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Brandenburg/Havel Politiker ganz nah: Saldern-Schüler diskutieren mit Landtagsabgeordneten
Lokales Brandenburg/Havel Politiker ganz nah: Saldern-Schüler diskutieren mit Landtagsabgeordneten
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17:44 25.02.2019
Der CDU-Landtagsabgeordnete Knut Große diskutierte mit Elftklässlern des von-Saldern-Gymnasiums über die Legalisierung von Cannabis. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Bei der Abstimmung zur Legalisierung von Cannabis zeigte einzig der CDU-Landtagsabgeordnete Knut Große die rote Karte. Die Vertreter aus den übrigen vier Fraktionen, die im Brandenburger Landtag vertreten sind, können sich mit der Entkriminalisierung des grünen Krauts anfreunden. Unter den Elftklässlern aus zwei Politik-Kursen des von-Saldern-Gymnasiums herrschte ohnehin weitgehend positive Einigkeit wenn es um die Legalisierung geht.

Die kleine Abstimmung gehörte zum Schlussteil des Politikprojekts „Dialog P“, das unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Britta Stark schon seit einigen Jahren in Schulen in allen Brandenburger Wahlkreisen zu Gast ist. Die teilnehmenden Schüler zeigten sich von dem Konzept begeistert. „Das können wir gerne wiederholen“, sagte der 16-jährige Henrik Schmidt in der Auswertungsrunde.

Intensive Vorbereitung auf politischen Austausch

Überzeugt hat die Jugendlichen vor allem die Möglichkeit, mit Politikern auf Augenhöhe zu Themen zu sprechen, für die sich die Schüler selbst am meisten interessieren. Neben der Cannabis-Legalisierung standen die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, die Fahrverbote für Dieselautos sowie die eine bessere individuelle Förderung von Schülern und eine regelmäßige Evaluierung der Unterrichtsqualität aller Lehrer im Fokus des Dialogs.

Seit Januar haben sich die Schüler in den Unterrichtsstunden von Politiklehrer Ulli Hadrath vorbereitet. „Ich war eigentlich nur Lernbegleiter, die Schüler haben selbst recherchiert, Argumente gesammelt und die ganze Veranstaltung vom Catering bis zur Moderation vorbereitet“, sagte Hadrath.

Lösungen komplexer als gedacht

Ein bisschen Anleitung und Orientierung lieferte das Material, das für das Schulprojekt entwickelt wurde. Als Moderatorinnen fungierten die Saldern-Schülerinnen Undine Reichel und Athina Rasche. In einer kleinen Vorstellungsrunde waren zuerst die teilnehmenden Politiker gefordert. Ralf Holzschuher (SPD), Marie Luise von Halem (Grüne), Thomas Jung (AfD) und Andrea Johlige (Die Linke) bekannten sich allem zu ihrem frühen Interesse zu politischen Themen.

Anschließend kamen die Landtagsabgeordneten ins Rotieren und wanderten von einem Tisch zum anderen. Rund zehn Minuten hatte die Schüler und Politprofis jeweils Zeit, um sich zu den ausgewählten Themen auszutauschen. Klar wurde den Jugendlichen vor allem, dass die Suche nach Lösungen viel komplexer ist, als vor dem intensiven Austausch gedacht. Etwa bei der Diskussion um einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr.

Plädoyer für kostenlosen Nahverkehr

„In Estland gibt das schon seit 2013 und es funktioniert“, hat Henrik Schmidt herausgefunden. Finanziert werde das ganze aus Steuermitteln und die Einheimischen können umsonst fahren. In der Stadt Brandenburg könnte doch ein Pilotprojekt unter gleichen Voraussetzungen gestartet werden. Von politischer Seite gab es Gegenargumente.

Was ist mit dem Umland, muss dann dort im Nahverkehr gespart werden. Pendler kämen trotzdem mit dem Auto in die Stadt. „Man merkt, das Interesse bei den Schülern ist geweckt und zu einzelnen Themen kann ich mir gut eine Fortsetzung der Diskussion mit weiteren Gästen vorstellen“, sagte Lehrer Ulli Hadrath.

Von Christine Lummert

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