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Brandenburg/Havel Probesitzen im historischen Klassenzimmer
Lokales Brandenburg/Havel Probesitzen im historischen Klassenzimmer
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18:08 13.03.2017
Die Gäste sitzen zur Probe im historischen Klassenzimmer des Reckahner Schulmuseums. Quelle: Christine Lummert
Reckahn

„Nun freue dich Reckahn, auf dein Barberini.“ Frank Tosch, Professor an der Universität Potsdam, beendete am Sonntag mit einem Schuss Ironie den offiziellen Teil der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Reckahner Schulmuseum. Im 25. Jubiläumsjahr dieser musealen Institution, die im gesamten Land Brandenburg einmalig ist, kamen viele Mitstreiter und Gäste zusammen, um nach rund vier Monaten Umbauzeit als erste einen Blick auf die neue Ausstellung zu werfen.

Frank Tosch und Silke Siebrecht-Grabig, die Leiterin der Reckahner Museen, nahmen während der Umbauphase um die 400 Stücke aus dem Museumsfundus in die Hand und arrangierten die sieben Museumsräume neu. „Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Forschung zu Friedrich Eberhard von Rochow und dem historischen Schulstandort Reckahn natürlich weiter. Das wollen wir mit der Neuordnung der Dauerausstellung widerspiegeln“, sagte Siebrecht-Grabig.

Modell des Reckahner Schulmuseums. Quelle: Christine Lummert

Viele helfende Hände, angefangen vom Team des Reckahner Museumsstandorts bis hin zu den Mitgliedern des seit 1996 existierenden Fördervereins „Historisches Reckahn“, die fleißig putzten, malerten und bauten – und noch viele andere mehr – brachten das Schulmuseum auf den neuen Weg.

Unterstützung kam vor allem vom Landkreis Potsdam-Mittelmark, der seit Beginn vor einem Vierteljahrhundert Träger des Schulmuseums ist. „Die 48 000 Euro in jedem Jahr sind ein fester Posten in unserem Haushalt. Mit einem Zustrom von 120 000 Besuchern über die letzten 25 Jahre hat sich gezeigt, dass hier die Kooperation aus historischer Bildungsforschung und interaktivem Museumserlebnis ein Anziehungspunkt sind“, sagte Christian Stein, der stellvertretende Landrat von Potsdam-Mittelmark.

Alte Unterrichtsmaterialien. Quelle: Christine Lummert

Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner sieht das Schulmuseum als essenziellen Teil des Reckahner Museumsensembles, das im kommenden Jahr noch erweitert werden soll. „Die finanziellen Mittel zur Restauration des alten Gutshauses mit seinem Renaissance-Giebel sind gesichert. Der Plan ist, dass die Bauarbeiten zu diesem neuen Veranstaltungszentrum für die Reckahner und ihre Gäste schon im nächsten Jahr zum Abschluss kommen“, sagte Brückner. Die Grundsteinlegung ist für den 18. Mai dieses Jahres geplant.

Ohne den heute 88-jährigen Schulmuseumsgründer Otto Günther Beckmann wäre die weiter wachsende Museumslandschaft in Reckahn wahrscheinlich nicht entstanden. Ihm konnten die Besucher am Sonntag vor Ort im Schulmuseum noch einmal dankbar die Hand schütteln – was sich viele der geladenen Gäste natürlich nicht entgehen ließen.

Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig versucht sich an einer Multimedia-Station. Quelle: Christine Lummert

Die alten Schulbänke stehen inzwischen wieder an ihrem Platz und Schulklassen und weitere Gäste können weiterhin in einer historischen Schulstunde erleben, wie es früher in einer kleinen Dorfschule zuging.

In insgesamt sechs weiteren Räumen sind unter anderem neue Infotafeln und alte Unterrichtsmaterialien zu sehen, aber auch kleine multimediale Stationen, die Besuchern in Reckahn die pädagogischen Ideen Friedrich Eberhard von Rochows und deren Umsetzung durch die Dorfschullehrer rund um Reckahn erklären.

Von Christine Lummert

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