellung, für die er „hervorragende Expertisen mitbringe“. Er habe nun mit Lebelt die Aufgabe, „Strukturen in Ruhe zu ordnen und dann ein Konzept für die künstlerische Weiterentwicklung unseres Hauses auf den Weg zu bringen, das künstlerisch anspruchsvoll und finanziell untersetzt ist.“

Dietlind Tiemann will die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch informieren. Zuerst werden die Entscheidungen mit den Partnern des Theaterverbundes besprochen und die Beschlüsse dem Hauptausschuss im Juli zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.

Von Benno Rougk

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