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Politiknachwuchs: Poetry Slam bei den Jusos

Nachwuchs revoltiert Politiknachwuchs: Poetry Slam bei den Jusos

Die Sozialdemokraten in Brandenburg an der Havel sind heillos zerstritten, reiben sich selbst in Grabenkämpfen auf. Zeit etwas Fruchtbringendes für die Stadt zu tun, sagt sich der Nachwuchs und gründet eine eigene Juso-Truppe.

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Juso-Initiator: Daniel Förster (28).

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Sie wollen es besser machen als die alten Sozialdemokraten. Und sie haben alle Voraussetzungen dazu - man kann es derzeit nur besser machen. Deshalb soll am kommenden Dienstag offiziell eine Juso-Gruppe in der Stadt gegründet werden. Dazu laden die Sozialdemokraten Daniel Förster, Daniel Keip und Michael Raith ein, sie sind auch die einzigen Arrivierten in dem Kreis der an Politik interessierten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, von denen sich 13 bereits vor einigen Tagen getroffen hatten. „Viele kommen aus dem SPD-Umfeld, sind aber keine Mitglieder. Wir haben noch nicht einmal im engsten Freundes- und Bekanntenkreis ,rekrutiert’, es könnten also noch mehr werden“, sagt Förster.

Alle Interessierten wollen zusammen als Juso-Gruppe erste konkrete Projekte angehen. „Ich nehme das als Zeichen, dass bestimmte Themen für Schüler, Studierende und junge Familien bisher nicht ausreichend Gehör finden.“

Keip ist ebenfalls optimistisch: „Schon unter den ersten Vorschlägen für eine lebenswerte, zukunftsfähige Stadt waren konkrete Projektideen. Und die Diskussionen unter den zukünftigen Jusos machen den Eindruck, dass sie die auch mit Engagement umsetzen werden.“ Es gebe bereits konkrete Ideen – etwa zu Konzerten oder Poetry-Slam-Veranstaltungen, die in die Stadt geholt werden sollen. Die Älteren und Erfahrenen werden bei der Bürokratie helfen, etwa beim Schreiben von Fördermittel- oder Genehmigungsanträgen.

Ansonsten wollen sich die Jusos aber aus allen Grabenkämpfen der örtlichen SPD heraushalten, „wir wollen nicht streiten, sondern Dinge voranbringen“, sagt Förster. Er selbst könne sich beispielsweise auch die Zusammenarbeit bei einigen Projekten mit den Nachwuchsorganisationen von Linken (Solid), CDU (Junge Union) oder FDP (Julis) vorstellen, „ich bin da sehr frei, wenn es etwas bewirken kann“. Bei den Jusos kann man bis zum Alter von 35 Jahren mitarbeiten, eine Parteimitgliedschaft ist dafür nicht Voraussetzung.

Der SPD-Stadtchef Ralf Holzschuher gibt sich offen für den Nachwuchs: „Es ist schön zu sehen, dass sich so viele junge Menschen konkret für sozialdemokratische Politik interessieren. Die Jusos sind eigenständig und haben ihre eigene Meinung – die nicht immer der SPD entsprechen wird. Umso mehr freue ich mich schon jetzt auf die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Themen. Ich bin sicher, dass die Jusos wertvolle Beiträge, zum Beispiel zur Flüchtlingsthematik, zur Kultur und zur Stadtpolitik leisten werden.“

Damit überhaupt irgendwelche für die Stadtpolitik fruchtbaren Impulse aus dem Lager kommen, welches unter dem Signet der SPD firmiert.

Von André Wirsing

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