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Petra Wellnitz wird JVA-Chefin auf Probe

Gefängnis in Brandenburg an der Havel Petra Wellnitz wird JVA-Chefin auf Probe

Seit zwei Jahren ist Petra Wellnitz nun schon mit der kommissarischen Leitung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Brandenburg an der Havel betraut. Ihr Vorgänger Hermann Wachter wurde Anfang 2014 im Zuge der Affäre um Ex-Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) von seinem Amt entbunden. Nun wird Wellnitz auch auf dem Papier zur Einrichtungsleiterin.

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Petra Wellnitz

Quelle: V. Maloszyk

Brandenburg/H. Seit zwei Jahren ist Petra Wellnitz nun schon mit der kommissarischen Leitung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Brandenburg betraut. Ihr Vorgänger Hermann Wachter, der bis vor wenigen Wochen zumindest auf dem Papier Leiter der Einrichtung war, wurde Anfang 2014 von seinem Amt entbunden, nachdem der Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) seinen Stuhl räumen musste.

Schöneburg zog damit die Konsequenzen aus den Vorwürfen, er habe zwei Sexualstraftäter begünstigt, für die er als Anwalt die gemeinsame Unterbringung in einer Zelle in der JVA Brandenburg an der Havel durchgesetzt hatte. Der in der JVA hoch geschätzte Wachter, der inzwischen am Oberlandesgericht tätig ist, musste in der Folge gehen, weil ihm, der wiederholt die Nähe des Ministers zu seinen früheren Mandanten intern kritisiert hatte, eine Mitschuld am Bekanntwerden der Affäre gegeben wurde.

Nun hat das Kabinett mit Wirkung vom 10. Mai 2016 Petra Wellnitz die Funktion der Leiterin der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel zur Probe übertragen.

Petra Wellnitz, 1969 in Hannover geboren, arbeitete nach dem zweiten Staatsexamen zunächst in Justizvollzugsanstalten in Sachsen, bevor sie 2001 als Vize-Anstaltsleiterin an die JVA Cottbus-Dissenchen wechselte. Von Januar 2007 bis Juni 2008 war sie stellvertretenden Leiterin der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben, bevor sie im Juli 2008 an die Justizvollzugsanstalt Neuruppin-Wulkow versetzt wurde. Bevor sie im April 2014 nach Brandenburg kam, war sie auch im Justizministerium tätig. Im Jahr 2015 nahmen sich in der JVA vier Gefangene das Leben. Dadurch geriet auch Wellnitz öffentlich in die Kritik, betonte aber im MAZ-Interview, keiner der Selbstmorde sei vorhersehbar gewesen.

Die Justizvollzugsanstalt Brandenburg wurde 1928 bis 1931 errichtet und wird derzeit modernisiert. Die Anstalt gliedert sich heute in drei Vollzugsabteilungen und eine Krankenabteilung. Des Weiteren befindet sich auf dem Anstaltsgelände die Aus- und Fortbildungsstätte für den Justizvollzug des Landes. Die JVA verfügt über 300 Haftplätze. Davon unter anderem 59 Haftplätze für erwachsene männliche Untersuchungsgefangene, 112 Haftplätzen für erwachsene männliche Strafgefangene, 70 Haftplätzen in der Sozialtherapeutischen Abteilung und 50 Haftplätzen für erwachsene männliche Strafgefangene im offenen Vollzug.

Auch die Einrichtung für den Vollzug der Sicherungsverwahrung befindet sich auf dem Gelände der JVA. In der Justizvollzugsanstalt werden Freiheitsstrafen bis zu lebenslanger Haft sowie Untersuchungshaft vollstreckt. Dort sind 290 Mitarbeiter beschäftigt. Den wesentlichen Anteil stellen mit 200 Mitarbeitern der allgemeine Vollzugsdienst und der Werkdienst.

Von Benno Rougk

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