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Brandenburg/Havel Pflegedienst zieht in „Radeweger Hof“
Lokales Brandenburg/Havel Pflegedienst zieht in „Radeweger Hof“
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09:08 06.07.2016
Ingrid und Reinhard Wolf Quelle: Frank Bürstenbinder
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Radewege

Das letzte Frühstück ist angerichtet. Noch einmal werden die Betten abgezogen. Mit einem lachenden und einen weinenden Auge wünschen Ingrid und Reinhard Wolf ihren Gästen eine gute Heimreise. Lange schon wurde es gemunkelt, jetzt steht es fest: Das 1994 erbaute Landhotel „Radeweger Hof“ stellt seinen Betrieb ein. Während schon das erste kleinere Inventar den Besitzer wechselte, verließen an diesem Mittwoch die letzten Gäste das Zwölf-Zimmer-Haus.

Nach dem Aus von Kurths Landgasthaus auf der anderen Seite der Dorfstraße verliert das Beetzseedorf nun eine weitere Herberge. Erst zum Jahreswechsel schloss Horst Berger seine Gaststätte „Schwedenlinde“ im Nachbardorf Brielow für immer.„Wir sind jetzt Mitte 60. Auch aus gesundheitlichen Gründen wollen wir kürzer treten. Leider hat sich für den Hotelbetrieb trotz langer Suche niemand gefunden“, begründen die Wolfs den nicht leichten Abschied von ihrem Lebenswerk. „Seit der Eröffnung hat sich unser ganzes Leben im Hotel abgespielt. Jetzt ist Schluss. Das muss man erst mal realisieren“, so Ingrid Wolf.

Auch wenn das Radeweger Landhotel nun Geschichte ist, bleibt das Ehepaar der Region als touristischer Dienstleister erhalten. Auf ihrem Wohngrundstück am Beetzseeufer werden die Wolfs auch in Zukunft die drei vorhandenen Ferienhäuser und zwei Ferienwohnungen vermieten. „Das ist eine überschaubare Aufgabe. Die Gäste verpflegen sich selbst. Nur für die Frühstücksbrötchen wird auf Wunsch gesorgt“, sagt Reinhard Wolf. Aus dem gastronomischen À-la-carte-Geschäft hatte sich das Ehepaar schon vor vier Jahren zurückgezogen. Auch der Café-Betrieb mit dem berühmten Soft-Eis wurde später eingestellt. Nur für ihre Hotelgäste wollten die Wolf noch da sein.

Was passiert jetzt mit dem ehemals bäuerlichen Anwesen in der Ortsmitte? Die bisherigen Besitzer hatten Glück. Es fand sich ein Käufer. Die Verträge sind gemacht. Für das weiträumige Areal aus altem Familienbesitz gibt es eine neue Zukunft – als Alterssitz für Senioren. Der bislang in Brandenburg ansässige Pflegedienst „Für Stadt und Land“will die Hotelanlage als Domizil für Wohngruppen und eine Tagespflege umnutzen. Mit Details hält sich Inhaberin Eva Rettig noch zurück. Das selbe Unternehmen wollte eigentlich in einen Neubau in Brielow investieren. Doch der Gemeinderat von Beetzsee verweigerte mehrheitlich die Zustimmung zum Verkauf eines brachliegenden kommunalen Grundstücks in der Hauptstraße. Eine umstrittene Entscheidung, die sogar zu einer Unterschriftensammlung gegen den Beschluss geführt hatte (MAZ berichtete).

Keimzelle des „Radeweger Hofs“ war das 1987 eröffnete Eiscafé, an das sich Durchreisende bis heute erinnern. Renner war der Schoko-Vanille-Mischer. „Wir haben damals verkauft, wie verrückt“, erinnert sich Reinhard Wolf. In der DDR waren Softeismaschinen so viel wert wie die Autoanmeldung kurz vor der Abholung eines Trabis. In viel Eigenleistung hatte der gelernte Elektroingenieur einen ehemaligen Schweinestall zum Café umgebaut. Nach der Wende wurde der frühere Kuhstall samt Heuboden zum Hotel umgebaut. Eine Scheune diente als Festsaal. Aus dem Göpel, wo einst Pferde im Kreis liefen, um die Dreschmaschine anzutreiben wurde ein Treffpunkt für gesellige Stunden. So ganz auf die Schnelle verabschieden sich die Wolfs vom Hotel-Anwesen nicht. Die Tomaten und Kartoffeln auf dem Grundstück ernten sie noch ab.

Von Frank Bürstenbinder

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