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Polizeiinspektion mit Kinderzimmer

Neubau im Behördendreieck Polizeiinspektion mit Kinderzimmer

Eine der modernsten Polizeigebäude der Republik wird in der kommenden Woche an der Magdeburger Straße von den Beamten bezogen, zumindest im Land Brandenburg gibt es nichts Vergleichbares. So sind hier unter anderem „Kinderzimmer“ und Schatzkammern zu finden.

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Dörte Schmidt präsentiert den Bürokoffer der Kriminalisten, daneben Hauptkommissar Jörg Hennig.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg an der Havel. Bevor ein falscher Eindruck entsteht: Die haushohen senkrechten Stahlstäbe im vom Foyer abgehenden Treppenhaus sollen weder Anmutung an Käfig noch an Arrest sein, vielmehr an eine Harfe. So luftig und rein wie das Instrument ist das ganze Haus geraten.

Eine der modernsten Polizeigebäude der Republik wird in der kommenden Woche an der Magdeburger Straße von den Beamten bezogen, zumindest im Land Brandenburg gibt es nichts Vergleichbares. Selbst das Landeskriminalamt Berlin hat sich für einen Arbeitsbesuch im September angekündigt. Nicht allein die so genannten Flex-Büros sind total neu - in den Niederlanden wurden sie erfunden, dann gab es einen Nachahmungsversuch in einem Polizeigebäude in Köln. „In einem bestehenden Haus funktioniert das niemals, da muss man den Bau danach ausrichten“, sagt Inspektionschef Mathias Tänzer.

Die Kripo-Beamten gehen zu Dienstbeginn an ihr Schließfach, ziehen einen Bürokoffer heraus und suchen sich im Großraumbüro einen freien Platz. Steckt der Laptop in der Docking-Station kann die Arbeit beginnen. Selbst Kripo-Chef Jörg Hennig und seine Sachgebietsleiter haben keine eigenen Büros. „Bei den Kollegen gibt es noch etwas Skepsis, aber das wird sich einspielen. Es soll sich niemand abschotten“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Wer stundenweise Ruhe braucht, kann eine der an den Längswänden platzierten Zimmerkabinen nutzen. Auch die Planung der Vernehmungszimmer wird anspruchsvoller. „Wir haben sechs Räume für 24 Beamte, die Kollegen müssen einen Termin buchen, bevor sie den Zeugen oder Beschuldigten laden.“

Raum für 254 Beamte

254 Beamte arbeiten in der Polizeiinspektion Brandenburg an der Havel, davon 125 im so genannten Wach- und Wechseldienst.

Das neue Haus hat eine Nutzfläche von 2200 Quadratmetern, weitere 1300 Quadratmeter kommen hinzu, wenn bis zum nächsten Jahr der Altbau saniert ist.

14 Personen können gleichzeitig in den Arrest gesetzt werden – es gibt eine Sammel. drei Einzel- und eine Ausnüchterungszelle. Allerdings sind diese noch nie komplett ausgelastet gewesen.

Drei Räume sind als Einsatzleitstellen eingerichtet, davon können zwei zu einer großen verbunden werden.

Die Berliner dürften sich besonders auch für das „Kinderzimmer“ interessieren, hier können ganz junge Zeugen und Opfer von beispielsweise Missbrauchsdelikten befragt werden. Das Büro ist mit Kindermöbeln ausgestattet, diskret ist hochsensible Videotechnik eingebaut. Sie zeichnet die Aussagen der Kinder auf, damit ihnen im Gericht nicht weitere Befragungen zugemutet werden. Zudem können die Kameras auch erfassen, wenn Kinder beispielsweise etwas malen, was sie nicht in Worte fassen können.

Es gibt neuerdings auch einen „Venezianischen Spiegel“, durch den Zeugen unerkannt mögliche Identifizierungen vornehmen – bislang ging das nur in Potsdam. Eigene Räume sind fürs Überwachen der Telekommunikation eingerichtet oder fürs Recherchieren zur Internetkriminalität – dazu bedarf es beispielsweise einer eigenen schnellen Internetverbindung, die aus Sicherheitsgründen abgekoppelt ist vom Polizeinetz.

Das ist auch einer der wenigen Fälle, in denen ein Separieren erwünscht ist - so wie es keine Trennwände zwischen den Kriminalbeamten geben soll, ist auch die interne Kommunikation sehr durchlässig. „Wir wollten bewusst keine Trennung von uniformierten und zivilen Beamten, die Kollegen sollen viel miteinander reden“, sagt Hennig.

Viel reden muss auch noch Dörte Schmidt. Die Verwaltungsbeamtin ist die gute Umzugsseele der Direktion. „Wenn sie nicht so geschickt agieren würde, wären wir noch lange nicht fertig“, lobt Tänzer. Sie organisiert nun noch den Abbau der Container, das Sanieren des Altbaus, den Bau von Sportplatz, Carports und Garagen.

Von André Wirsing

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