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Pritzerbe: Gassen mit Havelblick

Stege bleiben frei Pritzerbe: Gassen mit Havelblick

Sie sind ein mittelalterliches Erbe der Stadtentwicklung. Bis heute haben sich im über 1000-jährigen Örtchen Pritzerbe Gassen erhalten – Stege genannt – die die historische Innenstadt mit dem Ufer der Havel verbinden. Das soll auch in Zukunft weiterhin so bleiben.

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Zehn solcher öffentlicher Stege führen mitten in Pritzerbe direkt hinunter zum Havelufer.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Pritzerbe. Sie sind ein mittelalterliches Erbe der Stadtentwicklung. Bis in die Gegenwart haben sich im über 1000-jährigen Pritzerbe Gassen erhalten,die die historische Innenstadt direkt mit dem Ufer der Havel verbinden. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Dafür haben sich die Mitglieder des Tourismusausschusses der Stadt Havelsee bei ihrer jüngsten Sitzung ausgesprochen. Stege nennen die Pritzerber die wenige Meter breiten und nur zum Teil befestigten Durchgänge, die sich allesamt als öffentliche Verkehrsflächen in kommunaler Hand befinden.

„Wir müssen die Stege frei halten. Im Notfall werden sie von der Feuerwehr für die Löschwasserversorgung gebraucht. Sie dienen als Regenabläufe und werden von den Anwohnern gepflegt“, sagte Bürgermeister Günter Noack. Hintergrund für die aktuelle Debatte ist der Antrag eines Kützkowers von der anderen Havelseite, der am Pritzerber Ufer vor einer Gasse einen Privatsteg errichten wollte. Doch die Ufer sollen an diesen Stellen frei bleiben, sind sich die Abgeordneten einig. „Wenn wir einem Antrag stattgeben würden, wären die Stege bald verbaut“, befürchtet Noack. Kerstin Böhm von der Bauverwaltung des Amtes Beetzsee kann sich vor den sogenannten Stegen höchstens Anlegemöglichkeiten für Wasserwanderer mit Kanus vorstellen, damit sie auf kurzem Weg die eine oder andere Besorgung in der Stadt erledigen können. Doch dafür seien keine baulichen Anlagen nötig. Auch sie rate von privaten Bauvorhaben vor den Stegen ab, so Böhm.

Laut Flurkarte gibt es in Pritzerbe zehn Gassen mit Havelblick. Sie teilen sich auf die Havelstraße und die Kietzstraße auf. Nur in der Kietzstraße 17 existiert eine gepflasterten Durchfahrt, weil sie als Zugang zu zwei Privathäusern dient. Schon ein Stadtplan von 1811 zeigt die zwischen den Wohnhäusern zur Havel verlaufenden Stege sehr deutlich. Andere Nachweisquellen gehen bis in das Jahr 1737 zurück. Für den Pritzerber Stadtchronisten Jürgen Patzlaff war das Anlegen der Stege eine weise Entscheidung der Vorväter: „Auf diesen öffentlichen Wegen sind die Pritzerber zu den Kähnen gelangt, die nicht direkt am Wasser gewohnt haben. Damals konnte man noch bequem am Ufer entlang gehen. An der Havel wurde Wäsche gewaschen oder bei Feuer Wasser geholt. Die Stege gehören zu Pritzerbe.“

Von Frank Bürstenbinder

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