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Brandenburg/Havel Pfusch im Klinikum: Falsche Diagnose in der Notaufnahme
Lokales Brandenburg/Havel Pfusch im Klinikum: Falsche Diagnose in der Notaufnahme
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14:35 15.03.2018
Logo des städtischen Klinikums in Brandenburg an der Havel. Quelle: Philip Rißling
Brandenburg/H

Eine Tablette statt einer dringenden stationären Behandlung: So musste Heinz Hellwig die Rettungsstelle des Städtischen Klinikums am 13. Februar wieder verlassen. Die stationäre Therapie bekam er dann in den Johanniter-Kliniken in Treuenbrietzen, die er erst Anfang März verlassen durfte.

Zu verdanken hat er dies seiner behandelnden Rheumatologin und seiner resoluten Ehefrau Christel Hellwig. Die Kliniken in Treuenbrietzen sind unter anderem spezialisiert auf Lungenkrankheiten und Rheumatismus.

Der Reihe nach: Heinz Hellwig wurde vom Rettungswagen abgeholt, weil er über starke Schmerzen in der linken Brust klagte. Zu Hause hat er ein EKG-Gerät, ein Herzproblem konnte weitgehend ausgeschlossen werden. Doch der Mann leidet unter Gefäßrheumatismus, hat eine schwer geschädigte Lunge. In der Rettungsstelle wurde er untersucht und bekam ein Antibiotikum, dann sollte er wieder nach Hause.

„Die Untersuchung fand in einem Raum statt, in dem nur Minuten zuvor ein Patient gestorben ist. Das hat meinen Mann sehr schockiert in seiner labilen Verfassung. Für einen Mediziner gehören solche Dinge zum Alltag, sind jedoch nicht sehr aufbauend für einen sehr kranken Menschen“, beklagt Christel Hellwig. Sie und ihr Mann seien seit Jahren immer wieder am Klinikum in Behandlung, man habe dort über alle Patientendaten und Vorschädigungen Bescheid gewusst.

Erst die Rheumatologin im Gesundheitszentrum habe die Lungenentzündung ihres Mannes diagnostiziert und dafür gesorgt, dass er sofort nach Treuenbrietzen kommt. Dort sei ihr Mann sofort an den Behandlungstropf gelegt und versorgt worden. Christel Hellwig hat noch am 19. Februar an die Klinikumsleitung geschrieben – eine Antwort hat sie bis heute nicht.

„Warum setzt man sehr kranke Menschen einfach wieder vor die Tür statt sie ordnungsgemäß zu behandeln? Wenn nicht die Möglichkeit bestand, ihn in Brandenburg ordentlich zu versorgen, hätte er vom Klinikum aus umgehend nach Treuenbrietzen gebracht werden müssen“, schreibt sie.

„Für mich grenzt diese Angelegenheit an grobe Fahrlässigkeit und unterlassene Hilfeleistung . Es widerspricht dem ärztlichen Ethos, eine Anzeige behalte ich mir vor.“

Auf MAZ-Anfrage äußert sich Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter, nachdem sie eine Stellungnahme aus der Rettungsstelle eingeholt hat: „Ich habe ein erhebliches Datenschutzproblem. Ich kann Frau Hellwig gegenüber keine Stellungnahme abgeben, da ich von ihrem Mann keine Schweigepflichtentbindung habe, sie ist auch nicht als zu benachrichtigende Angehörte in den Unterlagen vermerkt. Deshalb erhält sie nur eine entsprechende Information. Ich werde aber Ihrem Mann schreiben. Die Vorwürfe können wir so nicht bestätigen.“

Seit Wochen gebe es im Klinikum eine enorme Steigerung der Patientenzahlen, das Haus sei regelmäßig überbelegt. Hinzu komme, dass Personal zunehmend aus Krankheitsgründen ausfällt. „Insofern haben wir keine Reserven, um die Rettungsstelle aufzustocken.“

Von André Wirsing

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