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Postkartenidyll und alte Anekdoten

Geführte Buga-Tour durch Brandenburg an der Havel Postkartenidyll und alte Anekdoten

Auch nach 13 Touren als Buga-Gästeführerin ist Jutta Schwalbe noch immer von der Fantasie der Gärtner und den riesigen Blütenmeeren beeindruckt. Die Rentnerin aus Radewege ist gerne unter Leuten und wollte noch ein bisschen was fürs Gehirn machen, wie sie sagt. Deshalb fasste sie den Entschluss, sich als Gästeführerin für die Buga zu qualifizieren.

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Buga-Gästeführerin Jutta Schwalbe (rechts) führt regelmäßig Reisegruppen durch die Havelstadt und macht ihnen Lust auf die Welt der Blumen und Pflanzen.

Quelle: M. Höhn

Brandenburg an der Havel. Dafür setzte sie sich noch einmal an die Schulbank. Dabei eignete sich die 64-Jährige Wissen über Rhetorik, Kommunikation und die Geschichte der Havelstadt an. Ihre 14. Tour beginnt am Neustädtischen Markt: Anhand des Stadtreliefs gibt sie der Reisegruppe einen kurzen Abriss über die Wiege der Mark Brandenburg.

Mit ihrem blauen Buga-Maskottchen Wilma Wels in der Hand ist sie kaum zu übersehen und führt die vorwiegend hessischen Touristen bei 30 Grad und wolkenlosem Himmel entlang an der quirligen Hauptstraße in Richtung Buga-Gelände. Der erste Halt: Die älteste noch in Betrieb befindliche Apotheke des Landes Brandenburg, die Raths-Apotheke. Sie wurde schon im Jahre 1517 von Erasmus Berisch aus Frankfurt/Oder gegründet.

Weiter geht es zum Packhof neben der Werfthalle, wo sich die Gruppe erst einmal auflöst und jeder für sich die Themengärten erkundet; etwa den knorrigen Birnbaum im Ribbeckgarten oder die Fische im asiatischen Koi-Garten bewundert. „Alles was wir bisher gesehen haben ist toll“, sagen die Freundinnen Ingrid Severi, Elke Kosel und Frauke Molin aus der Nähe von Frankfurt am Main. Jedes Jahr fahren die Rentnerinnen mindestens einmal zusammen weg und Blumenschauen gehören für sie unbedingt dazu.

Bis Freitag wollen die Frauen mit ihren 54 Mitreisenden alle fünf Standorte der Buga 2015 gesehen haben. „Ganz verschmitzt sieht man da hinten den Brandenburger Dom“, bemerkt Jutta Schwalbe, als sie mit der Gruppe von der Werft auf die Jahrtausendbrücke zusteuert und sich ein Buga-Dampfer auf dem Wasser vorbeischiebt. „Mündung und Quelle der Havel liegen nur 90 Kilometer auseinander“, erklärt die Gästeführerin die Eckdaten des Gewässers.

Ein paar Meter weiter gönnen sich einige der Touristen eine kleine Pause am Wasser, dort fährt auch am Nachmittag ihr Dampfer ab. Nun aber wartet die Rosenschau in der Johanniskirche auf sie. Vorher macht Jutta Schwalbe auf die Fußabdrücke Loriots vor der Kirche aufmerksam. Auch dessen Fabeltier, der wilde Waldmops, ist Bestandteil der Führung: „Das passiert, wenn man aus einem Elch einen Mops züchten möchte“, scherzt Jutta Schwalbe.

Monika und Gerhard Vorbeck aus Alzenau in Unterfranken haben sich mit der Buga-Busreise ihren Traum erfüllt, die Havelregion kennen zu lernen. „Wir sind überrascht von dem vielen Grün hier“, sagen sie, als die Gruppe von der Kirche in den Humboldthain weiterzieht. „Mich interessiert diese Vielfalt der Buga, es ist wie ein Gemälde, ein Postkartenidyll“, schwärmt Gerhard Vorbeck.

Neben ihnen laufen Maria und Josef Rausch aus Seligenstadt: „Auch wir sind froh, dass wir das alles hier noch erleben können.“ Wenig später sind alle am Marienberg angekommen. Hier endet die 1,5 Kilometer lange Tour und Jutta Schwalbe regt noch einmal die Fantasie ihrer Reisegruppe an: „Bei klarem Wetter soll man von hier die Türme des Magdeburger Doms sehen können.“

Von Melanie Höhn

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