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Brandenburg/Havel Plötzlich war Rolands Messer zerbrochen
Lokales Brandenburg/Havel Plötzlich war Rolands Messer zerbrochen
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00:18 29.06.2017
Da ist doch etwas nicht mehr vorhanden: Die Bruchstelle in mehr als zwei Meter Höhe am Gürtel der Brandenburger Rolandstatue ist gut zu erkennen. Quelle: Heiko Hesse
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Brandenburg/H

Da fehlt doch was. Der Urlauber stutzt, tritt näher an die Rolandstatue heran und schaut genauer hin. „Doch“, sagt er, „da war was, und nun ist es weg“. Der Fremde sieht nur die frische Bruchstelle am Gürtel des 5,34 Meter großen Standbildes. Der Kundige weiß: Da müsste die untere Hälfte des Messers sein, dass der erste Ritter trägt. Vermutlich seit Donnerstag ist das Stück nicht mehr an seinem Platz und der Roland aus dem Jahre 1474 nicht mehr komplett.

Glück im Unglück: „Ein Passant hat das Stück des steineren Messers beim Pförtner im Rathaus abgegeben“, berichtet Verwaltungssprecher Jan Penkawa auf Anfrage. Das sei am Donnerstag geschehen. Bleibt die Frage: Wie aber kam es dazu, dass das Stück aus mehr als zwei Meter Höhe herabgefallen ist?

Der Roland kündet vom Stolz der Stadt

Die Rolandstatue aus Sandstein, geschaffen 1474, stand anfangs auf dem Neustädtischen Markt, wurde auf Geheiß des Soldatenkönigs vor das Neustädtische Rathaus gestellt. So war Platz für das Exerzieren der Soldaten.

Die Figur hatte einen hölzernen Vorgänger. Laut urkundlicher Erwähnung gab es diese Figur wenigstens schon im Jahre 1402. Brandenburg gehört damit zu den ältesten Rolandstädten.

Der Grund für das Aufstellen dieser Säule: Im 14. und 15. Jahrhundert kündeten sie vom Stolz der Städte und von ihrem Selbstbewusstsein. Nach dem Motto: Über uns nur Gott und der Kaiser.

Bei der Untersuchung des Stückes und des Stumpfes „haben wir gesehen, dass hier schon einmal etwas repariert worden ist“, sagte Penkawa. Es sei also durchaus möglich, dass Zeit und Witterung die Ursache waren. Im Laufe seiner bald 550 Jahre ist der steinere Ries’ einige Male repariert und saniert worden. Auf der Rückseite des Sockels, auf dem die Figur steht, künden Jahreszahlen von diesen Arbeiten.

Nicht zu vergessen, dass der Roland im Jahre 1941 in wenigstens zwei Teile zerlegt und in Kisten eingelagert worden ist, um ihn vor Kriegsschäden zu bewahren. So lag er fünf Jahre wohlbehalten auf Gut Wendgräben.

Die Rolandstatue, als sie noch vor dem Rathaus in der Neustadt stand Quelle: Sammlung Hesse

Penkawa hält es allerdings auch für möglich, dass sich Kraftmeier an dem Wahrzeichen ausgetobt haben. Manches mal seien Jugendliche und Männer beobachtet worden, „die unserem Roland doch näher gekommen sind, als uns lieb ist“. Auch wenn jedem Menschen klar sei, dass ein Denkmal kein Klettergerät ist, gibt es doch Leute, die das nicht glauben wollen.

Das Bruchstück liege inzwischen im Stadtmuseum. Anja Castens von der Denkmalpflege habe sich bereits damit beschäftigt und sei zuversichtlich, dass man das Stück wieder ansetzen lassen kann. Erste Gespräche mit einer Fachfirma habe es schon gegeben. „Das werden wir wieder hinkriegen“, frohlockt der Verwaltungssprecher.

Als dritte Ursache käme noch die Windhose in Betracht, die am Donnerstag in Brandenburg einiges durcheinander wirbelte. Wenn der Sturm Zeiger der Katharinenturmuhr abknickt, kann er ja auch porösen Stein brechen lassen.

Vor wenigen Jahren musste das Schwert des Ritter erneuert werden. Nun ist das Messer an der Reihe. Penkawa vermittelt den Eindruck, dass diese Sache Priorität genießt. „Wir werden unseren Roland kurzfristig wieder in vollständiger Schönheit präsentieren.“

Von Heiko Hesse

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