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Polizei sucht Brandstifter vom Klingenberg

Waggons ausgebrannt Polizei sucht Brandstifter vom Klingenberg

Nach den brennenden Eisenbahnwaggons auf dem Klingenberg ermittelt die Brandenburger Kriminalpolizei wegen Brandstiftung. Eine Absuche der Wracks und des Bahngeländes ergab, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Anwohner der Siedlung sehen in dem Eisenbahnfriedhof eine anhaltende Gefahr.

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Ausgebrannt: Schon bessere Zeiten hat dieser Personenwaggon französischer Herkunft erlebt.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brandenburg/H. Am Tag nach den brennenden Eisenbahnwaggons lüftet der Klingenberg durch. Überall in der Straße sind Fenster geöffnet. Der beißende Gestank der Rauchwolken hatte sich am Montagabend in der Siedlung breit gemacht. Für Irmgard Bluhm (73) und Hans Gössel (83) ist das flammende Inferno vor dem Wohnzimmer noch immer Gesprächsthema. Sie gehörten zu den zwölf Mietparteien, die ihre Wohnungen zeitweise verlassen mussten. „Nicht auszudenken, wenn die Flammen unser Haus erreicht hätten“, sorgt sich das Rentnerpaar. In den seit Jahren vor sich hin gammelnden Waggons auf den alten Anschlussgleisen sehen die Anwohner unverändert eine Gefahr. Auch Wolfgang Khaner, der seit 1964 auf dem Klingenberg wohnt, ist nicht glücklich über den Eisenbahnfriedhof hinter seinem Haus: „Erst kamen die Schrottdiebe, jetzt die Brandstifter.“

Fünf solcher Wracks stehen mittlerweile auf dem Bahngelände am Rande der Klingenberg-Siedlung

Fünf solcher Wracks stehen mittlerweile auf dem Bahngelände am Rande der Klingenberg-Siedlung.

Quelle: Frank Bürstenbinder

In der Tat laufen seit Dienstag die Ermittlungen der Brandenburger Polizei zu einer Brandstiftung. „Nach ersten Erkenntnissen ist zunächst ein ausrangierter Schlafwagen französischer Herkunft in Brand geraten. In weiterer Folge griff das Feuer auf zwei andere Waggons über und zerstörte diese“, teilte Polizeisprecher Oliver Bergholz mit. Erkenntnisse über mögliche Täter und Hintergründe des Vorfalls sind bislang nicht bekannt. Eine Absuche der Wracks und des Bahngeländes hat ergeben, dass keine Menschen durch das Feuer zu Schaden gekommen sind. Der Brand ereignete sich auf Anschlussgleisen, die vom Altstädtischen Bahnhof in die ehemaligen Industriebetriebe wie die Elisabethhütte und das Metallleichtbaukombinat führten.

Dieser brennende Schlafwagen bot ein gespenstisches Bild

Dieser brennende Schlafwagen bot ein gespenstisches Bild.

Quelle: Jan Pfotenhauer

Mit Sorge betrachtet Brandenburgs Feuerwehrchef Detlef Wolf die Gemengelage auf dem unzugänglichen Areal: „Es sieht da ganz schön wüst aus. Die Entwicklung sollte durch die Verwaltung im Auge behalten werden.“ Es war der zweite Feuerwehreinsatz auf dem Gelände. Entwarnung gibt der zur Villmann-Gruppe gehörende Bahn-Dienstleister und Waggonaufbereiter ITB. Danach geht von den ebenfalls abgestellten Kesselwagen keine Gefahr aus. „Die Waggons sind leer und gereinigt“, so Feuerwehrchef Wolf. Am Montagabend war die Situation unübersichtlich. Wegen der Hitze bestand Explosionsgefahr, weshalb die nur durch eine Mauer von den Gleisen getrennten Wohnungen evakuiert worden waren.

Anwohner Rex von Hohenhau alarmierte die Feuerwehrwehr

Anwohner Rex von Hohenhau alarmierte die Feuerwehrwehr.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Insgesamt waren am Montagabend 35 Feuerwehrleute im Einsatz, die sowohl von der Klingenbergstraße als auch vom alten Fabrikgelände aus die Brandbekämpfung aufnahmen. Neben der Berufsfeuer rückten die Freiwilligen Feuerwehren aus Brandenburg und Göttin an. Die brennenden Kunststoffeinbauten in den Waggons führten zu einer schwarzen Rauchsäule, die weit über die Klingenbergsiedlung hinaus zu sehen war. Gegen 21.30 Uhr brachten die Einsatzkräfte das Feuer unter ihre Kontrolle. Benachbarte Kesselwagen wurden vorsorglich abgekühlt.

Schwarzer Rauch und Flammen steigen über dem Bahngelände  auf

Schwarzer Rauch und Flammen steigen über dem Bahngelände auf.

Quelle: Martin Scharlach

Als erster Anwohner hatte Rex von Hohenhau die Leitstelle über das Feuer informiert. Er saß in seinem Garten, als der ruhige Abend ein aufregendes Ende nahm.„Erst gab es einen lauten Knall, dann schlugen die Flammen so hoch wie unser Haus“, berichtete der Lokführer der MAZ.

Von Frank Bürstenbinder

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