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Plankenhersteller arbeitet in Vollauslastung

Kirchmöser Plankenhersteller arbeitet in Vollauslastung

Der Schutzplankenhersteller BBV in Kirchmöser hat in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung hingelegt und Vollauslastung erreicht. Tonnage, Umsatz und Mitarbeiter sind um 10 bis 20 Prozent gestiegen. Neue Produkte sind hinzugekommen. Kurios: Der Bahnanschluss wird aus Kostengründen nicht genutzt, der Stahl über die Straße an- und abgefahren.

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Die Stahlplanken werden ins heiße Zinkbad getaucht, um sie vor Korrosion zu schützen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Der Schutzplankenhersteller BBV in Kirchmöser hat in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung hingelegt und eine Vollauslastung erreicht. Tonnage, Umsatz und Mitarbeiter sind um 10 bis 20 Prozent gestiegen. Neue Produkte sind hinzugekommen. Kurios ist allerdings, dass der Bahnanschluss aus Kostengründen nicht genutzt wird und der Stahl über die Straße an- und abgefahren wird.

Wer in die Straße Am Lokwerk im Industriegebiet Kirchmöser-Süd kommt, sieht fast immer reihenweise Lastwagen vor allem aus Osteuropa vor dem BBV-Werk entlang der Straße stehen, die auf Abfertigung warten. Wer genauer hinschaut, entdeckt ein totes Gleis, das neben den Lkws an der Straße endet.

Eigentlich wäre das stahlverarbeitende Unternehmen prädestiniert dafür, den An- und Abtransport der Materialströme über die Schiene abzuwickeln. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann machte unlängst die „Unpünktlichkeit der Bahn“ als Grund dafür aus, dass das Unternehmen den Transport über die Straße bevorzugt.

Tatsächlich sind es Kostengründe, aus denen Woche für Woche bis zu 100 Lastwagen das Werk in Kirchmöser anfahren und verlassen. Das passt nach Angaben von Geschäftsführer Bernd Wilmsmann (48) besser zum auf Flexibilität angewiesene Spotgeschäft der BBV-Gruppe im Einkauf und Vertrieb.

Gleise kosteten den Staat 900 000 Euro

1275 Meter Gleise hatte eine Fachfirma im Juni 2007 verlegt, um das damals entstehende Industriegebiet Kirchöser-Süd zu erschließen.

Die Gleisanlagen mit vier Weichen führen bis vor das Grundstück der BBV- Verzinkerei. Diese sollte ebenso davon profitieren wie Gießerei der Firma „Kirchmöser Hightec-Guss”, die allerdings nie gebaut wurde.

Der Bau der Bahnanbindung kostete seinerzeit 900 000 Euro, im Wesentlichen finanziert mit staatlichen Fördermitteln für die Ertüchtigung des Industriegebiets.

Die BBV Baustahl und Blechverarbeitungsgesellschaft in Kirchmöser ist ein reiner Produktionsbetrieb, der im Kundenauftrag Stahlschutzsysteme herstellt, die ganz überwiegend auf deutschen Straßen verbaut werden. Dazu gehören seit etwa fünf Jahren auch mobile Trennwände auf Autobahnbaustellen.

Der BBV-Chef bestätigt, dass der benötigte Stahl zumeist aus Osteuropa geliefert wird und daher regelmäßig Lkws aus Polen, Tschechien, Ungarn, Serbien und Russland vor dem Werkgelände stehen. Das war vor 15 Jahren noch anders, als der Stahl überwiegen in Deutschland gekauft wurde oder wie vor etwa zehn Jahren aus Asien und auch den USA kam.

Die Zeiten vor fünf bis zehn Jahren, als der Stahl über Antwerpen den Brandenburger Hafen erreichte und nur die letzten Kilometer auf der Straße zurückgelegt wurden sind ebenfalls vorbei. Solche Transportwegen sind nicht mehr wirtschaftlich.

Geschäftsführer Wilmsmann bestätigt, dass der reine Produktionsbetrieb in Kirchmöser gut zu tun hat, wächst und investiert. „Wir produzieren mehr als noch vor einigen Jahren“, berichtet er. Mit dem Ausbau von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Deutschland, wächst auch die Auslastung in der BBV-Gruppe. Wilmsmann: „Seit zwei Jahren erleben wir die Vollauslastung.“

10 bis 20 Prozent Zusatztonnage und entsprechende Steigerungen beim Umsatz und der Mitarbeiterzahl, die auf 150 Beschäftigte gestiegen ist. Eingestellt wurden in den vergangenen zwei Jahren vom Meister über den Facharbeiter bis zum Produktionshelfer ein breites Spektrum an Mitarbeitern.

Den Facharbeitermangel bemerkt auch der Betrieb in Kirchmöser. Die BBV-Gruppe bildet daher den eigenen Nachwuchs aus und wirbt mit perspektivreicher Beschäftigung und zukunftsorientierten Technologien.

Der Betrieb hat zuletzt erheblich investiert: in Rollformanlagen, Roboter und neue Blechverarbeitungsmaschinen. „Wir sind inzwischen ein Vollsortimenter“, sagt Wilmsmann. Gebraucht werden nicht mehr einzelnen Planken und Pfosten, sondern komplexe Systeme für die Straße, Verkehrsleiteinrichtungen aus Stahl, wie der Firmenchef die in Kirchmöser hergestellte Produktgruppe nennt.

Um die Abläufe vor dem Werk zu verbessern, hat die Unternehmensgruppe Ergänzungsflächen gekauft. Gebaut wird zunächst ein neuer Parkplatz. Eine Hallenerweiterung ist derzeit nicht vorgesehen, aber für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

Von Jürgen Lauterbach

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