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Polizeiorchester klärt Schul-Kids spielerisch auf

Uniformierter Besuch Polizeiorchester klärt Schul-Kids spielerisch auf

Das Landespolizeiorchester hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr durch die Schulen des Landes zu touren und Brandenburgs Schüler aufzuklären. AmMittwoch waren die Schüler der Luckenberger Schule dran – ihnen wurden im Wortsinne spielerisch die Gefahren im Alltag näher gebracht.

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Die Polizei tanzt aus der Reihe – ins Publikum.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Im Bienenstock geht es beschaulich zu im Vergleich zu dem bunten Treiben, das sich am Mittwochvormittag in der kleinen Turnhalle der Luckenberger Schule abspielte. Mehr als 200 Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren wuselten über Bänke und Matten und ließen sich gar nicht davon beeindrucken, dass vor ihnen ein ganzer Haufen uniformierter Polizisten stand. Denn die sahen ja ungefährlich aus, hatten ja nur Musikinstrumente in der Hand.

Und ausgerechnet Schulleiterin Elgin Belz heizte die Stimmung auch noch an. „Wir hatten einen Traum. Und es hat mehr als zwei Jahre gedauert, in denen wir viel telefoniert und viele E-Mails geschrieben haben, bis wir das Landespolizeiorchester hier begrüßen können. Empfangen wir es mit einem Luckenberger Applaus!“

Musikinstrumente und Uniform

Das Orchester war krankheitsbedingt etwas ersatzgeschwächt angetreten, doch das Fehlen der fünf Kollegen fiel kaum auf. Die Musiker-Profis absolvieren jedes Jahr 50 bis 70 Konzerte vor Kindern, sie wissen, was bei ihnen immer funktioniert: Ein Orchester, das einfach aufsteht und spielend sich in die Menge mischt, das Verteilen von Mitmach-Instrumenten, heitere Ratespiele …

Der Schauspieler Thomas Petersdorf gab die Rolle des fünf Jahre alten Christian, der zum allerersten Mal den Weg von zu Hause zum Kindergarten ganz allein bewältigen muss. Es wird „Ein ganz normaler Tag“ - eine Mischung aus Welterklären und -entdecken, Belehrung, Safari, Ermahnung und Sich-wiedererkennen. Christian kommt am Tierpark vorbei, sieht durch die Gatter Elefanten, Affen und Kamele, vertrödelt sich, erblickt in der Ferne die blaue Jacke seiner Freundin Katja und rennt einfach hinterher. Die Ampel zeigt zwar grün, aber die Autos, die ebenfalls freie Fahrt haben, müssen mit quietschenden Bremsen anhalten.

Zum ersten Mal allein in die Kita

Christian hält sich die Ohren zu, bis das Geschimpfe der Erwachsenen vorbei ist. Nur einer ist noch da. „Du, Kleiner, du siehst aus als ob die in den Kindergarten müsstest. Soll ich dich mitnehmen, mein Flitzerauto steht gleich um die Ecke.“ Alarm! Nur kurz überlegt der Junge, dann fällt ihm der Zaubersatz seines Vaters ein: Genimifremi! „Geh nie mit Fremden mit“ - Christian beherzigt das. Auf dem Weg findet er auch noch ein Feuerzeug, die Verlockung, damit zu spielen, ist riesengroß. Als Thomas Petersdorf passend dazu die tragische Paulinchen-Geschichte aus dem Struwwelpeter-Buch vorliest, ist es zum ersten Mal ganz still im Raum.

Das Mädchen ist jämmerlich verbrannt, weil es mit dem Feuer spielte und nicht auf die Warnungen der Katzen hörte – nur ihr Paar Schuhe blieb übrig. Dann wird es wieder lustig, Christian ist angekommen, gibt das Feuerzeug bei Erzieherin Jessica ab, dann soll es ins Kino gehen - König der Löwen. Beim Simba-Lied sind alle Kinder wieder fröhlich. Begeistert brüllen sie „Zugabe“ und werden mit der Maus-Melodie belohnt.

Mädchen ist jämmerlich verbrannt

Joleen (9) fand die ganze Kindergartengeschichte „einfach schön“ und am besten haben ihr die Trompeten gefallen, die so laut die Elefantentöne produzieren. Der gleichaltrige Bendex steht nur auf die Musik, besonders aus dem Löwenmusical. Und die sieben Jahre alte Hanna aus der Krugparkschule ist ausgeflippt als der Polizist mit der E-Gitarre sein Hardrock-Solo gespielt hat. Viele der Ermahnungen und Belehrungen hat sie wiedererkannt, das hört sie auch zu Hause von den Eltern.

Und dies sei auch genau der Sinn solcher Auftritte, sagt Dirigent und Orchestervize Jürgen Bludowsky: „Wir sind gemeinsam mit unseren Kollegen von der Präventionsabteilung unterwegs, wollen die Kinder spielerisch auf die Gefahren im Alltag aufmerksam machen.“ In diesem Fall hat der Brandenburger Polizeihauptkommissar Roland Müller ein gutes Wort für die Luckenberger Schule eingelegt. „Ich war beeindruckt von den seit Jahren organisierten ,Luckenberger Musiken’. Da passt unser Orchester wunderbar rein.“ Und im Oktober kommen sie sogar wieder, diesmal mit voller Besetzung.

Von André Wirsing

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