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Brandenburg/Havel Personalnot! Bei der Feuerwehr brennt es
Lokales Brandenburg/Havel Personalnot! Bei der Feuerwehr brennt es
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11:43 10.04.2017
Carsten Groth (l.) kennt Alexander Säger noch aus der Jugendfeuerwehr. Mit Löschwasser ermuntert er ihn zum Wiedereintritt. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Jeserig

Uups, was ist denn da drin? So mancher Jeseriger wurde nachdenklich, als in dieser Woche Feuerwehrleute Beutel im Dorf verteilten. Die Kameraden überreichten ihren Mitbürgern Halbe-Liter-Flaschen. Alle gefüllt mit Wasser – zum Löschen. Anbei ein Faltblatt mit alarmierenden Nachrichten: „Da wir personell nicht mehr in der Lage sind, jede Einsatzsituation so anzugehen, wie Sie es gewohnt sind, sind wir gezwungen Ihnen dieses Löschwasser auszuhändigen. Viel Glück . . .“ Was sich wie ein schlechter Scherz liest, hat einen brenzligen Hintergrund.

Bürgermeister sieht Einsatzbereitschaft gegeben

Die Feuerwehr Jeserig sucht dringend neue Mitglieder für ihre Einsatzabteilung. Geworben wird mit einem „super Team“ und einer „sehr guten technischen Ausstattung“. Kontakt über Carsten Groth (0170 4 80 08 54).

Träger des Brandschutzes ist die Gemeinde Groß Kreutz (Havel). Bürgermeister Reth Kalsow kennt die Probleme. Weil immer mehrere Ortswehren alarmiert würden, sei die Einsatzbereitschaft dennoch gegeben, so Kalsow.

Die Jeseriger Kameraden bilden eine von acht Ortswehren in der Gemeinde. Schutzziel zu 85 Prozent ist es, dass mindestens neun Einsatzkräfte in der Regel in elf Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort sein sollen.

„Wir haben echte Personalprobleme. Vor allem am Tage können wir unsere ehrenamtliche Arbeit nur noch eingeschränkt leisten“, bedauert Ortswehrführer Carsten Groth. Dabei ist die Jeseriger Feuerwehr technisch gut ausgestattet, es gibt 28 aktive Brandschützer, der vor einem Jahr gegründeten Kinderfeuerwehr haben sich zwölf Mädchen und Jungen angeschlossen. Doch wenn es um die Tageseinsatzbereitschaft geht, ist die Lage knifflig. Es fehlen Mitglieder zwischen 16 und 40 Jahren, die nach Möglichkeit in der Nähe von Jeserig arbeiten. Deshalb die Aufsehen erregende Löschwasseraktion.

So wirbt die Jeseriger Feuerwehr um neue Mitglieder. Quelle: Frank Bürstenbinder

250 Flaschen haben die Kameraden abgefüllt und mit roten Banderolen versehen. Ein Aufwand ohne Erfolgsgarantie. Dennoch ist Feuerwehrchef Groth überzeugt: „Wir dürfen bei der Nachwuchsgewinnung nicht nachlassen, wenn unsere Bürger weiter vor Gefahren geschützt werden sollen.“

In einer symbolischen Aktion wurden diese mit „Löschwasser“ gefüllten Flaschen verteilt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Und wie reagieren die Jeseriger auf den Hilferuf ihrer Feuerwehr? Alexander Säger zum Beispiel will sich die Werbeaktion zumindest durch den Kopf gehen lassen. Der 20-Jährige hat eine Ausbildung bei der Jugendfeuerwehr hinter sich. „Doch Ausbildung und Beruf ließen später keine Zeit mehr, um weiterzumachen“, berichtet Säger. „Überleg’s dir noch mal. Wir könnten dich gut brauchen“, ermunterte ihn Wehrführer Groth. Passen musste Alexander Giemula, der gerade seinen Sohn aus der Jeseriger Kita abholte. Der Groß Kreutzer, der mit seiner Familie erst vor kurzem aus Berlin ins Gemeindegebiet gezogen ist, hat bereits ein ausfüllendes Ehrenamt – nämlich bei der Wasserwacht. „Aber vielleicht findet ja der Nachwuchs den Weg zu uns in die Kinderfeuerwehr“, meinte Christian Mendel. Der Feuerwehrmann kümmert sich um die Ausbildung der Mädchen und Jungen im zarten Vorschulalter, die allerdings zu 90 Prozent aus Spiel und Spaß besteht.

Christian Mendel (l.), Leiter der Kinderfeuerwehr, kommt mit Alexander Giemula ins Gespräch. Quelle: Frank Bürstenbinder

Bei den Erwachsenen geht es anders zu. Eine Grundausbildung als Truppmann ist Voraussetzung, um im Gefahrenbereich eingesetzt werden zu können. Das kostet Freizeit. Personalprobleme gibt es nicht nur in der Gegenwart. Wolfgang Paul ist seit 50 Jahren in der Jeseriger Feuerwehr. „Phasen mit schwacher Besetzung gab es immer wieder mal. Zu DDR-Zeiten hat man schon mal über eine Pflichtfeuerwehr nachgedacht“, erinnert sich Paul.

Brandschutz geht alle an: Deshalb spricht Wehrleiter Carsten Groth auch ältere Mitbürger an. Quelle: Frank Bürstenbinder

Dann gibt es Familien, wo die Zugehörigkeit zur Feuerwehr vererbt wird. Zum Beispiel bei Gabriele Schulz. Die Jeserigerin ist im Förderverein aktiv. Ihr Vater Kurt Schulze gehörte zu den Urgesteinen der Brandschutztruppe. Jetzt ist Tochter Stefanie bei den aktiven Einsatzkräften. Im Babywagen strampelt Enkelin Isabel. Ihre Karriere bei der Feuerwehr ist schon ausgemachte Sache – auch ohne Flasche.

Von Frank Bürstenbinder

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