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„Pritzerber Pils“ gegen Heimweh

Souvenir aus dem Havelland „Pritzerber Pils“ gegen Heimweh

Bier wird in Pritzerbe seit über 150 Jahren nicht mehr gebraut. Und doch schenkt Gastwirt Klaus Meyer seit dieser Woche „Pritzerber Pils“ aus. Wie das geht? Der Gerstensaft wird im Saarland geordert. Die grünen Flaschen mit dem Stadtwappen-Etikett sind vor allem als Souvenir gedacht, sollen aber auch gegen Heimweh helfen.

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Gastwirt Klaus Meyer schenkt sich ein „Pritzerber Pils“ ein.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Pritzerbe. Beim Schnaps kam ihm die Idee nicht. Dafür wurde Hausboot-Verleiher Heiko Schulz immer wieder von seinen Gästen nach Pritzerber Souvenirs und regionalen Spezialitäten gefragt. Zu Essen gibt es einige einheimische Raffinessen, wie Straußenfleisch aus Kützkow oder gebratene Plötzen aus der Küche der Kreuzdamm-Gaststätte. Doch bei Getränken sieht es mau aus. Ein lokales Bier musste her. Problem: Gerstensaft wird in dem Havelstädtchen schon seit über 150 Jahren nicht mehr gebraut.

1713 war das noch anders. Die Chronik berichtet von sieben zur Einwohnerschaft zählenden Brauern. In den Dörfern verdrängte das Pritzerber Bier sogar die Konkurrenz aus Brandenburg. Das ist alles lange her. Marina-Betreiber Schulz verbündete sich mit Kreuzdamm-Wirt Klaus Meyer. Gemeinsam wurden sie im Internet fündig bei der Braufabrik Events Saarbrücken. Ein noch junges Unternehmen, dass sich auf individuelle Kundschaft spezialisiert hat.

Stadtwappen auf dem Etikett

„Nach einer Verkostung war klar, es sollte ein klassisches Pilsner sein“, berichtet Gastwirt Meyer. Das in Gemeinschaftsarbeit entworfene Etikett zeigt das Pritzerber Wappen mit den gekreuzten Schlüsseln und den zwei übereinander stehenden Fischen. Am Donnerstag trafen die ersten 40 Kästen „Pritzerber Pils“ in der Stadt ein – abgefüllt in 0,33 -Liter-Flaschen. Eine Konkurrenz zum gewohnten Fassbier soll das „Pritzerber“ in der Kreuzdamm-Gaststätte nicht werden. „Das Bier ist ein netter Gag. Die Leute können es im Lokal trinken oder mit nach Hause nehmen“, sagte Meyer der MAZ. Auch in der Marina von Heiko Schulz ist das hopfige Souvenir, das auch gegen Heimweh helfen soll, ab sofort für 1,60 Euro die Flasche zu haben.

Ein Likör von hier

Wohin das Bier-Experiment noch führt, ist offen. „In eine Kneipen-Brauerei jedenfalls nicht. Da müssten sich schon junge Leute ran wagen“, so der Gastwirt. Im „Kreuzdamm“ gibt es noch eine andere Spezialität – den Kräuterlikör „Regulator“, wie es ihn früher im Ausschank des einstigen Lebensmittelgeschäftes von August Feilenhauer in der Dammstraße zu trinken gab. Der „Regulator“ wird jedoch nicht importiert. Seine wohltuende Wirkung erreicht die Likör-Rezeptur durch fachkundige Hände in der Sonnen-Apotheke.

Von Frank Bürstenbinder

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