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Brandenburg/Havel Die meisten Busse sollen mit Schulbeginn an Gollwitz und Wust nur noch vorbeifahren
Lokales Brandenburg/Havel Die meisten Busse sollen mit Schulbeginn an Gollwitz und Wust nur noch vorbeifahren
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16:51 27.07.2018
Auf ihren Bus warten Kinder und Jugendliche in Gollwitz und auch in Wust womöglich vergebens, wenn die Schule am 20. August wieder beginnt. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Mit Schulbeginn am 20. August sollen von Montag bis Freitag statt bisher 28 nur noch neun Busse durch Gollwitz fahren, statt 27 nur noch acht durch Wust. Am Wochenende würden beide Ortsteile komplett vom öffentlichen Nahverkehr abgetrennt.

Gollwitz’ Ortsvorsteherin Nicole Näther (SPD) ist entsetzt über den Kahlschlag beim öffentlichen Nahverkehr. Begegnungsstätten-Geschäftsführer Niels Haberlandt ist „aus allen Wolken gefallen“ und befürchtet Riesenausfälle für seinen Betrieb in Schloss Gollwitz. Die Stadtverwaltung Brandenburg/Havel versucht derzeit zu retten, was noch zu retten ist.

Stadtsprecherin Angelika Jurchen bestätigt die Informationen von Ortsvorsteherin Näther. Die Stadt Brandenburg an der Havel habe am 19. Juli einen Antrag der Fritz Behrendt OHG zur Änderung der Linie 554 mit Wirkung ab 20. August erhalten.

Nur noch vier Fahrten

Behrendt betreibt die Landkreis-Buslinie, die Lehnin über Damsdorf, Trechwitz, Schenkendorf, Götz und Jeserig mit dem Hauptbahnhof Brandenburg/Havel verbindet und dabei die beiden östlichen Brandenburger Ortsteile bisher weitgehend einbezieht.

Doch nach der beantragten Änderung der Linie 554 wären auf der Strecke vom Busbahnhof Lehnin bis zum ZOB Brandenburg an der Havel von Montag bis Freitag an Schultagen nur noch vier Fahrten durch die Ortsteile Gollwitz und Wust vorgesehen.

Auf der Strecke vom ZOB Brandenburg an der Havel bis zum Busbahnhof Lehnin wären von Montag bis Freitag nur noch vier Fahrten durch den Ortsteil Wust und fünf Fahrten durch den Ortsteil Gollwitz vorgesehen. Als einziger Halt zwischen Jeserig und Brandenburg/Berliner Straße wäre ansonsten bei den meisten Linienfahrten das Einkaufszentrum Wust vorgesehen.

Stadt lehnt Fahrplan ab

Im laufenden Anhörungsverfahren hat die Stadt Brandenburg dem für die Genehmigung zuständigen Landesamt für Bauen und Verkehr vor einer Woche eine ablehnende Stellungnahme zu der beantragten Änderung der Linie 554 übermittelt. Die begründet sie mit den im Vergleich zum bisherigen Fahrplan stark reduzierten Fahrten durch Gollwitz und Wust.

„Geben wir den öffentlichen Nahverkehr jetzt auf und müssen unsere Kinder mit dem Auto zur Schule nach Brandenburg fahren?“, empört sich Ortsvorsteherin Näther über diese Art der Verkehrspolitik.

Wegen der Streichungen könnten Gollwitzer und Wuster Kinder morgens nur einen einzigen Bus in die Stadt nehmen: den, der zwischen 6.53 und 7.04 Uhr durch Gollwitz und Wust fährt und um 7.17 am Hauptbahnhof eintrifft. Da kämen diese Schüler zu spät an. Wenn der Unterricht erst um 9 oder 10 Uhr beginnt, müssten sie zusehen, wie sie dort hin gelangen.

Katastrophe für die Begegnungsstätte

In die andere Richtung würde wochentags morgens nur ein Bus am EKZ Wust und in Gollwitz halten. Der fährt aber schon um 6.35 Uhr am Hauptbahnhof los.

„Für uns wäre diese Änderung eine einzige Katastrophe“, versichert Nils Haberlandt, der die internationale Begegnungsstätte der Stiftung Schloss Gollwitz führt. Um 6.46 Uhr in der Frühe komme doch keine einzige Schulklasse ins Schloss, befürchtet er.

Haberlandt: „Besuchergruppen kommen mit dem Linienbus und reisen damit wieder ab. Fällt die Busverbindung fort, kommen solche Gruppen einfach gar nicht mehr zu uns.“

Der so stark ausgedünnte Fahrplan würde den Seminarbetrieb ein Stück weit trocken legen, die Stiftung mit in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen, deren Kernstück der Austausch mit Israel und der jüdischen Kultur ist.

Näther und Heldt denken an ältere Bürger

Nicole Näther versucht mit ihrem Ortsbeiratskollegen Andreas Heldt (FDP) und der Stadtverwaltung den zusammengestrichenen Fahrplan abzuwenden und auch die Kollegen in Wust zu mobilisieren.

Der Ortsbeirat denkt auch an ältere Bürger, die künftig am Wochenende gar nicht mehr aus ihrem Ort herauskämen und ansonsten Probleme hätten, etwa ihre Ärzte in Brandenburg oder auch in Schenkenberg und Lehnin aufzusuchen.

Plan des Landkreises war noch radikaler

Der beschriebene Antrag der Fritz Behrendt OHG vom 19. Juli ist die schon abgemilderte Fassung der Fahrplanänderung, die der Landkreis Potsdam-Mittelmark am 27. Juni entworfen hatte.

Nach dessen Ursprungsfassung hätte es von Lehnin nach Brandenburg/H. nur noch drei Fahrten an Schultagen am Nachmittag durch Gollwitz und keine Fahrt mehr durch Wust gegeben. In die Gegenrichtung war eine einzige Fahrt an Schultagen morgens durch Gollwitz vorgesehen.

Die Stadt Brandenburg lehnte diese radikale Fahrplanänderungen postwendend ab, so dass die Busgesellschaft einen etwas milderen Antrag vorgelegt hat, über den die Landesbehörde zu befinden hat.

Von Jürgen Lauterbach

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