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Brandenburg/Havel Prüfung an der Orgel: Studenten legen im Dom Examen ab
Lokales Brandenburg/Havel Prüfung an der Orgel: Studenten legen im Dom Examen ab
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16:18 19.07.2018
Geschafft: Die Organisten Juliane Felsch-Grunow und David Schirmer haben die Prüfung bestanden. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

In eine Prüfungssituation der besonderen Art begaben sich Juliane Felsch-Grunow und David Schirmer am Mittwochabend im Dom zu Brandenburg an der Havel. Die zwei Studenten der Universität der Künste Berlin (UdK Berlin) legten hier ihre Abschlussprüfung im Fach Künstlerisches Orgelspiel ab. Bei dem öffentlichen Konzert erlebten etwa 80 Besucher einen Orgelmarathon, unter anderem mit Interpretationen der Werke von Johann Sebastian Bach, Johann Gottfried Müthel und Jacob Praetorius.

Dabei handelte es sich keinesfalls um Eigeninterpretationen, die Stücke mussten lediglich an die im Dom vorhandene Technik angepasst werden. Jeweils 60 Minuten hatten Felsch-Grunow und Schirmer Zeit, das im Studium Erlernte an der barocken Wagner-Orgel zu demonstrieren. „Das Instrument ist für solch eine Aktion besonders geeignet“, sagt Caspar Wein, momentan Kantor in Vertretung von Marcell Fladerer-Armbrecht im Brandenburger Dom.

Die Professoren Michael Bernecker, Leo van Doeselaar und Paolo Crivellaro (v. li.) lauschen konzentriert den beiden Organisten bei deren Prüfungsspiel. Quelle: Rüdiger Böhme

Die Wagner-Orgel aus dem Jahr 1722 zählt zu den bedeutendsten, nahezu komplett original erhaltenen Barockorgeln in Deutschland. „Auch die gute Erreichbarkeit aus Berlin war ausschlaggebend für das heutige Konzert“. Caspar Wein belegte ebenfalls den Bachelorstudiengang Kirchenmusik an der UdK Berlin. Dadurch kam der Kontakt zustande. „Die beiden Studenten konnten im Dom außerhalb der Besuchs- und Führungszeiten so oft üben, wie sie wollten“, sagt Wein. „Sie mussten danach bloß wieder den Schlüssel in meinen Briefkasten werfen“.

Und das Üben hatte sich gelohnt. Auch aus Sicht des Publikums. Dieses war so zahlreich erschienen, dass es nicht genügend Programme für alle gab. „Mit diesem Andrang haben wir gar nicht gerechnet“, sagt Wein.

Im Publikum sitzen auch Freunde und Verwandte der Prüflinge

Die Gäste, unter ihnen viele Verwandte und Bekannte von Juliane Felsch-Grunow und David Schirmer, lauschten den mal schwermütigen, mal verspielten und manchmal sogar überraschend modern klingenden Stücken und honorierten diese mit stehendem und langanhaltendem Applaus.

„Ich wusste gar nicht, wie vielfältig eine Orgel klingen kann“, sagt Martha Wolff. Die Brandenburgerin war mit ihrem Mann zum Konzert erschienen, wusste jedoch nicht, dass es sich um eine Prüfung handelte. „Ich wünsche den beiden ganz viel Erfolg.“

Dreiköpfige Prüfungskommission hört zu und wertet aus

Ob das Orgelspiel der beiden Prüflinge wirklich als Erfolg gesehen werden konnte, entschied eine dreiköpfige Prüfungskommission der UdK Berlin. Die Professoren Michael Bernecker, Leo van Doeselaar und Paolo Crivellaro reisten zu diesem Zweck ebenfalls aus der Hauptstadt an. „Wichtig ist natürlich, wie man spielt“, sagt Crivellaro. „In die Bewertung fließt zudem die Interpretation des Stückes durch den Studenten.“

Sinkende Studentenzahlen im Fach Kirchenmusik

Crivellaro, ursprünglich aus Italien stammend, unterrichtet an der UdK Berlin zwei Kurse mit insgesamt 35 Studenten in kirchlicher Musik. „Das sind eine ganze Menge Studenten für eine deutsche Klasse“, sagt der Professor. Die Teilnehmerzahl für diese Studienrichtung nehme immer weiter ab, weil das Interesse an kirchlicher Musik durch fortschreitende Verweltlichung zurückginge.

Das Studium ist schwer und die Lehrer sind streng

Insgesamt 20 Studiengänge werden deutschlandweit angeboten, unter anderem in München, Köln, Halle und eben auch Berlin. An der UdK sei das Studium schwer, die Lehrer streng. „Dadurch sollen die hohen Standards an der Uni gewährleistet werden“, so Crivellaro.

Nach einer Beratung der Prüfer erhielten die beiden Studenten ihr Ergebnis. Die hohen Voraussetzungen für das Bestehen der Abschlussprüfung konnten die beiden erfüllen. Das „Bestanden“ muss wie Musik in den Ohren geklungen haben.

Von Tobias Wagner

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