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Brandenburg/Havel Durch die Plane: Baggern statt Bohren
Lokales Brandenburg/Havel Durch die Plane: Baggern statt Bohren
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16:56 11.10.2018
Für Versorgungsleitungen wurde in dieser Woche die Plane neben der Brücke aufgebaggert, weil der Fluss zeitweise trocken gefallen ist. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Was wie eine gewaltige Baustelle an der Planebrücke aussieht, ist nur das Vorspiel zur Baumaßnahme, die im kommenden Jahr startet.

Stadtwerke und Brawag nutzen den einmaligen Umstand, dass der Wasserstand der Plane derzeit so niedrig ist, dass die darunter hindurchführenden Rohre im offenen Bau verlegt und doppelt so teure Durchörterungen vermeiden werden können.

„Aufgrund des geplanten Neubaus der Brücke über die Plane in der Wilhelmsdorfer-/Ziesarer Landstraße sind umfangreiche Umverlegungen aller Medien erforderlich“, sagt Stadtwerkesprecherin Beate Dabbagh. „Die Umverlegungen der Medien werden kurzfristig durchgeführt, da die Plane derzeit kaum Wasser führt und die Stadtwerke dadurch Investitionskosten von mehr als 100.000 Euro sparen kann. Das geplante Bohrverfahren durch die Plane wäre sehr kostenintensiv geworden.“

Als Erdgasleitung werde ein 300-Millimeter-Stahlrohr verlegt, das 16 bar Gasdruck verträgt. Der Düker ist etwa 30 Meter lang, eingebunden wird er im nächsten Jahr nach Beendigung der Heizperiode. Alle Rohre bekommen an den Enden jeweils Kappen aufgesetzt, die provisorisch verschweißt werden. Sie werden wieder abgenommen, wenn die restlichen Leitungen umverlegt sind. Ähnliches gilt für das 300-Millimeter-Trinkwasserrohr aus hochdichtem Polyethylen, sagt Brawag-Sprecherin Heike Beckmann. Die Stadtwerke haben zudem noch mehrere Leerrohre auf jeweils 24 Metern Länge nebeneinander gelegt, damit dann Strom- und Datenleitungen einfach durchgeschoben werden können.

Neben den Bauleuten haben auch die Archäologen hervorragende Bedingungen vorgefunden. Unmittelbar neben der Planebrücke gab es die historische Furt, die naturgemäß an einer schmalen und seichten Stelle angelegt wurde. „Wir wussten ja, dass es mindestens zwei Flussläufe gab, aber hatten nicht damit gerechnet, dass es vier waren. Insofern ist diese Baustelle sehr interessant für uns“, sagt Archäologe Stefan Dalitz. Unter dem heutigen Fluss mit seinen 15-16 Metern Breite, fand Dalitz hölzerne Spundwände, die einen neun Meter breiten Flusslauf begrenzten, der war aber mit Sedimenten zugesetzt, so dass er über die Ufer trat. Darunter wiederum lag unter anderem eine völlig vertorfte Plane, der Archäologe konnte sogar Holzproben sichern, die von Pfählen stammten, an denen die Boote festgebunden waren. „Was wir nicht gefunden haben, ist eine Siedlung, die gerade an den eng zusammenliegenden Landzungen zu vermuten gewesen wäre. Da müssen wir beim Straßenneubau und -abriss noch einmal genau schauen.“

Im kommenden Winter soll das Baufeld frei gemacht werden. Über das komplette Jahr 2019 wird gebaut. Für die Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger ist das mit relativ wenigen Einschränkungen verbunden, weil die neue Brücke 40 Meter westlich von der vorhandenen errichtet wird. Es wird also neu gebaut, während der Verkehr noch über die alte Trasse führt. Ähnliches gilt für den Bahnübergang. „Allerdings ist die Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn AG noch nicht unterschrieben“, sagt Tiefbauchef Peter Reck.

Von André Wirsing

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