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Brandenburg/Havel Plattenbau mit Parklandschaft
Lokales Brandenburg/Havel Plattenbau mit Parklandschaft
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16:39 16.03.2018
Anwohner Klaus Appelt (rechts) im Gespräch mit OB Steffen Scheller (links) und Wobra-Chef Stephan Falk. Quelle: André Wirsing
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Brandenburg/H

Petra und Klaus Appelt wissen, dass sie in drei Jahren aus ihrer Wohnung in der Willibald-Alexis-Straße ausziehen müssen, weil auch ihr Block wie fast alle in der Straße abgerissen wird. Seit 35 Jahren wohnen sie dort, die Straße hieß früher im Volksmund „Stiefelgasse“ wegen des hohen NVA-Offiziersanteils. „Nein, nach Nord ziehen wir nicht, wir wollen in Hohenstücken bleiben“, sagen sie im Gespräch mit Wobra-Chef Stefan Falk. Schließlich haben sie bislang 50 Meter von ihrem Haus auch ihren Kleingarten. Falk schlägt ihnen eine Wohnung in der Wiener oder Prager Straße vor. „Dann müssen wir unsere Einbauküche umbauen.“ Schnell sind alle bei den praktischen Fragen.

Drei Tage lang können die Bewohner von Hohenstücken über die Zukunft ihres Stadtteils diskutieren, sich informieren, Experten für Stadtplanung, aus der Verwaltung und aus den Wohnungsgesellschaften treffen. Der Stadtteil wird durch die geplanten Abrisse luftiger und grüner.

Die Appelts sind typische Hohenstückenbewohner, sie lieben ihren Kiez, es gibt eine gute Infrastruktur und Versorgung, viel Grün vor der Tür. „Hohenstücken ist unterschätzt. Es besteht eine große Diskrepanz in den Sichten von außen und von innen“, sagt auch Lutz Wüllner vom Stadtplanungsberatungsbüro BBSM. „Es gibt Qualitäten im Freiraum, in der Nähe zum Wald, zu den Kleingärten – für viele ist es das Äquivalent zum Haus mit Garten.“ Die Stadtplaner haben deshalb ihrer Vision vom Stadtteil deshalb auch den Namen „WohnParkLandschaft“ gegeben. Und es wird ja noch luftiger – in diesem Jahr beginnen die Abrisse in der Schleusener Straße, die letzten Mieter sind in der Vorwoche umgezogen. Die Willibald-Alexis-Straße ist als letztes dran, sagt Falk.

Ganz andere Probleme diskutiert Christina Mandel mit Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU). Der Geschäftsführerin des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter möchte eine längere Betreuung für Kleinkinder, vor allem in den Randzeiten vor und nach der Kita-Öffnung. „Es gibt ein Projekt ,Sonne, Mond und Sterne, das erfolgreich in drei anderen Bundesländern erprobt ist. Ich möchte das auch in die Stadt bringen, brauche aber die Unterstützung aus der Verwaltung, damit es Fördermittel gibt.“ Scheller kennt das Problem: „Es geht um Schichtdienste, lange Fahrzeiten oder zusätzliche Ausbildung neben dem Beruf. Da kann man die Betreuung der Kinder nicht immer in der Familie abdecken. Am Ende wird es auf ein zusätzliches Tagesmütterprojekt hinauslaufen.“

Seit Donnerstag läuft das Stadtteilforum für Hohenstücken im Bürgerhaus, an diesem Sonnabend wird ab 11 Uhr der Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) für Gespräche zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu den anderen Foren gibt es in Hohenstücken keinen „Frontalunterricht“ mit angeschlossener Fragerunde, sondern es trägt einen offenen Werkstattcharakter, jeder kann mit jedem reden, seine Meinung an Tafeln hinterlassen, es ist ein Kommen und Gehen. Auf einem Stadtteilplan können die Hohenstückener mit grünen und roten Punkten markieren, welche Plätze ihnen gut und welche weniger gut gefallen. Die meisten roten (Minus-)Punkte gibt es für den Komplex um den „Lila Lackschuh“. „Für uns ist das nichts Neues. Wir hören die Anliegen jeden Tag. Oberstes Thema ist die Sauberkeit, und dort sieht es nicht so schön aus“, sagt Quartiersmanager Tino Haberecht. Auch die drohenden Abrisse bewegten die Menschen.

Von André Wirsing

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