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Brandenburg/Havel Professor lobt Claudia Roths schöne Stimme
Lokales Brandenburg/Havel Professor lobt Claudia Roths schöne Stimme
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13:23 22.06.2016
Auf dem Rückflug unterhält Grünen-Politikerin Claudia Roth ihr Publikum an Bord mit gekonntem französischen Gesang. Quelle: Reiner Malessa
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Brandenburg/H

Der Brandenburger Energie- und Umwelttechnik-Professor Reiner Malessa hat seine Verbbindungen zu Mittel- und Südamerika mit Hilfe von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) weiter ausgebaut. Als Mitglied seiner Delegation lernte Malessa außerdem die Krawattenpolitik des argentinischen Präsidenten und das Balladengesangstalent von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) kennen.

Erlebnisreiche und anstrengende Tage und Nächte liegen hinter Reiner Malessa, Professor an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Der Außenminister und Brandenburger Wahlkreisabgeordnete Frank-Walter Steinmeier hatte ihn auserkoren, ihn Anfang Juni in seiner Delegation aus Managern, Wissenschaftlern, Politikern und Medienvertretern ach Süd- und Mittelamerika zu begleiten.

Der Brandenburger Umwelttechniker ist dort einschlägig verankert und besitzt jahrelange Forschungsbeziehungen mit starkem Praxisbezug. Gerade Argentinien hat Malessas Angaben einen hohen Nachholbedarf in Bezug auf regenerative Energien.

Die deutsche Delegation erschien ohne Krawatte

Nur zwanzig Megawatt Strom würden dort auf diese Weise gewonnen, das entspricht gerade mal der Leistung zehn mittlerer Windkrafträder. Die Argentinier wollen in den nächsten zehn bis 15 Jahren 20 Prozent der Energie regenerativ gewinnen.

Um solche Themen ging es auch beim Zusammentreffen im Gespräch in großer Runde mit dem im vergangenen November gewählten argentinischen Präsidenten Mauricio Macri. Dabei kam es zu einem schönen Missverständnis.

Reiner Malessa erinnert sich: „Der Dresscode wurde natürlich vorgegeben. Neben schwarzem Anzug sollte auf die Krawatte verzichtet werden, da Macri normalerweise ohne auftritt. Offensichtlich hatte auch Macri Berater, die ihm berichteten, dass in Deutschland bei solchen Anlässen Krawatte getragen wird. Die Konsequenz: Der Staatspräsident erschien mit, die gesamte deutsche Delegation ohne Krawatte.“

Die zweite Station Mexiko liegt dem Brandenburger Professor noch näher, da viele seiner Projekte in Lateinamerika laufen beziehungsweise seine Technikstudenten in dortigen Unternehmen für ihre Abschlussarbeiten Energiethemen bearbeiten.

Vor zwei Jahren Wahlbeobachter in El Salvador

Reiner Malessa (63) lehrt seit 1993 als Professor im Fachbereich Technik der FH Brandenburg Physikalische Chemie, alternative Energien und Verfahrenstechnik. Er unterhält zahlreiche internationale Kontakte.

In El Salvador unterstützt Reiner Malessa seit sieben Jahren Umweltprojekte in Santa Tecla. Studenten verbringen dort ihre Praxissemester, erstellen zum Beispiel bei einem Kafeeproduzenten Energiebilanzen oder optimieren Produktionsprozesse.

Im Jahr 2014 wurde Malessa als Beobachter der Präsidentschaftswahlen in El Salvador eingeladen. Die Beobachtergruppe bestand seinerzeit aus südamerikanischen Ministern, zwei Bundestagsabgeordneten und Dolmetschern.

Auch Mexiko will laut Malessa seinen Anteil regenerativer Energiegewinnung steigern – auf ein Viertel. Um Biogasanlagen drehten sich Gespräche an denen er teilnahm. Was einen mexikanischen Automobilzulieferer betrifft, sieht Malessa Anknüpfungspunkte zur Arbeit seiner Professorenkollegen im Maschinenbau. Womöglich lässt sich eine Kooperation anbahnen.

„Mein Gesprächspartner wollten von mir vor allem wissen, wie in Deutschland die Aus- und Weiterbildung organisiert wird“, berichtet Reiner Malessa. Er erwartet Projektskizzen von möglichen künftigen Kooperationspartnern. Die ersten haben ihren Besuch in Deutschland angekündigt, nämlich der Chef des Autozulieferers und der Manager einer mexikanischen Kaffeefirma. Für ihn geht es um optimale Trocknungsverfahren in der Kaffeeweiterverarbeitung..

Einen kulturellen Höhepunkt erlebte der Brandenburger Professor erst am Ende der Reise auf dem Rückflug. Begleitet vom Gitarrenspiel erhob Grünen-Politikerin ihre Gesangsstimme und trug eine französische Ballade vor. „Das war wirklich sehr schön“, versichert Malessa.

Reiner Malessa, Professor an der TH Brandenburg, mit Außenminister Frank-Walter-Steinmeier auf einer Hacienda nahe Buenos Aires. Quelle: Privat

Die Begegnung mit Spitzenmanagern von Unternehmen wie Daimler, BASF, VW, Wintershall und SAP empfand der Techniker als bereichernd. Sein Fazit: „Mit einem Minister als Entree hat man gleich mehr Rückenwind bei der Akquise möglicher Kooperationspartner.“

Von Jürgen Lauterbach

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