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Pflegefamilien dringend gesucht

25 Jahre Pflegekinderdienst in Brandenburg/H. Pflegefamilien dringend gesucht

35 Kinder leben in Brandenburg an der Havel derzeit in Pflegefamilien. Das berichtet Kerstin Schöbe, Fachbereichsleiterin für Jugend, Soziales und Gesundheit der Stadt, auf Anfrage. Darüber hinaus ist die Stadt Leistungsträger für insgesamt 65 Pflegekinder, die zum Teil auch in anderen Kommunen leben. Aber: Es fehlen Familien, die Pflegekinder bei sich aufnehmen.

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Pflegeeltern wie diese im brandenburgischen Welzow sind in der Stadt Brandenburg rar gesät.

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. In den 25 Jahren seines Bestehens hat der Pflegekinderdienst der Verwaltung um die 300 Kinder in Pflegefamilien untergebracht. Genau lässt sich das nicht bennenen, werden die Zahlen doch erst seit 1997 erfasst.

Seither seien 293 Kinder vermittelt worden. „Wünschenswert“ sei laut Schöbe, bei der Vermittlung auf „einen Pool von Pflegefamilien“ zurückgreifen zu können. „Es ist wichtig, bei der Vermittlung von Kindern auf deren Bedürfnisse zu schauen, um eine für das Kind möglichst gut geeignete Pflegefamilie zu finden“, schreibt die Fachbereichsleiterin.

Aktuell gebe es in der Stadt allerdings keinen festen „Stamm“ von bereitwilligen Familien, die quasi auf Standby bereitstehen, wenn sich neue Fälle ergeben. Defizite hat Schöbe zudem im Bereich der familiären Bereitschaftspflege ausgemacht. „Es kommt nicht selten vor, dass insbesondere kleine Kinder unvorhergesehen und aus unterschiedlichen Gründen in Obhut genommen werden müssen“, sagt Schöbe.

Hat eine Familie dann kurzfristig die Obhut für ein Kind übernommen, könne dieses auch schnell wieder in die Herkunftsfamilie zurückkehren - manchmal innerhalb weniger Tage oder Wochen. Von solchen "Kurzzeit-Pflegeeltern" werden deshalb besondere Fähigkeiten verlangt. Sie müssen hochgradig belastbar und flexibel sein.

Info

Der Pflegekinderdienst der Stadt Brandenburg koordiniert seit einem Vierteljahrhundert in der Stadt das Angebot der Vollzeitpflege für Kinder. Am Freitag hat die Verwaltung anlässlich des Jubiläums alle Pflegefamilien der Stadt zu einem Fest nach Bollmannsruh geladen.

Sich dazu zu entscheiden, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen, ist ein großer Schritt. Dessen sind sich Pflegeeltern bewusst. Wer sich bei der zuständigen Fachgruppe meldet, wird in der Vorbereitung und auch, wenn das Kind schon bei der betreffenden Familie lebt, trotzdem umfangreich aufgeklärt, betreut und unterstützt. Vorrangiges Ziel ist es dabei aber ausdrücklich stets, "die Erziehungsfähigkeit der leiblichen Eltern zu stärken oder zu entwickeln, damit das Kind bei ihnen aufwachsen kann", sagt Kerstin Schöbe. Wie lange Kinder in ihren Pflegefamilien bleiben, lässt sich schon allein deshalb pauschal nicht sagen, weil Pflegekinder aus dern verschiedensten Gründen von ihren Familien getrennt würden.

Jeder Fall ist individuell zu betreuen, es ginge nicht darum, ein Pflegekind langfristig mit einer Pflegefamilie zusammen zu bringen: Im Optimalfall kehren Pflegekinder irgendwann zu ihren leiblichen Eltern zurück.

"Der Verbleib von Kindern außerhalb des Elternhauses richtet sich danach, wie lange dieser Prozess dauert und dies in einer für das Kind angemessenen Zeit geschehen kann. Nur wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden muss, dass es in einer für das Kind angemessenen Zeit nicht zur ausreichenden Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie kommen wird, kann Vollzeitpflege für manche Kinder einen auf Dauer angelegte Lebensform werden."

Natürlich müssen potenzielle Pflegeeltern bestimmte Parameter erfüllen. So dürfen diese natürlich keinerlei für die Pflege eines Kindes relevante Vorstrafen aufweisen und müssen wirtschaftlich auf sicheren Füßen stehen. Letztlich seien Entscheidungen darüber, ob Familien für die Aufnahme von Pflegekindern geeignet sind, aber immer Einzelfallentscheidungen. "Es muss geschaut werden, ob es für ein zu vermittelndes Kind passt", sagt Kerstin Schöbe.

Von Philip Rißling

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