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Polizei rettet 15-Jähriger das Leben

Tragödie am Brandenburger Hauptbahnhof verhindert Polizei rettet 15-Jähriger das Leben

Die Polizei hat am Dienstag einem 15-jährigen Mädchen am Brandenburger Hauptbahnhof das Leben gerettet, das nur einen Meter neben Starkstromleitungen auf einer Brücke saß und die Beine baumeln ließ. Einem Polizisten gelang es, die Schülerin über das Geländer auf sicheren Boden zu ziehen. Auch die Bahn reagierte schnell.

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Quelle: imago stock&people

Brandenburg an der Havel. Zwei Polizisten und eine couragierte Passantin haben am Dienstag am Brandenburger Hauptbahnhof eine Tragödie verhindert. Weil sie behutsame Worte gefunden und er im richtigen Moment schnell reagiert hat, haben die junge Polizistin Juliane Domscheit und Hauptkommissar Christian Naethe einem 15-jährigen Mädchen das Leben gerettet. Alarmiert hatte die Retter eine Passantin, die das Mädchen in der lebensgefährlichen Situation gefunden hatte. „Es war knapp“, sagte Polizeisprecherin Jana Birnbaum der MAZ.

Der Notruf, dass ein Mädchen auf der Brücke am Hauptbahnhof sitzt, ging bei der Polizei um 16.30 Uhr ein. Nur 15 Minuten zuvor hatte das Asklepios Fachklinikum die Jugendliche, die dort stationär in Behandlung ist, bei der Polizei als vermisst gemeldet. „Wir planten gerade die Suche nach dem Mädchen, als der Notruf kam, dass eine Jugendliche in Gefahr sei“, sagte Polizeisprecher Oliver Bergholz.

Nur einen Meter bis zur Starkstromleitung

Die Besatzungen zweier Streifenwagen fuhren so schnell es ging zum Hauptbahnhof. Dazu eilten Hauptkommissar Christian Naethe und ein Notfallmanager der Bahn dorthin. Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten zum Einsatzort. Die 15-jährige Brandenburgerin saß im strömenden Regen nur einen Meter von der Starkstromleitung der Bahn entfernt mit baumelnden Beinen auf der Brücke direkt über den Gleisen. „Das Mädchen hätte leicht durch einen Lichtbogen einen Stromschlag bekommen können. Zudem bestand Gefahr durch durchfahrende Züge“, beschrieb Polizeisprecherin Jana Birnbaum die bedrohliche Lage, in die sich die junge Brandenburgerin gebracht hatte.

Der Bahnverkehr wurde sofort unterbrochen. Nach Angaben von Thorsten Peters, Sprecher der Bundespolizei in Berlin, stoppte die Bahn fünf Personenzüge auf der Strecke Magdeburg-Berlin. Gekappt wurde zudem die Stromversorgung der Leitung.

Zeitgleich näherte sich die Polizei-Auszubildende Juliane Domscheit der Jugendlichen und redete beruhigend auf das Mädchen ein. Behutsam versuchte sie es abzulenken. Auch die Passantin, die die Einsatzkräfte alarmiert hatte, half dabei. Von der anderen Seite außerhalb des Blickfelds der Schülerin schlich sich Dienstgruppenleiter Christian Naethe an die Jugendliche heran. In einem günstigen Moment packte Naethe das Mädchen an den Schultern und zog es vorsichtig über die Brüstung zurück auf den sicheren Bereich der Brücke. „Mensch Mädchen, mach keinen Unsinn“, beruhigte er die Schülerin. Völlig durchnässt, zitternd und durcheinander kauerte die Jugendliche nun auf dem Boden, neben ihr die junge Polizistin Juliane Domscheit. Beide nass bis auf die Haut.

Ab 17 Uhr war der Zugverkehr wieder frei

„Das Mädchen war aufgewühlt und durcheinander“, so Jana Birnbaum. „Sie war nicht aggressiv, hat sich nicht gewehrt. Gott sei Dank ist es gut ausgegangen.“ Um 17 Uhr gab die Bahn den Zugverkehr wieder frei. Rettungskräfte brachten die 15-Jährige ins Krankenhaus.

Von Marion von Imhoff

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